33 Tipps für die Regenzeit in Japan

Teru Teru Bozu | 33 Tipps für die Regenzeit in Japan Titelbild | Nippon Insider Japan Blog

„Bloß nicht im Juni oder Juli nach Japan! Da ist Regenzeit!“

Das höre ich immer wieder. Gut, wenn ich mir eine Reisezeit aussuchen dürfte, dann würde ich die heißen Sommermonate auch eher meiden. Aber was willst du machen, wenn du in Japan lebst? Da musst du dann durch. Und ganz ehrlich – so schlimm ist die Regenzeit gar nicht.

Ok, ok… ich korrigiere: Tokyo ist die Hölle!!! Die Menschen in den Metropolen haben es nicht leicht in dieser Zeit. In den ländlicheren Gebieten ist es zwar auch heiß und feucht, aber wesentlich erträglicher. Mit diesen 33 Tipps wirst du die japanische Regenzeit – genannt Tsuyu 梅雨 – überstehen.

Unverzichtbares

一   [1]   Ein Regenschirm

Unverzichtbar in dieser Zeit ist der Regenschirm, wenn du nicht innerhalb von Minuten bis auf die Haut nass werden willst. Es gibt zwar gute Regenbekleidung, aber bei Temperaturen über 30 Grad ist keine Regenjacke mehr atmungsaktiv – glaub meiner langjährigen Erfahrung als Outdoor-Fach-Verkäuferinnen hier einfach mal.

Am günstigsten ist der durchsichtige Plastikschirm. Schlicht und einfach, ohne Schnick-Schnack, erfüllt er seinen Zweck, geht allerdings auch schnell kaputt.

Oder du legst dir so einen kleinen leichten Minischirm zu. Da gibt es so unendlich viele Motive: von traditionell bis kawaii-kitschig ist alles dabei. Meinen Leichtschirm mit kleinen Häschen hab ich für den Notfall immer in der Tasche. Bei Sonnenschein halte ich es wie die Japanerinnen und nutze ihn als Sonnenschutz.

二   [2]   Ein Handtuch

Ein Handtuch ist immer praktisch, wie ich schon mal in einem Artikel zum Handtuch-Tag beschrieben habe. Wenn du nass geworden bist, kannst du damit wenigstens deine Haut und dein Gesicht abtrocknen. Aber vorsicht mit dem Makeup!

Auch brauche ich das Handtuch, um mir den Schweiß abzuwischen, der sofort aus allen Poren fließt, sobald ich mich nach draußen begebe. Salziger Schweiß brennt wie Hölle in den Augen.

三   [3]   Eine Strickjacke

Sobald du vom Regen in einen geschlossenen Raum kommt, wird es richtig kalt. Es wird nahezu überall mit Klimaanlagen gekühlt. Zunächst ist es angenehm, aber mit feuchter Kleidung auf der Haut, ist die Gefahr, sich zu erkälten, recht groß. Daher habe ich immer eine Strickjacke in der Tasche.

四   [4]   Schnelltrocknende Kleidung

Es spricht nochmal die Outdoor-Fachberaterin: Synthetische Kleidung wird gerne als schnelltrocknend verkauft. Tut sie auch, aber in der wirklichen Regenzeit-Welt klebt die unangenehm auf der Haut – zumindest auf meiner.

In Japan habe ich daher eigentlich immer das gleiche getragen: ein Shirt mit Seiden-Anteil oder ein ganz dünnes Baumwollshirt. Das ist in 10 Minuten wieder komplett trocken.

Die japanische Bekleidungskette UNIQLO hat sich voll auf die Regenzeit in Japan eingestellt. Hier findest du günstig Kleidung, die extra für die feucht-heiße Zeit entwickelt wurde – mit Materialnamen wie AIRism oder UV Cut.

五   [5]     Eine Flasche Wasser

Du hast keine Vorstellung, was dich erwartet?
Angenommen du lässt die Dusche bei geschlossenem Fenster etwa 3 Stunden ganz heiß laufen und betrittst dein kleines Bad, in dem die Heizung zusätzlich voll aufgedreht ist. So etwa fühlt sich 95% Luftfeuchtigkeit an. Und du wünscht dir vor allem eines: Sauerstoff!

