Japan in Wolfenbüttel | Japan in Deutschland erleben

Warum um Himmels willen WOLFENBÜTTEL?

„Warum nicht Düsseldorf, München oder Stuttgart?

Auch mit Bonn und seiner schönen Kirschblütenallee hätte ich mich in diesen frühlingshaften Tagen zufrieden gegeben.

Hofheim am Taunus wäre richtig klasse, da gibt es doch tatsächlich ein japanisches Tori.“

Als der Veranstaltungsort des 3. Reiseblogger Barcamps (13. bis 15. April 2018) verkündet wurde, stand ich vor einem Problem: Wolfenbüttel.

Ich will da hin, aber…

…wie um Himmels willen soll ich da Japan unterbringen?

Mit Mühe!

So viel ist klar.

Ich nehme dich heute mit auf meine Suche nach Japan in der Lessingstadt Wolfenbüttel.

Warum Reiseblogger Treffen?

Gleich mal eine Sache vorab:

Betone ich doch immer, KEIN Reiseblog zu sein, was habe ich da auf einem Reiseblogger Barcamp verloren?

In letzter Zeit ist Nipponinsider ein bisschen mehr Reiseblog geworden (auch Buchblog, aber psssssssst, das hänge ich nicht so an die große Glocke).

Nur geht’s hier weniger um Reisen in Japan, von Okinawa und Tohoku einmal abgesehen.

Mit „Japan in Deutschland erleben“ bin ich dann doch ganz heimlich von der Destinations- & Nischenbloggerin zur nischigen Reisebloggerin geworden.

Auf dem Reiseblogger Camp bin ich in guter Gesellschaft:

Kubanews, ein Niederlandeblog, ein Großbritannienblog (A decent cup of Tea), ein Londonblog (Totally-London), ein Kroatien-Blog (Kroatien-Liebe) und ein New-York-Blog (Follow me to New York).

Wir Destinations-Blogger sitzen da im selben Boot, auf der Suche nach unseren Themen in der knapp 53.000-Einwohner-Stadt, voller Fachwerk, Büchern und natürlich Lessing!

„Warum ich so gerne auf Barcamps gehe?“ fragst du dich und was ein Barcamp überhaupt ist?

Ich mag diese „Unkonferenzen“, wie Barcamps auch bezeichnet werden.

Lerne ich hier doch immer tolle Menschen kennen und treffe alte Bekannte wieder.

Tagsüber in selbst-organisierten Vorträgen, Diskussions- oder Inspirations-Runden Neues lernen, mich mit anderen austauschen, anderen helfen und mein Wissen teilen, viele neue Ideen bekommen und lecker essen.

Abends bei einem (zwei, drei, …) viel Bier zusammensitzen.

Und ganz nebenbei noch eine Stadt kennenlernen.

Eine Stadt, die die wenigsten Teilnehmer bisher auf dem Schirm hatten:

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Wolfenbüttel. Wo liegt das überhaupt?

Zwischen Harz und Heide in Niedersachsen an der Oker.

12 km bis Braunschweig, knapp 60 km bis Hannover und Salzgitter ist auch nicht weit, wobei Salzgitter auch so eine Stadt ist… Na, aber immerhin, gibt es dort einen japanischen Garten!!!

Herausforderung angenommen

Wolfenbüttel soll es nun also sein.

Da hilft jetzt kein Meckern, Beschweren und Verzweifeln.

Jetzt heißt es suchen, fragen, hingucken, um die Ecke denken oder einfach mal kurz die Suchmaschine fragen: Japan in Wolfenbüttel?

„Viel ist das jetzt aber nicht! Das wird wohl keinen Japanfan vom Hocker reißen.“

Obwohl?!

Vielleicht ist ja doch etwas für dich dabei.

Halt dich fest, ich stelle vor:

🔎 Der Japana-Tag in Wolfenbüttel

Keine Convention, Anime-Messe oder Cosplayshow verbirgt sich hinter dem Japana-Tag immer um den 11. März herum.

Ein jährlicher Gottesdienst in der schönen St. Thomaskirche erinnert an die Atomkraftwerk-Katastrophe in Fukushima-Daiichi und deren Folgen für die Menschen. Dabei erzählen Deutsche und Japaner von ihren Erinnerungen an den Tag.

Hätte ich das doch bloß früher gewusst. Hört sich doch ganz nach meinem Thema an.

Die evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig organisiert den „Arbeitskreis Japan“. Die St. Thomas-Kirche ist dabei oft Veranstaltungsort. Besonders das Thema „Anti-AKW-Bewegung – vor und nach Fukushima“ steht hier im Fokus.

