Japanisches Gewürz: Furikake

„Was für ’ne …kake???“

振り掛け oder ふりかけ – Das sind Gewürzmischungen, die auf Reis gestreut werden (=furu), um damit den Reis zu bedecken (=kakeru, der Infinitiv von kake).

Dass sich das Wort im Deutschen echt nicht lecker anhört, ist den Japaner egal.

Man kann es ja nicht allen Recht machen.

Mit dem Furikake aus der Tüte hat man es ohnehin schwer.

Ist halt nichts Frisches aus dem Gemüseregal!

Und weil in einige Sorten Fisch enthalten ist, nichts für Vegetarier.

Wie bei Fertig- und Tütenprodukten leider üblich, enthält auch Furikake in vielen Fällen Natriumglutamat. Das bitte beachten, falls du damit Probleme haben solltest!

Alle anderen, die hin und wieder ein wenig Abwechslung auf ihrem Reis oder in ihren Onigiris*  wünschen, die werden Furikake mögen.

* Onigiri ist ein Reisbällchen (Rund oder Dreieck) und gilt als „das Butterbrot der Japaner“. Mehr dazu findest du in einem älteren Artikel zum Tag des Onigiri.

Was ist Furikake nun genau?

Aus Sesam, Seetang, Salz und Zucker werden getrocknete Flocken hergestellt.

Auf manchen Packungen finde ich aber auch geschmackverstärkende Stoffe (E621) oder Inhaltsstoffe wie E160 oder E306.

Unterschiedliche Geschmacksrichtungen wie getrockneter Lachs, Fischeier (Mentaiko), Eier oder Gemüse werden der Mischung beigefügt. Die sind in jedem japanischen Supermarkt erhältlich.

Bei den Zutaten wird schon klar, dass das nicht ganz ohne Konservierungsstoffe geht.

Gerade weil Furikake ein paar Monate haltbar ist und unseren Reis- und Onigiri-Alltag etwas aufpeppt, sind die Tüten optimal zum Verschicken nach Deutschland.

Uns schmeckt’s.

Furikake gibt dem Reis Geschmack und setzt farbliche Akzente.

Dass es die hier bei uns in Berlin mittlerweile in vielen Asialäden mit Japanabteilung zu kaufen gibt, habe ich meinen Schwiegereltern noch nicht verraten.

Furikake aus Japan: links (Eier) und recht (Fischeier) in Deutschland gekauft! In der Mitte Wakana (Wakame & Blattgemüse)

Anwendung

Auf eine Schale Reis, ca 200 g, werden vom Hersteller 2 Teelöffel Furikake empfohlen.

Auf den heißen Reis geben, durchmischen und zu Reisbällchen formen oder einfach so genießen. Durchmischen ist dann nicht zwingend erforderlich, aber der Geschmack ist gemischt weniger intensiv.

➥ Durch die abgegebenen Wärme werden die getrockneten Flocken weich. Sieht dann fast wie frisch hineingeschnippelt aus.

Ziemlich einfach.

Deshalb lieben die Japaner Furikake auch so sehr.

Bei meinen Schülerinnen und Schülern im Alter zwischen 12 und 15 Jahren habe ich damals gefragt, was sie wohl am meisten vermissen würden, wenn sie im Ausland leben müssten. Und Furikake gehörte mit dazu. Hat mich echt erstaunt, weil mir gar nicht bewusst war, dass das Tütenprodukt so beliebt ist.

Reis, Misosuppe, Fisch und Natto (fermentierte Sojabohnen) wurden auch genannt.

Pasta und Hamburger standen allerdings auch auf der Liste 😉

✎ Schon gewusst?

🍴 Die ursprüngliche Version von Furikake nannte sich Gohan no Tomo und bedeutet übersetzt: der Freund für Reis.

🍴 Entwickelt wurde das Produkt, um einem ansteigenden Kalziumdefizit in der Bevölkerung entgegenzuwirken.

🍴 Leute in der Stadt Fukushima behaupten gerne, hier liege der Ursprung des Furikake: Ein Produkt, dass sich Kore wa Umai nennt und nichts anderes bedeutet als Das hier schmeckt super! 

🍴 Auf den Markt kam das Produkt 1948, wird aber erst seit 1959 unter dem Namen verkauft und wird mit den Merkmalen für Protein & Kalzium vermarktet.

🍴 Das einfachste Furikake kann jeder selbst machen: Meeressalz und schwarzen Sesam mischen! Japaner nennen es Gomashio = Sesam-Salz 😉

🍴 Furikake kann man aber auch als Gewürz für Suppen, Gemüse, Eintöpfe oder Salate verwenden.


Morgen gibt es dann was wirklich Praktisches für die Küche!

Dieser Artikel gehört zu der UNBOXING KALENDER AKTION 2017 #unboxingjapan.

Hier stelle ich vom 1. bis zum 24. Dezember 2017 jeden Tag ein Teil aus dem Paket meiner Schwiegereltern aus Japan vor – Gewöhnliches und Ungewöhnliches.