Anders als bei uns in Deutschland bleibt es trotz Regen schwül-heiß. Augenblicklich fängst du an zu schwitzen. Und da ist es wichtig, dem Körper viel Flüssigkeit zurückzugeben.

六   [6]   Warmer Tee

Grünen Tee trinken als Tipp für die Regenzeit in Japan | Nippon Insider Japan Blog

©2014 by Nipponinsider | Grüner Tee

Gesünder und magenschonender als Eisgekühltes sind warmen Getränke. Wenn du mal eine Pause vom Regen brauchst, warum nicht in einem Café einen warmen grünen Tee bestellen. Der ist gesund und schmeckt so schön nach Japan.

Sowohl heiße Getränke, als auch eisgekühlte Getränke sollten vermieden werden, denn für die Temperaturregulierung braucht der Körper Energie und fängt damit wieder an zu schwitzen. Leichtes Schwitzen ist Übrigens sehr sinnvoll, denn das sorgt für eine Kühlung der Haut.

七   [7]   Duschen

Den ganzen Schweiß schnell abduschen, das ist so angenehm. Nicht gerade ökologisch, 3-10 mal am Tag zu duschen, aber ich bin wirklich nur eine Minute unter dem Wasserstrahl, ohne Duschgel oder Seife zu verwenden. Danach fühl ich mich einfach wieder munter und frisch.

八   [8]   Eine Klimaanlage / AC

Japan ohne Air Kon – Aircondition – unvorstellbar, wenn auch nicht die umweltbewussteste Art, sich Kühlung zu verschaffen. Stelle die Klimaanlage nicht zu kalt ein. Wenn es draußen 35 Grad heiß ist, lieber 28 Grad in der Wohnung und ein bisschen schwitzen, dann kommt es einem draußen nicht mehr ganz so heiß vor. Mit dem krassen Unterschied kommt der Körper nämlich nicht gut klar.

Bei der Klimaanlage wird die warme Luft im Raum nach draußen befördert. Das hat zur Folge, dass es dort in den schmalen Gassen richtig bullig warm wird. In einer Metropole wie Tokyo, wo Millionen Wohnungen ihre heiße Luft auf die Straße blasen, ist es daher auch kein Wunder, dass es unerträglich dort wird. Deshalb eine gute Alternative:

九   [9]   Ein Ventilator

In unserer Wohnung gab es tatsächlich keine Klimaanlage und keine Hightech-Toilette – wir hatten eine ganz traditionelle Hocktoilette! Wenn ich Japanern davon erzählte, konnten sie kaum glauben, dass ich den Sommer ohne Klimaanlage in Hockstellung überleben konnte.

Ich wies dann immer auf meine unglaublich ausgeprägte Oberschenkelmuskulatur und den Ventilator in unserem Wohnzimmer hin. Ein Ventilator wirbelt ja eigentlich nur die warme Luft im Raum durcheinander. Wenn man eine Schüssel mit Eiswürfeln davor stellt, bringt es ein wenig Kühle in den Wind.

十   [10]   Ein Fächer

Uchiwa japanischer Blattfächer als Tipp für die Regenzeit in Japan | Nippon Insider Japan Blog

©2016 by Nipponinsider | Blattfächer Uchiwa vom Festival zum Support für Tohoku

Der Fächer hat eine lange Tradition und erfüllt im Wesentlichen drei Funktionen:

  1. Luft zufächeln
  2. Insekten vertreiben
  3. Werbung machen

Es gibt in Japan zwei Arten von Fächern:

  • Der Faltfächer • 扇子 • Sensu oder Oogi • 扇:
    klein und leicht, einfach in der Tasche verstaubar. Dazu gibt es unzählige Motive. Ein tolles Erinnerungsstück und eines der beliebtesten Mitbringsel aus Japan.
  • Der Blattfächer • 団扇  • Uchiwa:
    der Blattfächer wird oft gratis auf der Straße verteilt. Denn der flache Pappfächer mit Plastikgriff ist in Japan Werbeträger Nummer eins!
    Neben Werbebotschaften und klassischen Motiven, habe ich ein paar echt interessante und nützliche Aufdrucke entdeckt: Metroplan von Tokyo, Namen der verschiedenen Fischsorten für Sushi (Hinweis auf ein Sushirestaurant) oder die Basics der japanischen Sprache (Werbung für eine Sprachschule).