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🔎 Japanische Musik

Alle paar Jahre kommt mal eine japanische Taikogruppe in die Stadt, um ein Trommel-Konzert im Lessingtheater Wolfenbüttel zu geben.

Wann es wieder so weit ist, erfährst du auf der Webseite der Stadt oder folge doch einfach Wolfenbüttel auf Facebook!

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🔎 Karaoke in Wolfenbüttel

Der Irish-Pub Slim’s Irish Corner veranstaltet jeden Mittwoch Karaoke.

📍 Adresse auf Google Maps anzeigen!

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🔎 Japanfans in Wolfenbüttel

Hier geht’s natürlich um Sport.

Aber nicht irgendeinen Sport.

In Wolfenbüttel ist Roboter-Fußball angesagt.

Die Mitglieder der Robotik AG „WF Wolves“ haben 2017 an der Roboterweltmeisterschaft in Nagoya teilgenommen und den 4. Platz belegt. Herzlichen Glückwunsch dazu!

Die bieten doch tatsächlich immer mal wieder Führungen und Vorführungen an.

Na, ist das nix für alle technikbegeisterten Japanfans?

Fußballroboter sind ja auch gerade in Japan ganz groß im Kommen. Die Wolfenbütteler sind also schon mal auf diesen japanischen Trendzug aufgesprungen.

Die Wolfenbütteler Nachrichten widmen sich vielleicht deshalb gerne solchen Themen wie Japanischer Tempel ist letzte Ruhestätte für Roboterhunde.

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🔎 Japanischer Sport

Ein paar Karate-Kids sind mir doch glatt am Schloss über den Weg gelaufen.

Also muss es hier ein Dojo geben.

Tatsächlich gibt es gleich zwei Karate-Vereine:

Vielleicht kann man da mal beim Training oder bei einem Wettkampf zusehen, um in Japanstimmung zu kommen.

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🔎 Japanische Restaurants

Dachte ich doch bisher immer, dass es in jeder deutschen Stadt ein japanisches Restaurant gibt, erlebe ich hier zum ersten Mal die traurige Realität.

Im benachbarten Braunschweig gibt es ein paar Restaurants, die so tun, als seien sie Japanisch, wenn auch nicht so authentisch, wie ich es gerne habe.

In diesem Punkt ist Wolfenbüttel ehrlich und tut nicht so „als ob“.

Im Wok-in gibt es neben chinesischer Küche und mongolischem Barbecue immerhin auch Sushi.

Und wenn schon nicht Japan, dann doch Asien. Das ist hier sowas von angekommen in Deutschland:

Asien meets Fachwerk in Wolfenbüttel

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Dein Japantag in Wolfenbüttel

Muss jetzt selbst etwas schmunzeln, während ich mir den perfekten Japantag in Wolfenbüttel vorstelle:

Morgens in die Kirche, dann zum Sushi-Essen ins Chinarestaurant, anschließend den Robotern beim Kicken zusehen.

Abends heißt es Daumen drücken, dass die Taikogruppe am Start ist und sich zeitlich nicht mit dem Karaoke-Abend überschneidet – wobei, die Nächte im Irish-Pup können lang sein, da kann man ruhig etwas später noch zum Mikro greifen.

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Japanfeeling in Wolfenbüttel

„Wenn ich gar nichts Japanisches finde, dann poste ich halt ein Foto von einem Kirschbaum. Ist ja gerade Sakurazeit!

Einen Kirschbaum gibt es doch in jeder deutschen Stadt, oder? (In der Innenstadt von Wolfenbüttel habe ich am Ende zwei entdeckt.)

Für den Notfall hab ich auch noch meinen japanischen Regenschirm dabei.

Damit bekomme ich ein wenig Japanfeeling in jede Stadt gezaubert.

Also gibt es jetzt doch noch ein paar Fotos.

Hier ein bisschen Japan-Feeling in Wolfenbüttel:

14. April 2018 | Weiße Kirschblüten in Wolfenbüttel vor schönem Fachwerk

Das Schloss in Wolfenbüttel mit einem Hauch Japan

14. April 2018 | Weiße Sakurablüten in Wolfenbüttel

„Auf nach Wolfenbüttel – Japan erleben!“ wird wohl so schnell kein Slogan werden.

Aber ganz ehrlich:

Das hat Wolfenbüttel auch gar nicht nötig.

Die Stadt kommt so bezaubernd und typisch deutsch daher, ist genau richtig, wie sie ist und eines kann sie auf jeden Fall:

Japaner verzaubern. Die werden Wolfenbüttel lieben.

Davon erzähle ich dann ein anderes Mal.

