Warum ist alles Rot in Japan? 5 Theorien

Japan und die Farbe Rot. Viele kleine rote Torii | Nipponinsider JapanblogBeim Durchsehen meiner Fotos fällt es mir immer wieder auf:

Da ist verdammt viel ROT in Japan.

Rote Torii, rote Schreine, rote Postkästen, rote Siegel auf Kalligrafien und abends auch viele rote Köpfe von Japanern, die ein bisschen (zu viel) Alkohol getrunken haben.

Warum sind so viele Sehenswürdigkeiten in Japan eigentlich Rot?

Gute Frage!

Eine eindeutige Antwort habe ich nicht bekommen. Aber es gibt da ein paar Meinungen und Ideen. Die möchte ich dir hier einmal vorstellen.

Das wird jetzt hier keine wissenschaftliche Abhandlung!!! So viel kann ich schon verraten!

Hast du noch eine Theorie? Dann raus damit. Schreib mir gerne dazu in die Kommentare!

Detailaufnahme von roten Torii in Japan

Rot – Rot – Rot

Wenn ich an Japan denke, dann denke ich an Rot.

Hat das Japan-Rot eine besondere Bedeutung für das Land?

Aus der Druckbranche kommend interessiert mich natürlich erst mal eines:
Ist das ’ne Sonderfarbe? Nein. Denn es ist immer anders.

Bekannt ist es unter dem Namen japanisches Zinnoberrot.

Das Zinnober Mineral ist ein natürlicher Farbstoff der leicht ins gelbliche geht.

Im genormten RAL Farbfächer – falls du vorhast, dir ein Zimmer in japanischem Rot zu streichen – schau bei den Tönen zwischen RAL3000 und RAL3003 in die Farbtöpfe – nur mal so beiläufig erwähnt.

Zinnober ist ein Quecksilbersulfit. Das kommt in der Welt recht häufig vor.

Überall dort, wo es Vulkane gibt, ist es zu finden.

Bingo!

Fuji-san in der Abendsonne

Theorie Nummer 1 – Der Farbstoff

Wie du vielleicht weißt, hat Japan viele Vulkane und heiße Quellen. Die Farbherstellung von Zinnober ist also schon mal gesichert.

Meine erste Vermutung beim Anblick von den vielen roten Brücken in Japan war, dass da ein findiger Farbenverkäufer seine Finger im Spiel hatte und irgendeinen Deal mit der Regierung ausgemacht hat. Aber das ist meine rein persönliche Spekulation und ich konnte da keinerlei Beweise für finden.

rote Brücke in Japan

Theorie Nummer 2 – Der chinesische Einfluss

Erfunden haben die Chinesen die Herstellung von Zinnober. Chinesisch-Rot ist da nicht nur die eigene Nationalflagge, sondern auch viele Pagoden und Tempel.

Rot ist:

  • Kommunismus
  • Sozialismus
  • Glück
  • Freude
  • ein Zeichen für Fortschritt

So waren Hochzeitskleider in China lange Zeit rot. Mittlerweile hat sich das westliche Weiß aber auch hier durchgesetzt.

Dass die Chinesen bei der Farbe ihre Finger auch in Japan mit im Spiel hatten, ist also nicht so unwahrscheinlich. Und genau das haben mir einige auch als Grund genannt, warum es so viel Rot in Japan gibt.

Pagode in Japan

Theorie Nummer 3 – Die Nationalflagge

Rot auf Japanisch bedeutet Aka • 赤. 

Zinnoberrot nennt man Shuiro • 朱色 .

Aber es gibt noch viel mehr Rot:

  • Akane Iro • 茜色 • あかねいろ
    => Krapprot
    #B13546
  • Enji Iro • えんじ色 • えんじいろ
    => Dunkelrot / Weinrot
    #B3424A
  • Karakurenai • 唐紅 • からくれない
    => Karminrot / Purpur Rot
    #D93448
  • Hiiro • 緋色 • ひいろ
    => Scharlach Rot
    #d3381c

Noch mehr japanische Farbbezeichnungen findest du HIER (auf Englisch) und HIER (auf Japanisch).