Mal ehrlich. Was dachtest du spontan, als du das Bild zum allerersten Mal gesehen hast?

Das Gewinnspiel ist beendet!

Was isst du für gewöhnlich zu deinem Reis?


Weitere Artikel zu diesem Thema


Teile den Artikel gerne auch mit Freunden, die das interessieren könnte:

26 Kommentare

  1. Furikake ist super 🙂
    Ich habe zuhause oft so kleine farbige Päckchen mit Reisgewürz für Kinder (Ist das dasselbe in klein?) Leider etwas schwierig da zu eruieren welche Farbe für welchen Geschmack steht, wenn es nur auf Japanisch geschrieben ist. Aber lecker ist es auf jeden Fall.

    Die ,,normalen“ Furikake habe ich erst auf der Arbeit einmal probiert, weil eine japanische Arbeitskollegin die mitgebracht hat.
    Sie stehen aber sicherlich auf der Einkaufsliste, wenn ich das nächste Mal in eineem Asia-Shop einkaufe. 🙂

    LG Sarah

    • Liebe Sarah,
      die kleinen Päckchen hatte ich früher auch. Die finde ich noch besser. Und mit dem „nicht lesen können“ ist doch super. Jedes Mal ne Überraschung. Am Ende muss ja alles weg!
      LG Daniela

    • Ich liebe die Googleuebersetzer App fuer sowas. App oeffnen, Foto machen, Text markieren, uebersetzen lassen. So kann man bei Produkten mit fremder Schrift meist am schnellsten herausfinden, worum es sich handelt.

  2. Das klingt sehr interessant und lecker! Ich bin tatsächlich noch nie auf die Idee gekommen Reis mit Gewürzen aufzupeppen 😀 Normalerweise esse ich den immer so oder mit ein bisschen Soße oder Erbsen, … Muss ich unbedingt mal probieren. Leider habe ich nach unserem Umzug noch keine Zeit gehabt, herauszufinden wo der nächste Asia Shop ist.

    • Liebe Atani,

      das ist jetzt nicht die super-gesunde Variante. Frische Erbsen sind da auch jeden Fall besser.
      Hoffentlich hast du einen Asia-Laden mit guter Japan-Abteilung in der Nähe, drück dir die Daumen.

  3. Hallo Daniela,

    also bei Reis bin ich ja ein Purist 😉 Da gehört für mich nicht mal Salz dran, denn zumindest qualitativ guter Reis hat einen so tollen, feinen Eigengeschmack! Wenn bei uns mal Reis übrig bleibt, esse ich den auch pur ohne „Beilage“ oder Gewürze. Aber mein Mann fand Furikake bei unserem Japanbesuch total interessant. Und für Onigiri ist es eine super Sache, um schnell und einfach ein bisschen Geschmack reinzubekommen.

    • Liebe Sandy,

      Japanischer Reis wird auch grundsätzlich ohne Salz gekocht. Der schmeckt auch pur super.

  4. Oh, ich liebe Furikake! Ich habe immer einige Tüten Zuhause, die Kisten kaufe ich in Düsseldorf. Mir hat eine Curry-Variante gut geschmeckt, und eine andere mit Wasabi, obwohl ich den pur nicht esse.

    Kennst du Gohan desu yo? Das mag ich auch gerne 🙂

    • Liebe Nao,

      Düsseldorf hat wahrscheinlich noch um einiges bessere Auswahl als Berlin.
      Auf gohan desu yo muss ich demnächst mal achten.

  5. ich liebe menteiko mache aber eine westliche variante. menteiko spagehitti. das habe ich mal bei dem vloger-ehepaar rachel and jun gesehen. sie hat ja fürs millitär gearbeitet und wurde dann zurück versetzt. sie hatte um ihre entlassung gebeten um zu ihrem jun zurück nach japan zu gehen. und in einem video hat sie erzählt was sie in den staaten vermissen würde und da waren menteiko spagehetti dabei. ich hab mir so eine packung im asialaden gekauft und habe es probiert, ja was soll ich sagen, ich war verliebt. ich kaufe immer regel mässig im asia laden neue furikake ein weil wir hier im ort keinen asialaden haben. läuft das übers internet und dafür muß dann ein großeinkauf alle paar monate sein 😀

    • Liebe Carade,

      Mentaiko Spaghetti gibt es bei uns auch oft. Da haben wir einen Trick. Es gibt die Fischeier in gut sortierten Supermärkten auch in der Tube im Kühlregal. Nori,die Seetankblätter haben wir immer im Haus.

