Japanische Zahnpflege

„Deutsche sind mir einfach zu grob und zu groß. Die passen nicht richtig in meinen Mund!“

Erstaunt packe ich die japanischen Zahnbürsten aus dem Paket meiner Schwiegereltern und schaue meinen Mann fragend an.

Ach so? Daisuke hatte sich die gewünscht?

Und weil sein kleiner Bruder in einem Drogeriemarkt arbeitet, sitzen wir da quasi an einer hervorragenden Quelle.

Sind japanische Zahnbürsten besser als deutsche?

Nein. Nur anders.

Der Bürstenkopf ist einfach nur kleiner. Obwohl es auch in Japan Zahnbürsten mit großem Bürstenkopf gibt!

Die Borsten sind wesentlich detaillierter. Borsten ist da fast das falsche Wort – feine, aber dennoch kräftige Haare – das trifft es besser.

Ist jetzt nicht so, dass es mit der Deutschen gar nicht geht. Aber Daisuke hat schon recht:

Japanische Zahnbürsten und deutsche Zahnbürsten, dazwischen liegen Welten.

Zahnbürste aus Deutschland OBEN und japanische Zahnbürste UNTEN im Vergleich mit hauchfeinen Borsten.

Ganz ehrlich, Daisukes japanische Zahnbürste, die an eine deutsche Kinderzahnbürste erinnern, ist mir eigentlich völlig egal.

Schon vor Jahren habe ich das Problem mit den riesen Bürstenköpfen ganz einfach gelöst – zumindest für mich: mit einer elektrischen Zahnbürste.

Neue Innovationen

Dabei habe ich das Gefühl, dass es auch in Deutschland jedes Jahr wieder ’ne neue innovative Idee auf dem Gebiet der Zahnbürsten gibt: mit Schwingkopf, ergonomischer Bürstenspitze, Borstenanordnung…

Muss doch mal irgendwann gut sein. Wie viel kann man denn da noch Neues erforschen?

Verbesserte Formeln sind ja auch bei Zahnpasta, Waschmittel, Gesichtspflege und Shampoo total angesagt. Heißt das jetzt etwa, dass ich jahrelang nur ein mittelmäßig-gutes Produkt verwendet habe, dass sie jetzt endlich verbessert habe???

Statt eines verbesserten Produktes finde ich ganz neue Produkte viel spannender.

Zum Beispiel das hier:

Die Zahnputz-Tücher für Unterwegs

Gibt es die auch in Deutschland? Bestimmt, oder? Für Hunde und Kinder hab ich die schon gesehen. Haben sich vielleicht noch nicht durchgesetzt?

Also die japanischen Zahnputz-Tücher…

…auch nicht.

Warum auch?

Sich mit einem Tuch um den Finger gewickelt die Zähne zu putzen, ist in etwa so effektiv, wie seine getragene Unterhose abends zum Lüften raus zu hängen. Na ja. So in etwa.

Aber ernsthaft. Ich komme da unmöglich in die Zwischenräume.

Die Tücher sind in einer zahnpasta-ähnlichen Flüssigkeit getränkt. Der Mund riecht anschließend frisch – wie nach einem Lutschbonbon. Der Finger im Übrigen auch.

Mal ganz blöd gefragt: Kann ich da nicht einfach Zahnpasta auf meinen Finger geben? Aber vielleicht bin ich da auch einfach zu kritisch?

✎ Schon gewusst?

💋 Am 4. Juni ist Tag der Zahngesundheit in Japan!

💋 Auf Japanisch heißt die Zahnbürste 歯ブラシ • Ha-burashi (Ha ist der Zahn und Burashi aus dem Englischen für Brush)

💋 Beim Zahnbürstenkauf in Japan ist es hilfreich, die Angaben für die Härte der Borsten zu kennen (steht meistens ganz oben auf der Packung):

  • weich • やわらかめ • yawarakame
  • mittel / normal • ふつう • futsuu
  • hart • かため • katame

Mit der Normalen ふつう ist man eigentlich immer auf der sicheren Seite.

💋 Früher putzte man sich mit Kaustöcken, Schwämmchen oder Lappen die Zähne. Die Zahnbürste, wie wir sie heute kennen wurde um 1700 vom Deutschen Christoph von Hellwig erfunden und verbreitet.

💋 Eine Zahnbürste sollte etwa alle 8 Wochen ausgetauscht werden.

💋 Unterwegs in der Natur kannst du den Bürstenkopf nach dem Zähneputzen noch einmal in den Mund nehmen und den Schaum aus der Bürste heraussaugen und ausspucken. Die leergesaugte Zahnbürste solltest du mit einer minimalen Wassermenge ausspülen.

💋 Misoka nennt sich die neuste japanische Zahnbürste, die ganz ohne Zahnpasta auskommt. Sie arbeitet mit mineralischen Ionen / Nanotechnologie und soll bei täglichem Gebrauch etwa einen Monat halten (daher der Name Misokaa = der letzte Tag des Monats). Das Model für den europäischen Markt gilt als die schönste Zahnbürste weltweit. Für über 20 € pro Stück wage ich aber mal die Vermutung, dass die hier in Deutschland kein Verkaufsschlager werden wird.