十一   [11]   Die Vokabel

Atsui dess nääääää!!! – Heiß, nicht wahr?! / Boah Mann ey, ist das heiß heute!…
Mehr brauchst du in den Sommermonate eigentlich nicht an Vokabular! Du kannst damit jeden Japaner ansprechen, der sich Luft zufächelt, mit hochrotem Kopf in der Sonne steht oder in irgendeiner Form fertig aussieht.

Zurück kommt ein So dess näääää. Atsui dess näääää!!!  – Ich stimme dir zu. Wirklich heiß heute, nicht wahr?! / Ja, aber echt jetzt. Heute geht gar nicht!!!…

Bei diesem Gespräch ist es zwingend erforderlich ein möglichst erschöpftes Gesicht zu machen, welches kein sonderlich hohes Schauspieltalent benötigt, einfach ganz natürlich sein.

十二   [12]   Flip-Flops

Schwarze Flip-Flops am Strand als Tipp für die Regenzeit in Japan | Nippon Insider Japan Blog

©2014 by Nipponinsider | Meine japanischen Flip-Flops am Strand

Regenzeit bedeutet viel Wasser auf der Straße. Gummilatschen haben sich da einfach als das optimalste Schuhwerk erwiesen.

Die vielen Japanerinnen im Kostüm oder die Männer in ihren Anzügen und den geschlossenen Schuhen haben gerade in der heiß-schwülen Zeit des Jahres mein vollstes Mitgefühl. Dieses Outfit gehört in Japan zum Arbeitsalltag. 2005 hat man die Arbeitskleidungs-Regel allerdings etwas gelockert: Um weniger Energie für Klimaanlagen in Büros zu verbrauchen, dürfen die Männer seitdem ohne Krawatte und Jacket und sogar mit Kurzarmhemd zur Arbeit. 

十三   [13]   Deo oder Antitranspirant

Es gilt, Schweißgeruch zu überdecken oder zu vermeiden.

Mir war es immer schrecklich unangenehm, wenn ich meine Arme gehoben, und sich zwei riesen Schweißflecken auf dem Shirt abgezeichnet haben. Bei Japanerinnen sieht man das nie. Viele nutzen Achselpads – die „Slipeinlage für das T-Shirt“ hat sich in Deutschland irgendwie noch nicht durchgesetzt.

十四  [14]   Luftentfeuchter

Mushi-atsui sagt der Japaner, wenn er von der Schwüle oder der (wörtl.) dampfend-heißen Luft spricht. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit kann unglaublich schnell Schimmel entstehen. Die Luftentfeuchter sind in dieser Zeit unverzichtbar in den Schränken, sonst bildet sich einfach Schimmel in deiner Kleidung, in den Schuhen, in der Bettwäsche oder in Lebensmitteln.

十五  [15]   Fenster auf

Wann immer es möglich ist und die Temperaturen draußen runter geht, Fenster auf und Durchzug. In Tokyo ist das im Sommer so gut wie nie der Fall, denn da ist es auch Nachts noch stickig warm.

十六  [16]   Teru Teru Bozu てるてる坊主

Teru Bozu hängt in der Sonne | Nippon Insider Japan Blog

©2016 by Nipponinsider | Der Bozu verdient seinen Sake, bei dem Sonnenschein!!!

Und wenn du dir einfach nur mal wieder Sonne wünschst, dann bastele dir ein kleines Püppchen und hänge es ins Fenster. So machen es die Kinder in Japan. Die weiße Puppe stellt einen Mönch dar und soll schönes sonniges Wetter  für den kommenden Tag bringen. Scheint am nächsten Tag tatsächlich die Sonne, sollte man das Püppchen mit Reiswein beschütten, als Dankeschön. Wenn es weiterhin regnet, dann gibt es laut Kinderlied nur eine böse Konsequenz für die Puppe: Kopf ab!

Mit dem Kopf nach unten aufgehangen, bittet man übrigens um Regen. Also, Vorsicht!