Manchmal hört man sogar バーミリオン • Bamirion. Das aus dem Englischen abgeleitete Vermilion / die englische Bezeichnung für Zinnober (Wikipedia)

Kommt dir das noch irgendwoher bekannt vor?

Vermilion City taucht in den englischen Versionen von Pokémon und dem Pokémon Anime auf. Damit ist die Hafenstadt クチバシティ Kuchiba gemeint. Kuchiba wird tatsächlich mit Rot assoziiert: Rot leuchtende Blätter an den Bäumen im Herbst und rote Sonnenuntergänge.

Die rote Sonne ist DAS Sinnbild für Japan. „Da brauchst du dir nur mal die Japanische Flagge anzusehen. Dann weißt du, warum sich Rot hier durchsetzen konnte!“ So vermuteten einige Japaner, die ich danach fragte. Ob diese Theorie aber stimmt?

Die Japanische Flagge – eine weiße Fläche mit großem runden Punkt in der Mitte – gibt es so seit 1870. Sie wird Hi no Maru • 日の丸 • Sonnenscheibe genannt.

Die Farbe Weiß steht für Reinheit und Aufrichtigkeit, Rot steht hier für Mut, Offenheit und Leidenschaft. Und der rote Punkt symbolisiert noch etwas: Die Sonne!

Allerdings handelt es sich beim Rot in der Flagge nicht um ein gewöhnliches Rot, sondern um Karakurenai, ein Kaminrot.

Beim Japanischen Kaiser als direkter Nachfahre der Sonnengöttin liegt es aber auch nah, eine Sonne als Symbol zu verwenden.

japanische Flagge im Winter Hinamaru

Theorie Nummer 4 – Süchtig nach Rot?

Rot steht in Japan auch für die Weiblichkeit, als Sonnensymbol und als Sinnbild für Energie, Wärme, Kraft und Liebe.

Auch der japanische Herbst ist Rot.

Das Laub der Bäume färbt ganze Berghänge in Rot und Orange. Grund dafür sind die vielen Ahornbäume, die Momiji • 紅葉. So gehen die Japaner im Herbst auf Ahornjagd • Momijigari • 紅葉狩.

Oder sie schauen sich einfach rote Blätter an. 紅葉 wird auch einfach Kōyō gelesen und bedeutet nichts anderes als rote Blätter.

Momijigari- Japaner schauen sich die roten Laubbäume im Herbst an

Und was macht man mit dem Rest des Jahres?

Auf die Jagd gehen nach roten Sehenswürdigkeiten: Schreine, Pagoden, Torii, Brücken…

Ach ja, den Tokyo Tower hätte ich jetzt fast vergessen.

Tokyo Tower

Theorie Nummer 5 – Symbolkraft

Warum man in Japan glaubt, dass die Farbe Rot vor Krankheit und bösen Dämonen schützt? Das konnte mir niemand so richtig erklären.

Es scheint ein uralter Glaube zu sein, den man im ganzen Land sehen kann:

Die großen Tore vor den Schreinen – Torii • 鳥居 genannt – sind genau aus diesem Grund auch Rot gestrichen. Damit das Böse nicht eintritt, Unheil fernbleibt und den Schrein zu einem sicheren Ort macht.

Torii bei Miyajima | Nipponinsider Japanblog

Auch Brücken sind in Japan deshalb oft rot gestrichen.

Stell dir nur mal die fatalen Folgen vor, hätte ein böser Dämon bei einer langen Hängebrücke seine Finger im Spiel gehabt!!!

rote Brücken in Japan | Nipponinsider Japanblog

Die kleinen Männchen mit den roten Mützen

japanische Statuen mit roter Mütze und Lätzchen - Jizo

Und dann gibt es da noch die vielen kleinen Statuen mit ihren rote Mützen und Lätzchen:

Jizō ist der Begleiter der toten Seelen, ein Schutzgott der Reisenden und der Kinder.

