Das Schneefestival | Sapporo Yuki Matsuri

Sapporo Schneefestival Yukimatsuri - Bild einer Schneestatue und Text: Hokkaido und der Schnee | Nipponinsider Japanblog

– Vom 6. bis zum 17. Februar 2017 – 

Was tut eine Stadt, die im Winter unter Schneemassen begraben ist?

Schneemänner bauen.

Eine Möglichkeit.

Aber Japan wäre nicht Japan, kein Fest daraus zu machen.

In diesem Artikel stelle ich dir die 3 wichtigsten Winter- und Schneefeste Hokkaidos vor.
Zunächst einmal ein Überblick:

Sapporo Yuki Matsuri (allgemein)
Odori Park
Susukino
Tsu Dome

Asahikawa Fuyu Matsuri
Otaru Yuki Akari no Michi
Nach Hokkaido reisen

Mein Fazit

 


さっぽろ雪まつり | Sapporo Yuki Matsuri

Angefangen hat das ganze 1950 mit ein paar Highschool Schülern, die im Odori Park ein paar Schneeskulpturen bauten. Damals kamen noch keine zwei Millionen Besucher, um sich das anzusehen.

2017 findet das Schneefestival zum 68. mal in der Hauptstadt auf der nördlichen Insel Hokkaido statt und die Besucher strömen in dieser Woche aus ganz Japan herbei, um die rund 400 Skulpturen aus Eis und Schnee zu bestaunen.

Der vorhandene Schnee reicht da schon lange nicht mehr aus.

LKW-Ladung voller Schnee werden in diesen Tagen in die Stadt gekarrt. Gott sei Dank mangelt es der Präfektur nicht an dem weißen Pulver.

Die Zahl der ausländischen Touristen ist mit rund 3% immer noch recht gering. Das liegt vielleicht daran, dass der Winter nicht unbedingt zur beliebtesten Reisezeit nach Japan gehört.

Dabei hat auch die kalte Jahreszeit einiges zu bieten: Skifahren in Japan steht ganz oben auf meiner Liste.

Es ist dringend ratsam, sich in dieser Woche schon frühzeitig um eine Übernachtung zu kümmern, denn die Stadt platzt aus allen Nähten.

Die Künstler kommen übrigens nicht nur aus Japan, sondern aus vielen Ländern der Welt.

Während des Festivals kannst du zusehen, wie die Kunstwerke hier aus Schnee und Eis entstehen.

Täglich sind die Künstler damit beschäftigt, gegen die Sonne zu kämpfen. Die Sonne – der größte Feind für die Skulpturen.

Sonnige Tage sind in Japan übrigens im Winter nicht ungewöhnlich. Deshalb unbedingt auch die Sonnenbrille einpacken.

Praktisch, wie man in Japan nun mal denkt, sind auf dem Fest mehrere kleine Nischen und Hütten aufgestellt, in denen du dich an einem warmen Ofen wieder aufwärmen kannst. Das ist bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt eine echte Wohltat.
Trotzdem empfehle ich dir warme Kleidung in mehreren Schichten, Mütze, Schal und Handschuhe. Auch wenn letztere beim Fotografieren eher hinderlich sind.

Denn eines kann ich dir versprechen: Das Fotografieren der vielen Skulpturen macht süchtig!

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Eine Weltreise im Odori Park

Hauptort des Geschehens:
Der 1,5 km lange Odori Park, der sich im Stadtzentrum befindet, ist kaum zu übersehen. Vom Bahnhof Sapporo aus ist der Park einfach zu Fuß zu erreichen.

Der Park verwandelt sich für eine Woche in ein kleines Abbild unserer Welt:

Lebensgroßen Tieren, bekannten Sportler, Stars, beliebte Charaktere aus Mangas & Animes und Abbilder bekannter Sehenswürdigkeiten aus der ganzen Welt – alles originalgetreu nachgebaut.

Es gibt eigentlich nichts, was man nicht aus den festen Schneeblöcken zaubern kann.

Die größten Nachbildungen sind über 15 Meter hoch. Dass das alles nach wenigen Tagen wieder verschwunden sein wird, ist kaum vorstellbar.