Reisen in der Regenzeit

十七   [17]   Reise mit dem Auto

Japanische Autos haben immer eine Klimaanlage. [8] und [9] wiederholen sich hier, wobei der Ventilator dem Fahren bei offenen Fenstern gleichkommt. Achte nur darauf, nicht stundenlang im Zugwind zu sitzen. Sonst bekommst du einen steifen Nacken. Alles schon gehabt.

十八   [18]   Besuche eine heiße Quelle

Zu jedem Japanbesuch gehört auch ein Besuch in einem Onsen, einer heißen Quelle.

Wenn es draußen heiß ist und du eh schon schwitzt und von oben der Regen unaufhörlich auf dich herabprasselt, warum dann nicht einfach in gesundem Wasser sitzen und schwitzen? Die meisten Onsen besitzen einen Außenbecken, die natürlichen heißen Quellen sowieso. Da sitzt man dann, mit herrlichem Blick auf die wundervolle Natur und spürt den Regen gar nicht mehr.

十九   [19]   Fahrrad fahren

Je schneller du fährst, desto luftiger wird es. Meine Theorie! Du darfst nur nicht stehenbleiben, denn dann wird dir richtig heiß.

In Japan bin ich mit Schirm gefahren. Der durchsichtigen Billigschirm ist da sehr praktisch, weil man da schön durchgucken kann. Noch genialer finde ich aber die Erfindung eines Schirmhalters für den Lenker. Ach, ich steh ja auf diese kleinen praktischen Erfindungen, die das Leben so viel einfacher machen können.

二十   [20]   Betroffene Regionen meiden

Regenzeit bedeutet eine große Menge an Regen, nicht unbedingt 24 Stunden am Stück und auch nicht unbedingt 4 Wochen lang täglich. Das ist von Jahr zu Jahr und von Region zu Region unterschiedlich. Generell fällt südlich von Tokyo wesentlich mehr Regen. Dort ist es außerdem immer ein paar Grad wärmer als im Norden.

Durch schwere Regenfälle kommt es jedes Jahr zu gefährlichen Erdrutschen und Überschwemmungen. Japan ist groß und jede Region hat ihren Reiz. Es muss nicht immer Kyoto oder Hiroshima sein. Schau einfach auf die Wettervorhersage und reise in die Gebiete, die gerade Regenzeit-frei sind.

二十一   [21]   Traditionelles Ryokan

Japanischer Garten mit Terasse, Schaukelstuhl und Shogispiel | Nippon Insider Japan Blog

©2014 by Nipponinsider | Blick in den japanischen Garten von der Terasse eines alten japanischen Hauses

Früher baute man anders. Da gab es kein Platzproblem und man konnte die Bauweise der Häuser an die klimatischen Bedingungen anpassen. Dazu einen angelegten Garten mit Wasserspielen und einem Teich, der für eine angenehme Kühle im Haus sorgt. Heute sind viele dieser traditionellen Häuser umgebaut zu Hotels oder familiengeführte Pensionen, die sogenannten Ryokans. Eine Nacht dort ist vielleicht nicht ganz billig, aber eine der angenehmsten Wege, der Regenzeit zu entfliehen.

二十二   [22]   Ans Meer

Auf zum Meer, davon hat Japan als Inselstaat ja reichlich. An Japans Küsten weht ein frischer Wind. Heiß ist es trotzdem, aber mit der Meeresbriese etwas erträglicher. Der Schirm [1] sollte hier allerdings etwas mehr abkönnen.

二十三   [23]   Waldspaziergang

Ich mag die japanischen Wälder sehr. Hier ist es so erfrischend kühl und die Luft ist einfach herrlich klar. Gerade in der Regenzeit wirkt der Wald noch grüner und lebendiger, als er es ohnehin schon ist. Mit dem Regenschirm durch den Wald zu laufen, fühlt sich toll an. Das prasselt so schön. Nur Fotos machen ist immer etwas umständlich, mit nur einer Hand.