Die werden oft dann aufgestellt, wenn es für einen Toten kein ordentliches Begräbnis gab.
In dem Falle ist es für die Toten nur schwer möglich in das Totenreich zu gelangen. Da brauchen sie einen Begleiter.

Auch an gefährlichen Kreuzungen oder Schluchten sieht man sie – manchmal auch „nackig“ also ohne Mütze oder Latz. Hier werden die Reisenden geschützt.

An einigen Stellen gibt es besonders viele von den kleinen Figuren. Oft sehen sie unterschiedlich aus und tragen neben neben Mütze und rotem Lätzchen manchmal sogar noch rotes Spielzeug. Das sind die Retter von Seelen der Wasserkinder.

Wasserkinder sind in Japan abgetriebene oder früh verstorbene Kinder. Ihre Seelen sind noch rein und ohne Laster.

Einer Legende nach können sie nur in die Unterwelt gelangen, wenn niemand mehr um sie trauert. Die hinterbliebenen Eltern müssen dem Begleiter nur noch Bescheid geben, um welches Kind es sich handelt.

Anhand des Geruches von Mütze und Lätzchen soll es dem Jizō möglich sein, das passende Kind zu finden.

Kurz gesagt: Jizō helfen beim Weg in die Unterwelt und dabei sollen sie ihre Aufgabe so einfach wie möglich und ungestört verrichten können.

japanische Jizo Statuen mit roten Lätzchen

Wir Deutschen mögen da jetzt gerne eine Regel aufstellen: mit Mütze = so-und-so, ohne Mütze = so und mit Lätzchen = so.

Aber von solchen Gedanken darf man sich in Japan gerne verabschieden.

Manchmal werden viele Kulte und Traditionen einfach bunt gemischt und folgen keinem klaren Schema mehr.

„Wir haben schließlich schon genug Regeln in so vielen Bereichen. Wer soll sich das alles merken können?“

Das haben mir Japaner zumindest oft so erklärt, wenn ich es mal wieder ganz genau wissen wollte – deutsch wie ich nun mal bin.

Aber du willst Regeln? Du kriegst welche!


Der rote Kimono

Die Farbe des Kimonos verrät in Japan den Monat.

Wusstest du das?

Nicht nur die Jahreszeiten spiegeln sich im Kimono wieder. Es sind auch die Grundfarben, die einem Schema folgen.

Im Juli z.B. trägt die Japanerin einen Kimono in Rot und Gelb, im November Zinnoberrot und Grün-grau und im April Burgund und weiß, natürlich mit Kirschblüten drauf.

Das mit den Kimono-Farben ist schon eine Wissenschaft für sich. Einen Überblick (auf Japanisch) findest du HIER.

Kaum eine Japanerin trägt im Alltag ja noch so ein traditionelles japanisches Kleid. Und einen einzigen zu besitzen, damit wäre es – streng genommen – auch nicht getan. Man bräuchte mindestens einen Kimono für jede Jahreszeit, besser noch einen für jeden Monat.

Meinen habe ich zu Hochzeit bekommen. Du darfst jetzt raten, in welchem Monat ich geheiratet habe! (Die Lösung gibt es HIER.)

Daniela trägt einen roten Kimono

Rot im Straßenverkehr

Da gibt es wenig Neuigkeiten: Bei Rot stehen – bei Grün gehen! Auch in Japan.

Auch weisen rote Verkehrsschilder, wie bei uns, in der Regel auf ein Verbot hin.

Rot fällt halt auf. Daher sieht man die Hydranten für die Feuerwehr auch in knalligem Rot in der Landschaft stehen.