Zauberhaft wird es dann, wenn es dunkel wird in der Stadt. Dann werden die Schneeskulpturen nochmal in ganz besonderen Farben und mit Lichtshows in Szene gesetzt und du fühlt dich in wie in einer anderen Welt. Bis Nachts um 10 brennen die Lichter, bevor sich die Massen an Menschen langsam auflösen.

Nebenbei kannst du dir an kleinen Essensständen den Bauch mit allerlei Köstlichkeiten des Nordens vollschlagen.

Und auch Getränke wir Bier oder heiße Milch – dafür ist Sapporo schließlich bekannt – darf nicht fehlen.

Musik und Entertainment ist ein weiteres Highlight auf dem Yuki Matsuri in Sapporo.

Die größten Highlights des Festivals sind und bleiben aber immer die Skulpturen. Es findet in den Tages des Festes ein Wettbewerb statt, bei dem das schönste Kunstwerk am Ende gekürt wird.

Auch Freestylern auf Skier oder Snowboards kannst du in dem langen Park zujubeln. Dazu wurde extra eine Rampe aufgestellt – und das mitten in der Stadt.

Wenn du dir einen ganz besonderen Blick über die Straße verschaffen möchtest, solltest du auf den Sapporo Fernsehturm, dem Wahrzeichen der Stadt. Auch den kannst du eigentlich nicht verfehlen.

Das Ticket gibt es für 720 Yen und für 1100 Yen bekommst du ein Tagesticket. Damit kannst du so oft hoch, wie du möchtest. Gerade am Abend lohnt sich der Besuch nochmal.

Lass dich nicht von der langen Schlange vor dem Aufzug abschrecken. Es gibt auch eine Treppe und die Bewegung hält dich warm. Versprochen!

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Eisskulptur - Das Schneefestival | Sapporo Yuki Matsuri

Susukino

Südlich vom Odori Park befindet sich ein weiterer Teil der Ausstellung. Eine U-Bahnstation entfernt oder 10 Minuten zu Fuß und du erreichst den Entertainment Bezirk von Sapporo.

Während auf der Odori Street Skulpturen aus Schnee zu bewundern sind, gibt es in Susukino Eisskulpturen. In den bunten Lichter am Abend erstrahlen die Skulpturen aus gefrorenem Wasser auf ganz besondere und magische Weise.

Die Lichtershow hier gibt es bis 23 Uhr.

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Tsu Dome

Etwas weiter entfernt geht es sportlich zu.

Vor allem Familien mit Kindern zieht es zu den Rodelbahnen, Schlittschuhfeldern und noch mehr Skulpturen.

Die Bewegung hält den Körper warm.

Wem trotzdem kalt ist, der kann sich in einer großen Halle, dem Dome, etwas aufwärmen. Hier gibt es Essen und eine Bühne für diverse Shows.

Geöffnet hat die Halle von 9 bis 17 Uhr und ist am besten mit einem Shuttlebus vom Bahnhof Sapporo zu erreichen. Die Anfahrt mit der U-Bahn ist ebenfalls möglich, allerdings läufst du von der Haltestelle Sakaemachi nochmal gut 15 Minuten.

Zu beachten ist, wer mit dem Auto unterwegs ist: Es gibt hier keinen Parkplatz!


Um dir einen kleinen Eindruck vom gesamten Snow Festival zu vermitteln, habe ich bei Discover Nippon dieses kurze Video zum Yuki Matsuri entdeckt. (Gesamtlänge: 2:58)


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Alternativen zum Schneefestival in Sapporo

Wenn du schon einmal den ganzen Weg in den weiten Norden auf dich genommen hast, dann gibt es auf Hokkaido noch ein paar andere kostenlose Feste im Februar.

旭川冬まつり | Asahikawa Winter Festival

In der zweitgrößten Stadt der Insel findet parallel zum Yuki Matsuri in Sapporo ein ähnliches Fest statt, nur etwas kleiner, lokaler und noch familienfreundlicher.

Ausländer verirren sich nur selten hierher.