二十四   [24]   In die Berge

Obwohl Outdoor-Fachberaterin in meinen Lebenslauf steht – Ich wandere mit Regenschirm und festem Schuhwerk – ohne Regenbekleidung. Habe dann zwar nur eine Hand frei, aber schließlich laufe ich mit den Füßen und nicht auf Händen. Allerdings mag ich einfaches Wandern, also nicht zu lang und auf angelegten Wegen.

Je höher es geht, desto kühler wird es und daher optimal, um der Hitze des Sommers zu entfliehen. Wichtig ist aber, sich vorher zu erkundigen, ob starker Regen erwartet wird, denn dann kann es wirklich gefährlich werden. Auf Wettervorhersagen in Japan ist eigentlich immer Verlass. Keine Ahnung, was die Meteorologen anders machen, als bei uns in Deutschland.

二十五   [25]   Aquariumbesuch

Quallen in einem Aquarium | Nippon Insider Japan Blog

©2014 by Nipponinsider | Aquariumbesuch am Quallenbecken

Man kann Fisch essen gehen oder sich Fische anschauen. Während des Dauerregens bieten sich jegliche Indooraktivitäten an: ob Museum oder eine gute Ausstellung oder ein Besuch in einem der vielen Aquarien Japans. Dort ist es angenehm kühl und ein verregneter Junitag kann ein toller Ausflugstag zu den Meerestieren werden.

二十六   [26]   Shoppingcenter

Alle Einkaufzentren in Japan sind klimatisiert. Du kannst einen verregneten Tag dort unglaublich erfüllend verbringen, ohne nass zu werden oder ins Schwitzen zu geraten.

二十七   [27]   Einkaufsstraßen

Japanische Einkaufsstraßen sind oft überdacht. Es bleibt heiß, aber wenigstens läuft man im Trockenen. Wenn du nicht weißt, was du kaufen sollst, wie wäre es mit einem Schirm [1], einem süßen Handtuch [2] oder einem Sensu [10]?

二十八  [28]   Auf nach Hokkaido

Nach 27 Tipps denkst du dir: Regenzeit in Japan ist wirklich nichts für mich!

Dann wird dir der Tipp 28 gefallen: Hokkaido hat keine Regenzeit!!!

Hier sind die Sommer angenehm warm, aber nicht so schwül und heiß. Klar, es kann auch mal regnen, aber nicht in den Massen wie in anderen Teilen des Landes.

Die Regenzeit nutzen

二十九   [29]   Leckeres Essen

Unagi / Aal - Essen in der Regenzeit - Nippon Insider Japan Blog

©2014 by Nipponinsider | Unagi auf Reis mit Tsukemono / eingelegtem Gemüse

Es ist heiß und feucht draußen, aber im Restaurant ist es schön kühl und trocken. Besonders gut in die Sommerzeit passen die kalten japanischen Nudelgerichte:

Die Nudeln werden in eine spezielle Suppe getaucht und dann weggeschlürft. Dazu bestellt man gerne Tempura – fritiertes Gemüse, Garnelen oder Fisch.

Ein weiteres Sommer-Gericht, das die Regenzeit gleich viel angenehmer macht:

  • Unagi – gegrillter Aal mit Soße auf Reis (siehe Foto)

Und ein klassischer sommerlicher Nachtisch:

  • Kakigori – Einfach nur geraspeltes Eis / gefrorenes Wasser mit Sirup (Geschmacksrichtungen unendlich vielfältig)

三十      [30]   Pflaumenzeit  genießen

Die Regenzeit wird in Japan Tsuyu 梅雨 genannt. Übersetzt bedeutet das Pflaumen-Regen. Mit dem Beginn der Regenzeit fängt auch die Pflaumensaison an. Leicht säuerlich-süß erinnert die japanische Plaume • Ume •  梅 eher an eine kleine runde Aprikose.

Meine liebsten Ume-Gerichte:

  • Kakigori [29] mit Pflaumensirup
  • Ume-Shu 梅酒 – japanischer Likör
  • Onigiri mit Umeboshi – Reisbällchen mit sauer-salziger Pflaume

三十一   [31]   Zeit nutzen

Es regnet seit Stunden und jede kleinste Bewegung bedeutet Schwitzen. Das ist doch eine gute Gelegenheit, in der kühlen Wohnung zu bleiben und zu lesen, japanisch zu lernen (das geht auch gut in kühlen Bibliotheken oder bei Mister Donuts) oder eine neue Staffel deiner Lieblingsserie zu gucken.