Nur auf Hokkaido ist alles anders. Da habe ich ausschließlich gelbe Hydranten gesehen.

japanische Feuerhydranten

Rot in der Geschichte

In der Heian Period • 平安時代 • Heian-jidai zwischen 794 und 1185 war rote Kleidung total angesagt.

Man färbte damals mit der Farbe einer in Japan sehr beliebten Blüte: der Benibara • 紅花. Bei uns bekannt unter dem Namen Saflor oder Färberdistel. Dabei besteht die Blüte zu 99% aus Gelb-Orange und nur zu 1% aus Rot.

Die Färberdistel

Rot in der Japanischen Küche

Manchmal sieht man die Japanische Flagge – Hi no maru – auch in der Lunchbox.

Die einfachste Form dieser Bento Box nennt sich Hinomaru-Bentō • 日の丸弁当 und japanischer geht es wohl kaum: Auf dem weißen Reis liegt eine einzige saure Pflaume, eine rote Umeboshi.

Die Kunst in der Lunchbox: japanische Esskultur Teil 1: Eine Lunchbox mit Reis und einer japanischen sauren Pflaume / Umeboshi | Nipponinsider

Und dann gibt es auch noch den Roten Reis • 赤飯 • Sekihan. Damit wird gezeigt, dass es was zu feiern gibt. Reis wird zusammen mit roten Bohnen gekocht und so entsteht eine festliche Rot-Weiß-Kombination.

Rot bei Festivals und immer wenn gefeiert wird

Bei Rot-Weiß denken die einen vielleicht gleich an die fetthaltige Soße für die frittierten Kartoffelstreifen.

Andere denken bei Rot-Weiß ebenfalls an Essen, an das andere Essen: den Kickerverein aus dem Ruhrpott.

In Japan taucht die rot-weiße Kombination unter dem Begriff Kōhaku • 琥珀 immer dann auf, wenn es was zu feiern gibt:

  • Bei Hochzeiten in Form von gestreiften Vorhängen oder als Schleifen Dekoration auf Geschenken und Glückwunschkarten.
  • Als typisch festliche Süßspeise, auch wenn es in den Farben Weiß-Rosa daherkommt: Kohaku Manjū.
    Das sind zwei Runde Kuchen, die an Dampfnudeln erinnern, aber aus Reismehl sind. Gefüllt sind sie mit einer süßen Roten-Bohnen-Paste. Immer wenn es was zu feiern gibt, taucht diese Süßigkeit in den Supermarkt-Regalen oder auf Festivals auf.
  • Der im ganzen Land beliebte Gesangs-Wettstreit Kōhaku Uta Gassen jedes Jahr in der Silvesternacht. In der Livesendung singt ein rotes und ein weißes Team um die Wette (Mehr Infos auf Wikipedia).

Typische Glückwunschkarte in Japan mit roter Schleife

Rot in der Tierwelt

Ein anderer Rot-Weißer gehört zu den Zuchtkarpfen: Kōhaku • 紅白.
Den weißen Koi mit dem roten Punkt hast du sicher schon mal gesehen, oder?

Ein Inbegriff von Schönheit und Japan vereint in einem kleinen Fisch!

Kohaku Koi - japanischer Karpfen in Weiß-rot

Warum die Farbe Rot in Japan eine so große Rolle spielt, kannst du dir jetzt sicher denken.

Und bestimmt hab ich noch so Einiges vergessen: rote Lampions vor Restaurants, rote Postkästen, die roten handgefertigten Lackschüsselchen für Suppen,…

Ach, und die roten Köpfe beim Baden in der heißen Quelle…

Affe mit rotem Gesicht beim Baden in einer heißen Quelle in Japan

Japan und die Farbe Rot – fällt dir noch etwas ein?
Dann ergänze es doch gerne in den Kommentaren. 

Wer steckt hinter diesem Japanblog?