Ein Grund dafür ist die Entfernung und die damit verbundene lange Reisezeit. Dazu aber später mehr. Noch gibt es auf Hokkaido keinen Shinkansen, der über die Insel fährt. Da muss du dich noch etwas gedulden und stattdessen in den Limited Express Zug steigen.

Das Asahikawa Winter Festival muss sich hinter dem großen Schneefest in Sapporo aber gar nicht verstecken.

Die Skulpturen aus Schnee und Eis sind hier oft noch ein wenig größer als in der Hauptstadt.

1994 gelang der Stadt ein Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde mit einer 30 Meter hochen Burg aus Schnee. Die wurde damals von der japanischen Armee errichtet.

Für Kinder hat das kleine Fest neben den rund 50 Skulpturen noch viel Interessantes zu bieten: unter anderem Rodelbahnen, ein Feld für Schneeballschlachten und die Möglichkeit, selbst künstlerisch tätig zu werden und Schneemänner zu bauen.

Die kleinen Iglus laden zum Aufwärmen ein.

Selbstverständlich darf die bekannteste Köstlichkeit der Region, Asahikawa Ramen, nicht fehlen. Die Nudelsuppe solltest du dir nicht entgehen lassen, vor allem, weil sie so schön von Innen wärmt.

Asahikawa besitzt einen Flughafen und auch einen Bahnhof. Für die Strecke von Sapporo nach Asahikawa empfehle ich den Zug. Du benötigst rund 1,5 Stunden.

Bei Good! Hokkaido! bekommst du einen kleinen Eindruck vom Fest. Mehr Bilder und Informationen gibt es auch auf der Seite der Stadt Asahikawa.

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小樽雪あかりの路 | Otaru Yuki Akari no Michi

Den Weg der Schneelichter in Otaru kannst du vom 3. bis zum 12. Februar 2017 begehen.

Ich mag die kleine Stadt mit ihrem Kanal und der ungewöhnlichen Architektur sehr, obwohl Otaru schon ein wenig touristisch ist.

Die Stadt liegt 30 km westlich von Sapporo und bietet sich auch immer für einen Tagesausflug an. Mit dem Zug benötigst du rund 40 Minuten pro Strecke.

Der Ursprung diese Festes entstand aus einem eher spirituellen Gedanken: Während man den Weg geht, der von einfachen Kerzen in Schneelaternen gesäumt ist, soll der Mensch mal wieder innehalten.

Er soll über sich selbst nachdenken und sich an so einfachen Dingen wie „Kerze in Schnee“ erfreuen.

Seine Sorgen und den Stress, den die heutige, sehr hektische Zeit, mit sich bringt, soll man dabei vergessen.

Auch vergessen soll man all die fortlaufenden Veränderungen der Zeit.

Schönheit kann man auch ganz einfach mit einer Kerze und ein bisschen Schnee drum herum erzeugen.

In den letzten Jahren ist dieser Gedanke allerdings etwas verloren gegangen und der kommerzielle Aspekt ist in den Vordergrund gerückt.

Wobei es jedem Besucher natürlich weiterhin frei steht, langsam und bedächtig diese wundervollen Lichterwege zu erkunden.

Der Kanal ist während des Festes im Winter, sowie auch im Sommer, Hauptattraktion der Stadt. Wenn er gefroren ist, stehen viele kleine Lichter auf dem Eis. An anderer Stelle kannst du mit einem Boot über den Kanal fahren und dich von den Lichtern an den Ufern verzaubern lassen.

Einen kleinen Einblick in die wunderschöne Lichterwelt gibt dir die offiziellen Homepage der Stadt.