💋 Mit Zähnen haben es die Japaner ja irgendwie. In der Vergangenheit gab es den Trend des Zahnschwärzens bei Frauen: Ohaguro • お歯黒 genannt.

💋 Yaeba • 八重歯 ist ein Trend aus der Neuzeit, bei der schiefe Zähne (wörtlich: Doppelzähne) ein Schönheitsmerkmal sind. Mit Schiefstellung der Schneidezähne fühlen sich Frauen kindlicher und damit irgendwie niedlicher. Wie zu Zeiten, als man noch Milchzähne hatte und die alten aber nicht weichen wollten.


Morgen gibt es was für die kalte Jahreszeit!

Dieser Artikel gehört zu der UNBOXING KALENDER AKTION 2017 #unboxingjapan.

Hier stelle ich vom 1. bis zum 24. Dezember 2017 jeden Tag ein Teil aus dem Paket meiner Schwiegereltern aus Japan vor – Gewöhnliches und Ungewöhnliches.

Mal ehrlich. Was dachtest du spontan, als du das Bild zum allerersten Mal gesehen hast?

Das Gewinnspiel ist beendet!

Wie putzt du deine Zähne? Elektrisch oder mit der herkömmlichen Handzahnbürste?


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16 Kommentare

  1. Sind wir mal ehrlich ich würde das Tuch auch nicht benutzen. Auf langstreckenflügen bekommt man eigentlich immer eine Zahnbürste und das reicht mir. Sonst muss es ein, wenn es kurzfristig ist, ein Kaugummi sein 🙂

  2. Die gute alte herkömmliche Handzahnbürste reicht vollkommen, ich finde damit hat man mehr Gefühl 🙂
    Den Trend mit den schiefen Zähnen kann ich irgendwie nicht so ganz nachvollziehen, mag vielleicht auch daran liegen das man mich damals mit einer Zahnspange geknechtet hat

    • Hallo Mandy,
      Schiefe Zähne. Für mich sieht das auch nicht wirklich niedlich aus. Du hast das mit der Stange schon ganz richtig gemacht.

  3. Das sind so Dinge, über die ich noch nie nachgedacht habe. Auch die Zahnbürsten sind in Japan anders? Na sowas. 😉

    Nun geht ja der Unboxing-Kalender seinem Ende zu und ich habe wirklich viel Neues gelernt! Vielen Dank für deine Mühe, die Recherchen und die Arbeit, die du da rein gesteckt hast. Ich würde mich sehr freuen, wenn du auch zukünftig ab und an ganz alltägliche japanische Dinge vorstellen würdest – das macht wirklich viel Spaß 😀

  4. Ach jaaaa, da war ja was mit den Zahnbürsten. Mein Ex hat sich auch immer haufenweise japanische Zahnbürsten aus dem Heimaturlaub mitgebracht. 😀

  5. Ich benutze zur Zeit Bambuszahnbürsten. Mit denen komme ich super klar, die sind auch nicht ganz so groß, wie die normalen. Mit denen hatte ich auch immer Probleme. Bin dann zuerst auch zur E-Zahnbürste gewechselt. Die hat mir abe rnicht gut getan. Jetzt bin ich zufrieden und ich tue auch noch was für die Umwelt 🙂

  6. Wer hätte gedacht das auch Zahnbürsten in Japan anders sind 😊 der Sinn dieses Tuches erschließt sich mir trotzdem nicht so ganz

    • Hallo Chris,
      da bist du nicht alleine. Das Tuch zum Zähneputzen für unterwegs. So richtig versteh ich es auch nicht.

  7. „Sich mit einem Tuch um den Finger gewickelt die Zähne zu putzen, ist in etwa so effektiv, wie seine getragene Unterhose abends zum Lüften raus zu hängen. Na ja. So in etwa.“ ich musste gerade so lachen als ich das gelesen habe 😀 😀
    Die Zahntrends wie oben beschrieben (Zähne schwärzen, Schiefstellung) sind ja sehr befremdlich <.< wie kommen die Leute auf sowas? ^^

    • Liebe Joanna,
      ja andere Länder, andere Zeiten, andere Sitten.

      Keine Ahnung, wie der Hintergrund zum Zähne Schwärzen ist. Da hab ich mal was als Zeichen von Treue gelesen. Aber das muss ich noch mal genauer recherchieren.

      Liebe Grüße
      Daniela

  8. Ein Zahnputztuch kingt nun nicht besonders effektiv – da würde ich doch lieber unterwegs eine Gelegenheit zum Zähneputzen suchen, wen es denn unbedingt sein muss.

    • Liebe Sabine,
      Eine Zahnbürste in der Tasche stelle ich mir auch viel effektiver vor.
      Haben Japaner tatsächlich oft. In Schulen putzen sich Mittags alle gemeinsam die Zähne.

      Liebe Grüße
      Daniela

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