10 Kommentare

  1. Liebe Daniela!
    Erstmal- ich liebe deinen Blog! Wundervoll gemacht, informativ und schön geschrieben! Ein Augenschmaus!
    Zur Farbe Rot fällt mir Energie, Kraft und Feuer ein- natürlich auch toll, dass der rote Kimono im Juli, meinem Geburtsmonat getragen wird 😀 Macht JApan für mich sehr sympathisch und spannend, dass da so ein großer Fokus auf diese energiereiche Farbe gelegt wird.
    Noch ein kleines Inputchen aus meinem Bereich- in seinem Buch: „Sag mir, was du isst und ich weiß, was du fühlst“ schreibt Markus Lehnert die Farbe rot Ernährungsgruppe 1 zu, was auf eine Vorliebe für proteinhaltige Nahrungsmittel schließen soll.
    Außerdem ist das Wurzelchakra rot und steht für Urvertrauen. Eine Störung in dem Bereich kann auf eine Traumatisierung im 1. Lebensjahr hinweisen. Wahnsinn, welche Themengebiete mit einer einzigen Farbe verbunden werden. Spannender Beitrag, meine Liebe!

    • Das ist ja lieb. So ein schönes Kompliment 🙂

      Juli ist dein Geburtstagsmonat? Ein Sommerkind!!! Alles Gute nachträglich 😉

      Da müssen wir noch drauf anstoßen, vielleicht mit was Proteinhaltigem? Eierlikör?
      Oder noch besser mit etwas Rotem… Rotwein?

      Liebe Grüße
      Daniela

    • Rot im Sommer? Also bist jetzt habe ich noch keine Sommerkimono (ich rede nicht von Yukata) gelesen, den ich ohne zu zoegern Rot nennen wuerde. Standardfarben fuer den Sommer sind Beige oder Pastellfarben wie hellblau oder -gruen. http://www.kimono-bito.net/?p=821 Also Farben, die Japaner als suzushii empfinden.

      Die einzigen wirklich roten Kimonos, die ich bis jetzt gesehen habe, sind Furisode. Und da kommt es auf die Fuetterung an als denn auf die Farbe. Heutzutage sind sie doch i.d.R. alle awase, d.h. sie sind fuer die Monate Oktober bis April konzipiert und enthalten ein Innenfutter.

      Sag mal, koennte es sein, dass du das mit den Geburtstagssteinen verwechselst? Ich bin naemlich auch eine Juligeborene, und in vielen Listen, die gerne auch mal variieren, ist der Julistein ein Rubin.

    • Liebe Anett,

      vielen Dank für den Hinweis. Habe das auch nochmal bei meiner Schwiegermutter nachgefragt du hast Recht. Ich werde das korrigieren.

      Herzliche Grüße
      Daniela

  2. Hi Daniela, habe Dich heute über facebook gefunden und bin begeistert, was da so aus Deiner Feder fließt. Sicher werde ich noch öfter bei Dir herumlesen.
    Nun aber zu der Farbe Rot in Japan. Ich beschäftige mich gerade mit diesem Thema, weil ich an einer Ikebana-Ausstellung teilnehme und meine Installation sehr direkt mit Japan und der Farbe Rot zu tun hat.
    Bei Dir fand ich dazu auch eine Menge, was mich erfreut hat. Die Suche im Internet hat mir eine auch sehr schöne Erklärung überbracht. Hier ist sie von:
    http://www.linguakraft.com/2017/04/10/farbempfehlungen-japan/