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Der Weg in den Japanischen Winter

Mit dem Flugzeug
Flüge von Tokyo nach Sapporo und zurück gibt es schon für unter 100€. In 1,5 Stunden bringen dich Billigairlines wie Jetstar, Peach oder Vanilla Air direkt in den japanischen Winter. (Quelle: Google Flugsuche)

Mit dem Schnellzug
Wenn du im Besitz des JR Rail Passes bist, dann kommst du momentan leider noch nicht direkt mit dem Shinkansen bis nach Sapporo.
Allein für die Strecke Tokyo —> Shin-Hakodate (Ende der Shinkansen Linie auf Hokkaido) musst du 4 Stunden einplanen.
Der Limited Express, den du mit dem Pass benutzen darfst, braucht dann weitere 4 Stunden bis nach Sapporo.
Hakodate hat zwar kein Schneefestival, aber ist ein wirklich sehenswertes Städtchen.

Mit dem Auto
Möchtest du mehr von Hokkaido erkunden, dann empfiehlt sich für die Reise ein Auto. Denn viele Schönheiten der Insel liegen nicht direkt an den Bahnhöfen. Dazu benötigst du, gerade im Winter, ausreichend Zeit.

Autofahren im Winter auf Hokkaido hört sich schlimmer an als es ist. Da sich die Menschen dort an den vielen Schnee gewöhnt haben, hat man Mittel und Wege gefunden, sich gut damit zu arrangieren. Die Hauptstraßen sind in der Regel komplett von Schnee befreit oder schön plattgefahren.

Nur die Aussicht lässt manchmal etwas zu wünschen übrig, wenn links und rechts der Straße die meterhohen Wände aus Schnee die Sicht versperren.

Mit dem Bus
Von Tokyo kommst du leider nur bis nach Aomori, musst dann mit der Fähre rüber nach Hokkaido und weiter mit der Bahn. Allerdings bietet z.B. Willerexpress diese Strecke mit dem Nachtbus zu günstigen Preisen an. Wenn du Zeit hast, Lust auf ein Abenteuer und dir eine Nacht im Hotel sparen möchtest, dann ist das dein Weg in den Winter und zum Schneefestival.

Fährverbindungen nach Hokkaido gibt es einige von verschiedenen Häfen Japans. Fähren über Nacht sollten allerdings im Voraus gebucht werden.

Ab Aomori ist die Überfahrt ziemlich unspektakulär und das Ticket für die 3-stündige Überfahrt kannst du direkt vor Ort kaufen (1500 – 2000 Yen) und einsteigen.

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Mein Fazit

Im Winter in die kälteste Region Japans zu reisen, davon träumen sicher nur wenige.

Schließlich kommt nach Hokkaido nur noch Sibirien. Wenn ich mich nicht irre, liegen Sapporo und Wladivostok auf etwa dem gleichen Breitengrad.

Dabei gibt es gerade im Winter hier allerhand zu entdecken.

Hokkaido wird vor allem wegen des guten Essens von den Japaner geliebt. Die Hauptstadt der Präfektur Sapporo wirkt im Gegensatz zu Tokyo eher provinziell.

Aber einmal im Jahr schauen alle im Land auf die Stadt, die im Schnee versinkt. Wenn Hokkaido aus seinem Schnee das Beste und Schönste macht, was man machen kann:
Schneemänner
und Schneefrauen
und Schneekinder
und Schneeschlösser
und Schneeautos.
und Schneelichter
und Schnee…
… Schneefeste.

Eine Liste mit weiteren Festen, die in Japan gefeiert werden, findest du unter Japanische Feiertage.

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Hast du jetzt Lust auf den japanischen Winter bekommen? Noch Fragen, Anmerkungen, Tipps und Vorschläge? 

Dann schreib mir gerne in die Kommentare.

3 Kommentare

  1. Hallo Daniela,

    Du meine Güte, was es nicht alles gibt! Da macht es richtig Lust, nach Japan zu reisen und diese Skulpturen und das Fest zu bewundern. Ich würde die gerne mal erleben 🙂

    LG Bianca

    • Liebe Bianca,

      Das Schneefestival ist in Japan wirklich sehr bekannt. Das ist schon toll, so filigrane Arbeit mit dem Element Wasser zu sehen.

      Liebe Grüße Daniela

    • Liebe Bianca,

      schön, dass dein Interesse geweckt wurde. Man kann noch so viel erzählen. Am Ende muss man selbst hin, um es erleben zu können.

      Liebe Grüße
      Daniela

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