三十二   [32]   Reisfelder brauchen die Regenzeit

Man kann über die Schwüle und unerträgliche Hitze in Japan noch so stöhnen. Wenn man sich bewusst macht, wie wichtig der Regen für Japan ist, dann erträgt man die Regenzeit sehr viel einfacher.

Für den Reisanbau ist die Regenzeit wichtige Vorraussetzung. Und Reis ist das Hauptnahrungsmittel des Landes. In Jahren mit wenig Regen schießen die Reispreise in Japan in die Höhe. Da erträgt man doch lieber ein paar feucht-heiße Wochen.

三十三   [33]   Die 5. Jahreszeit genießen

Neben Frühling, Sommer, Herbst und Winter gibt es in Japan die Regenzeit als 5. Jahreszeit. Wenn man die geschafft hat, beginnt der Sommer.

Sommer bedeutet in Japan:
Es ist einfach nur noch unerträglich heiß und mit der Hitze fegen Taifune über das Land. Die Taifune bringen dann neben Wind auch noch Regen, allerdings wird es etwas kühler. Vergiss alle Tipps hier mit Schirm [1]. Denn bei einem starken Taifun kannst du keinen Schirm mehr halten. In dem Moment wünscht du dir dann plötzlich auch die Regenzeit wieder zurück. So schlecht war sie am Ende doch nicht.

Mehr Infos zum Taifun in Japan und Reisen während eines Taifuns findest du im 10. Teil meiner Okinawa-Reise mit dem Fahrrad: Flucht vor dem Taifun | Taifun in Japan.

Das waren meine 33 Tipps – nicht die ultimativen Geheimnisse – aber trotzdem eine ganz hilfreiche Liste, um dir die Angst vor der 5. Jahreszeit zu nehmen. Damit solltest du die Regenzeit eigentlich ganz gut überstehen.
Hast du noch weitere Tipps oder Tricks, dann hinterlasse mir einfach einen Kommentar? Und wenn du jemanden kennst, für den dieser Artikel interessant sein könnte, dann teile ihn doch einfach über diese Button:

24 Kommentare

  1. Tolle Liste, den meisten Punkten kann ich nur zustimmen.

    Zu 1. möchte ich ergänzen: Nie den Schirm für 2 Minuten vor einem Combini liegen lassen – der ist weg! Schirm-Klau ist wohl ein Kavaliersdelikt in Japan!

    • Oh, sowas kommt vor, hab ich mir sagen lassen.

      Aber ich kenne auch die Stories in dem die Schirme gern verwechselt, oder einfach irgendwo vergessen werden.

  2. Ich liebe Japan aber ich persönlich würde eine Reise im Sommer komplett meiden.
    Ich war im Juli/August dort und es war teilweise heisser als in Indonesien/Karibik. Das Angenehmste waren die Besuche in den Wald-Tempeln. Haha und diese Fächer von der Reise haben wir immer noch zuhause.

    • Wir waren in den letzten Jahren immer im September in Japan. Da hat es auch noch kuschelige 30 Grad gehabt. Im Norden wurde es dann aber schon erträglicher.

      Indonesische Regenzeit fand ich damals super. Täglich um Punkt 16 Uhr und dann für 2 Stunden. So mag ich das. Aber das war früher…

  3. Sehr guter Artikel. 😀 Die Tipps kenne ich nur zu gut… Ohne diese „Hilfsmittel“ überlebt man den Sommer in Japan sonst nicht.

    Und wichtig: Deos sollte man unbedingt aus Deutschland mitbringen, die in Japan taugen nicht wirklich etwas oder riechen ganz komisch….

    Viele Grüße aus Tokio,
    Tessa

    • Danke. Viel Erfolg beim Überleben 😉 Du hast mein vollstes Mitgefühl, wirklich.

      Die Deosuche hat sich als eine echte Herausforderung herausgestellt. Ähnlich wie die Shampoo Suche. Aber Empfehlungen von Japanerinnen haben mir sehr geholfen.