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Mehr zu Wolfenbüttel

Weitere Artikel von anderen Teilnehmern des Reiseblogger Camps mit vielen Fotos findest du hier (UPDATE 29.6.2018):

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Ein dickes „Domo Domo“ an den Veranstalter des Reiseblogger Barcamps (Romy) und an die Lessingstadt Wolfenbüttel (Björn und Steffi).

Die haben sich so toll um uns gekümmert, Stadttouren organisiert, Fragen beantwortet, die super Location im historischen Rathaus für uns bereitgestellt (da wo normal der Bürgermeister sitzt), uns mit leckerem Essen versorgt und für die Unterbringung in den Hotels der Stadt gesorgt.

Wolfenbüttel – ich komme auf jeden Fall wieder.

Beim nächsten Mal dann aber mit Japanern im Schlepptau!


Teile den Artikel gerne, wenn ich dich von Japan in Wolfenbüttel überzeugen konnte:

13 Kommentare

  1. Ich habe ein bisschen Angst, was aus dem schönen, beschaulichen Wolfenbüttel wird, weh hier die Japaner einmarschieren 😂😂
    Schöner Beitrag und vor allem: cooler Regenschirm! Wie gut, dass du den kaum gebraucht hast.
    Bis bald mal wieder.
    Viel-Bier-Audrey 😉

    • Liebe Audrey,

      😂😂 so schlimm wird es schon nicht werden. Nach einer Jägermeister Besichtigung werden die meisten ohnehin im ihrem Hotelzimmer liegen.

      Liebe Grüße Daniela

  2. Liebe Daniela!
    Ein schöner Artikel, hat mich sehr berührt, wie viel Japan Du in WF (nicht) entdeckt hast – und vor allem, was Du daraus gemacht hast!
    Die Partnerschaft der evangelischen Kirche besteht übrigens schon seit Jahrzehnten, ich war mit den Leuten bereits 1989 während meines Auslandsjahres in der Kältehilfe für Obdachlose unterwegs. Da habe ich viel über eine andere Seite Japans gelernt, die überall gerne ausgeblendet wird.
    Liebe Grüße in den Friedrichshain!
    Rainer

    • Lieber Rainer,
      über deinen Kommentar freue ich mich ganz besonders. Wir solltwb auf jeden Fall mal gemeinsam ne Tour für Japaner dort organisieren. Oder so ein Mix Japaner +Deutsche…

      Liebe Grüße Daniela

  3. Kobayashi

    Oh, da hast du aber Engelbert Kaempfer, den Urvater der Japanologie, ganz vergessen, über den viel an der Herzog August Bibliothek geforscht und von ihm ediert wird. 😉 Wenn du mit hoffentlich vielen Japanern im Schlepptau wiederkommst, bring sie mir auf eine Schale Matcha vorbei, ich arbeite in dem Haus ganz links im obersten Bild, mit Blick auf den Kirschbaum. 😀

    • Engelbert Kaempfer, muss ich gleich mal recherchieren. Vielen Dank für den wertvollen Hinweis!

      Das ist ja was!!! In dem Haus arbeitest du? WOW. Das nenne ich mal einen schönen Zufall.
      Auf die Schale Matcha komme ich dann gerne beim nächsten Besuch drauf zurück.

  4. Hallo Daniela,

    das war in der Tat eine Herausforderung, Japan in Wolfenbüttel zu finden! Aber dir ist es mal wieder super gelungen, eine schöne Geschichte zu erzählen. Ich mag deinen Schreibstil!

    Grüße von einer weiteren Nischenbloggerin,

    Annika von Kroatien-Liebe

    • Liebe Annika,

      danke für die Blumen.
      Da hab ich doch glatt deinen Kroatien-Liebe Blog vergessen. Gleich mal nachgetragen. Mit Kroatien hast du es in Wolfenbüttel aber auch nicht viel leichter. Gut dass du noch die Reise-Liebe hast 😉

      Liebe Grüße
      Daniela

  5. Hallo Daniela,
    ich gebe zu, ich bin völlig überrascht, was mir in Wolfenbüttel so entgangen ist. Toll, was du alles ausfindig gemacht hast!
    Ganz lieben Dank auch fürs Verlinken 🙂 Aber „Profi-Reiseblogger“… Ich weiß ja nicht… 😉
    Liebe Grüße
    Thomas

  6. Pingback: 8 gute Gründe, nicht nach Wolfenbüttel zu fahren

  7. Liebe Daniela,

    schön dass wir „Nischenblogger“ so gut zusammen halten :-). Auch als Niederlande-Fan hab ich den blühenden Kirschbaum in Wolfenbüttel festgehalten. Werde in 3 Wochen genauer auf den Spuren der Niederländer wandeln…

    LG Katharina

  8. Pingback: Lessingstadt Wolfenbüttel - mehr als nur Jägermeister

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