    „Rot
    In der frühen japanischen Geschichte haben viele Gelehrte über das Land der aufgehenden Sonne und die intensive Morgenröte berichtet, die als Symbol für den neuen Tag und für die Vitalität gelten, die ein gut ausgeruhter Körper nach der Nachtruhe ausstrahlt, ebenso für die Lebenskraft, die wir alle zum Überleben benötigen. Rot ist eine Farbe, die viele Abstufungen der Leuchtkraft enthält, welche im Laufe der Jahrhunderte Namen erhielten und klassifiziert wurden. Rot gepaart mit Weiß nimmt bei Festen oder in feierlichen Momenten eine herausragende Stellung ein.“
    Ob das dann alles so wirklich war, oder sich jemand ausgedacht hat – wer weiß das schon……
    Angeregt durch die „Farb-Auseinandersetzung“ überlege ich gerade, welche Kleidungsfarbe ich für meinen Japan Besuch dieses Jahr im Oktober auswähle. Höchstwahrscheinlich wird es etwas mit „Rot“ sein.
    In diesem Sinne ganz herzliche Grüße von Renate

    • Liebe Renate,

      ich freu mich riesig über dein Interessse und vielen Dank für die Ergänzung zum Thema Rot.

      Die Bedeutung für Rot bei Ikebana!! Daran hab ich überhaupt nicht gedacht.

      Als meine Schwiegermutter aus Japan uns im September in Deutschland besuchen kam, hat sie sich auch wochenlang Gedanken gemacht, welche Farben sie in den Koffer packen soll. Leider war all die Mühe umsonst – in Deutschland ist das, glaub ich, niemandem aufgefallen.

      Da siehste mal: die Kulturunterschiede.

      Herzliche Grüße.
      Dnaiela

  3. Kurz nochmal zum Thema Rot bei Ikebana – es gibt jetzt keine Ikebana Bedeutung zu Farben allgemein, es ist eher so, dass man sich ein Thema sucht, z.B. Farbe Rot und dies dann in einem Gesteck interpretiert. Oft auch im Zusammenhang mit dem Gefäß.
    Wenn Du jetzt in Berlin lebst, könnte Dich vielleicht die große Ikebana Ausstellung bei der IGA im August interessieren. Schau mal in meinen Blog, da ist die Ankündigung.
    Oder auf der Seite der IGA: https://iga-berlin-2017.de/veranstaltungen/ikebana?tn=4648&td=0&tt=1503558000
    Ich denke, dass ist für Japan-Interessierte eine sehr gute Gelegenheit, Ikebana in seiner Fülle kennenzulernen, weil da sehr viele Ikebana Schulen vertreten sind.
    Solche Ausstellung gibt es nicht oft in Berlin.
    Würde mich freuen, Dich dort zu treffen.
    Liebe Grüße Renate

    • Das hört sich prima an. Vielen Dank. Das mit der IGA hatte ich mir schon notiert und gebe das gerne an meine Leser weiter.

      Liebe Grüße und vielleicht sehen wir uns dann zwischen Blumen in Marzahn.

      Liebe Grüße
      Daniela

  4. Mich verwundert ein bisschen, wenn du schreibst, dass es hier so viel rot gibt. Wenn du mich gefragt haettest, haette ich ohne zu ueberlegen mit gruen an erster Stelle und hellblau an zweiter Stelle geantwortet. Gruen fuer das viele Blattgruen hier, dass es selbst im Winter in allen moeglichen Schattierungen gibt. Und hellblau fuer den strahlendblauen Himmel an den meisten Tagen im Jahr. Aber rot? Das sind hoechstens mal seltene Tupfer in der Landschaft wie meine geliebten Higanbana Blumen.

    • Liebe Anett,

      vielen Dank für deine Gedanken zu dem Thema.
      Natürlich ist nicht ALLES Rot.

      Wenn ich an Japan denke, dann ist das für mich Grün. Das habe ich in einem früheren Artikel auch schon so beschrieben: https://nipponinsider.de/midori-no-hi-tag-der-natur/

      Ständig hörte ich die Frage, warum so viele Torii oder Brücken rot sind. Interessante Frage dachte ich und hab das mal in etwas nicht zu ersten Form aufgenommen, weil ich die Antwort tatsächlich nicht kenne! Aber immerhin ein paar Theorien.

      Liebe Grüße
      Daniela

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