  6. Oh wie köstlich! Habe ich gestern noch unter meinen Reis für die Onigiri gemischt. Aber auch einfach so auf Reis immer gerne. Ich hatte früher immer die Tütchen nur mit Wakame Geschmack aber ich kaufe seit Jahren jedes mal das Falsche wenn ich nach Düsseldorf shoppen fahre (das mit Wakame und Sesam). Das ist schon beeindruckend 😀 Ich lese hier auch was von Curry- und Wasabi Varianten, interessant!! Welches schmeckt dir denn am besten? 🙂

    • Liebe Joanna,
      tatsächlich mag ich am liebsten Goma-Shio oder das mit Wakame und grünen Blättern (Bild in der Mitte).
      Also ich noch regelmäßig Bentos für meinen Mann gemacht habe, da waren das ganz praktische Helfer, um ein wenig Abwechlung in den Reisalltag zu bringen.

  7. Sara cordes

    Früher hatte ich die auch immer und da hab ich mich immer so gefreut, weil es verdammt lecker ist.
    Meistens mischen wir das immer unterm Reis.

    • Liebe Sara,
      Bin echt erstaunt, wie viele das kennen und schon probiert haben. Hätte ich nicht gedacht.

  8. Ich mache Gomashio gerne selbst – mit den „Basics“ an Küchengerät (Pfanne und Suribachi) ist es zwar ein wenig aufwändig, aber geschmacklich lohnt es sich.

    • Hallo Tenshin,
      Geschmacklich und selbst gemacht ist am Ende ohne Zusatzstoffe.
      Könnte sogar ein Weihnachtsgeschenk werden. Selbstgemachtes geht ja immer, oder?

    • Ja, ich verschenke es gelegentlich an Bekannte.

      Man sagt Gomashio ja in der „Alternativmedizin“ verschiedene gesundheitlich positive Wirkungen nach. Das klingt mal mehr und mal weniger glaubwürdig.

      Demnach sorgt das Öl aus dem Sesam dafür, dass Gomashio auch für Menschen die zB wegen Bluthochdrucks ihren Salzverzehr kontrollieren müssen, angeblich besser bekömmlich ist, als normales Speisesalz.

      Außerdem soll eine Handvoll ungesalzener Sesamkörner ein traditionelles Mittel im Gepäck der Ninja gewesen sein, das bei Durstgefühl kurzfristig geholfen haben soll. Daher soll Gomashio weniger durstig machen, als normales Salz.

      Dann gibt es die Behauptung, ein Esslöffel Gomashio pur sei ein gutes Stärkungsmittel bei allgemeiner Erschöpfung und Müdigkeit.

      Die Mischung von Salz und Ölsaat ist außerdem angeblich gut, um eine „Übersäuerung“ des Körpers zu vermeiden (wobei die Vorstellung wissenschaftlich gesehen Unfug ist).

      Zuletzt gibt es dann auch noch irgendeinen einen Bezug zum Zen-Buddhismus, aber da fragst du lieber jemand kundigeren.

    • Hallo Tenshin,
      danke für deinen ausführlichen Kommentar. Das hab ich alles noch nie gehört. Klingt interessant. Ob es stimmt oder nicht? Hauptsache ist doch, es schmeckt. Und es hat definitiv keinerlei Farbstoffe oder andere Zusätze.
      Liebe Grüße
      Daniela

  9. So ist das also! Dachte immer, das wäre einfach kleingeschnippeltes Gemüse wie Schnittlauch oder Petersilie.

    Auf jeden Fall macht es was her und die Onigiri sehen nicht immer weiß aus. Da werde ich auf jeden Fall im nächsten Urlaub danach schauen.

    • Hallo Mikeru,
      einfach Schnittlauch und Petersilie geht natürlich auch.
      Ein bisschen Salz sollte aber schon benutzt werden (oder mit Salz an den Händen formen)

  10. Der Freund für Reis gefällt mir 😉 Ich habe auch ein paar Gewürze für die Asiaküche zu Hause, aber von Originalen kann man da wohl nicht sprechen. Alles zusammengepanschter europäischer Müll, der wahrscheinlich überhaupt nichts mit Asien zu tun hat 😉

    • Liebe Atroksia,
      am Ende kommt es darauf an, dass es schmeckt und das man sich nicht zu einseitig davon ernährt, sondern für viel Abwechselung sorgt.

  11. Wir stehen auch auf Furikake! Allerdings machen wir das auch gerne selbst aus Katsuobushi, Aonori, Nori und Sesam. Mein Mann konsumiert Furikake nämlich sehr viel und gerne. 🙂
    Ab und zu greifen wir aber auch auf die Fertig-Packungen zurück wenn uns danach ist. Besonders die mit Ei-Geschmack hat es mir angetan. Mentaiko würde ich aber auch gerne mal probieren.

    • Hallo Sarah,
      wer wie ihr so viel davon konsumiert, der sollte das tatsächlich selber machen. Gesünder und günstiger. Empfehle die Packungen auch nicht für jeden Tag. Meinaiko kann man tatsächlich auch super aus der Tube kaufen. Damit Pasta machen ist total einfach. Schau mal im Fisch-kühlregal beim Supermarkt deines Vertrauens.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.