  4. Sehr „coole“ Tipps 😉 Wir waren letztes Jahr im August per Campervan in Japan unterwegs und haben wirklich sehr geschwitzt. Geregnet hat es allerdings kaum einmal.
    Wir würden trotzdem jederzeit wiederkommen, auch im Sommer! Mit schulpflichtigen Kindern gibt es ja ansonsten nicht so viele Gelegenheiten 🙁

    LG
    Jenny

    • Mit dem Campervan durch Japan hört sich so spannend an. Das will ich auch mal machen… Irgendwann 🙂

  5. Liebe Daniela,
    wenn ich an Japan zurück denke, dann auch an mein kleines Klapprad, das mir freundliche Menschen aus Japan geleihen haben. Ich wurde nicht nur einmal nass und habe ein paar Wechselklamotten und natürlich einen Regenschirm dabei gehabt…..zum Glück hatte ich Radkleidung an!

    Wirklich, tolle Zusammenfassung!

    Liebe Grüße,
    Alex.

    • Liebe Alex,
      och ist das süß, dass man dir ein Klapprad geliehen hat. Hoffe, du hattest, trotz Regen, eine tolle Zeit.
      LG, Daniela

  6. Hallo Daniela,

    Ein schöner Beitrag ist das hier! Ich war zwar (noch) nicht in Japan, bin aber seh interessiert… auch wenn die Regenzeit nicht unbedingt meine Lieblings-Reisezeit wäre! 😉

    Lg

    • Der Frühling und der Herbst an Oktober sind definitiv die besseren Reisezeiten. Wenn du Skifahren willst auch der Winter.

  7. Lieben Dank für die tollen Tipps! Die werde ich auf jeden Fall beherzigen, falls ich mal in der Regenzeit in Japan sein sollte. Wobei ich wahrscheinlich auch eher eine andere Reisezeit wählen würde 🙂

    Liebe Grüße
    Barbara

  8. Ich tendiere dazu, sollte es mich je nach Japan verschlagen, ebenfalls zu einer andern Jahreszeit zu verreisen – hat auch den Vorteil, dem Ekelwinter hier zu entfliehen, wenn ich jetzt nicht ganz daneben lieg. 😉
    Ich glaub, da muss man immer noch – besonders als Tätowierte – genug Regeln beachten; so spar ich mir schon 33 andere Dinge, an die ich noch denken müsste hihi 😀

    • Das mit den Tätowierungen wird jetzt etwas besser. Es gibt auch ein paar natürliche Onsen, wo man allein ist und sich nicht um deine Tattoos kümmert. Winter ist meistens Sonnig, aber je nördlicher desto kälter und mehr Schnee. Aber viel besser als in Deutschland.

  9. Stefan Kellner

    Klasse geschrieben 🙂

    Eigentlich habe ich die ganze Zeit nur genickt, beim letzten Punkt brach dann auch mein Lachen aus haha.

    Gibts sowas für den Winter dann auch ;)?

    • Danke. Das ist eine gute Idee. Überlebenstipps für den Winter. Wobei… Wer auf Schnee und Kälte steht, für den wäre Hokkaido mit Sicherheit wieder genau das richtige. Irgendwie erscheint mir, der beste Platz in Japan ist Hokkaido XD

  10. Serwus,
    Dieser Thread kommt mir auch sehr gelegen, da ich auch gerade auf der Suche nach einer Kühlmöglichkeit bin. Eine Klimaanlage kommt auf keinen Fall in Frage, da es erstens zu teuer ist, zweitens habe ich dagegen eine Abneigung. Einen Tischventilator hatte ich auch bereits im Keller herumstehen, den ich mal im Sommer ab und zu in Betrieb nehme, allerdings kühlt dieser nicht so stark, wodurch die Zimmertemperatur, um ein Tick sogar wärmer wird. Aber ein Turmventilator ist schon eine wesentlich bessere Alternative, hatte kurz einen in Verwendung und kann ihn auch weiterempfehlen.
    Gruß

    • Vielen Dank für dein Feedback und für den Tipp mit dem Turmventilator.
      Liebe Grüße aus dem sommerlichen, aber nicht zu heissen Berlin

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