Mein Blog – mein Baby! Und weiterer Nachwuchs

Text: Nipponinsider.de wird 2 Jahre alt! Geburtstagsspecial. Bild: Geburtstagskuchen mit 2 brennenden Kerzen

Nipponinsider hat Geburtstag.

Mensch, wie die Zeit vergeht. 2 Jahre ist mein Baby nun schon alt.

Klar, ist das etwas übertrieben, ein Blog mit einem Baby zu vergleichen. Einige Parallelen sind mir trotzdem aufgefallen. Und darum soll es heute im Special gehen. 

Eltern dürfen mich gerne korrigieren und ihren Senf dazugeben.

#1 Die Geburt

Bei den einen geht es ganz schnell und fast ohne Schmerzen.

In meinem Fall bin ich monatelang mit der Idee schwanger gegangen: Einen Namen finden, ein Logo entwerfen und mir Gedanken zum Layout machen.

Dann die Nacht, in der das Baby das Licht des WorldWideWeb erblicken sollte.

Ich war so aufgeregt.

Klar wusste ich genau, wie ich das alles vom lokalen Server meiner Festplatte auf den Webserver bekommen konnte. Ich hatte mich gründlich eingelesen und sogar einen Kurs besucht. „Ich kann das locker alleine!“

Ein paar Stunden später kam es zu unerwarteten Komplikationen.

Ohne die freundliche Unterstützung meines Webhosters hätte ich das nicht geschafft.

Erschöpft, aber glücklich war die Seite dann um 6 Uhr am Morgen endlich fehlerfrei online.

Und es hat gar nicht weh getan!

#2 Die Anfangszeit

Am Anfang war noch alles neu und ungewohnt. Ich musste vieles lernen. Und alles dauerte wesentlich länger, als ich dachte.

Hatte ich mir irgendwie einfacher vorgestellt. Dazu kam, dass ich alles perfekt machen wollte.

So schlug ich mir die Nächte um die Ohren und war ständig müde.

Mein Leben war erst mal ganz schön durcheinandergeraten und es dauerte ein paar Monate, bis sich die Routine einstellte und ich ein System und einen Plan hatte, die vielen Aufgaben zu bewältigen.

Gleichzeitig war ich irre stolz und glücklich. Jeden Kommentar und jeden Newsletterabonnenten feierte ich, als hätte mein Baby gerade den ersten Schritt gemacht.

#3 Nur noch ein Gesprächsthema

Mein liebstes Thema in den ersten Monaten war mein Blog.

Meine Freunde ohne Blog hatten keine Ahnung, was es bedeutete, zu schreiben, Fotos zu bearbeiten und auf den sozialen Medien aktiv zu sein. Sie kannten weder das Gefühl, den Veröffentlichen-Button zu drücken, noch die Angst vor Viren oder Hackern und meine Freude über 10.000 monatliche Seitenaufrufe konnten sie nur schwer nachvollziehen.

Viele waren genervt.

Verstehe ich gut.

Mein Blog nahm mich zu Anfang so sehr in Anspruch und ich hatte kaum noch Zeit für andere Dinge. Wovon sollte ich da erzählen?

#4 Treffen mit Gleichgesinnten

Als Bloggerin lernte ich viele andere Blogger und Bloggerinnen kennen.

Endlich fand ich Gesprächspartner, die wussten wovon ich rede, wenn ich über das letzte WordPress-Update oder die vielen Spam-Kommentare schimpfte oder nach einem geeigneten Analysetool fragte.

Der Austausch ist mir wirklich wichtig. Ohne den Blog hätte ich viele tolle Menschen niemals kennenlernen können.

Während die Blogs „miteinander spielten“, saßen wir Blogger bei Kaffee und Kuchen und sprachen uns den Alltagsfrust von der Seele.

#5 Das Privatleben leidet

„Wir machen kaum noch was zusammen und wenn wir mal was unternehmen, dann geht es am Ende doch nur darum, dass du darüber schreiben kannst. Alles dreht sich nur um dein Blog.“ Mein Mann war zwischendurch ganz schön genervt.

Er hatte da nicht ganz unrecht.

Für seine Geduld mit mir bin ich ihm wirklich dankbar.

Mittlerweile hab ich gelernt, alles besser zu planen, geduldiger zu sein und nicht gleich in Panik zu geraten. Ich bin mit der Zeit gelassener geworden.

Und die Wochenenden sind mittlerweile blogfreie Zeit.

#6 Ich melde das jetzt an

Nicht in der Kita, sondern beim Gewerbe- und Finanzamt.

Als ich dann zum ersten Mal eine kleine Auszahlung von Amazon bekam, fühlte sich das an, als hätte mein Kind zum ersten Mal „Mama“ gesagt.

(Ok. Der Vergleich hinkt ein wenig, gebe ich zu.)

Hatte ich das mit dem Bloggen anfangs nur als kleines Projekt gestartet, verdiente ich endlich ein bisschen Geld damit, um wenigstens die Kosten für Hosting und Tools decken zu können.

#7 Und ich hatte mir soviel vorgenommen

„Wenn es endlich soweit ist, dann mach‘ ich das so und so..!“

Im Pläneschmieden bin ich super. An Fantasie und Vorstellungskraft mangelt es mir auch nicht.  Was ich leider oft vergesse ist, dass der Tag nur 24 Stunden hat und dass manchmal Dinge passieren, oft ganz unvorhergesehen und wenn man am wenigsten damit rechnet.

Manche Idee stellen sich bei näherer Betrachtung auch als total bekloppt raus.

Meine Liste mit Blogartikel-Ideen ist mittlerweile auf 324 angewachsen. Während ich diesen Artikel schreibe, sind schon wieder 2 neue dazugekommen. Es ist zum verrückt werden.

Deshalb habe ich mir angewöhnt, alles erstmal aufzuschreiben, um’s aus dem Kopf zu bekommen.

Meine Ideen kommen auf kleine Papierschnipsel in eine Kiste. Gerade hab ich zum ersten Mal nach langer Zeit mal wieder reingesehen (um mal durchzuzählen) und dabei gedacht: „Schreiben ist nicht mal das Problem. Aber einmal in der Woche veröffentlichen, da brauch‘ ich noch Jahre, bis ich damit durch bin.

Ich habe da schon wieder eine Idee: nichts Spektakuläres. Vielleicht in Zukunft zwei Artikel pro Woche?

Einmal in der Woche ein etwas persönlicherer Beitrag, wie

Und dann einmal in der Woche Artikel, wie ich sie mal zu Anfang schrieb. Anleitungen, Listen, Tipps, Reiseempfehlungen,…
Wobei ich auch immer versucht habe, da etwas Persönliches mit reinzubringen:

Was hältst du von der Idee? Ich lass mir das mal in Ruhe durch den Kopf gehen.

#8 Wenn plötzlich alles zuviel wird.

Es gab die Momente, wo ich keine Energie und kaum noch Motivation hatte.

Wo ich einfach genug hatte vom Thema Japan.

Reicht ja schon, wenn man den Japaner in seinem Leben hat. Es gibt ja schließlich auch noch andere Themen, nicht wahr?

Statt immer nur Japanisch auch mal wieder Italienisch Essen gehen!

Es gab auch Zeiten des Zweifelns.

Wen interessiert das eigentlich, was ich hier so schreibe? Das ist doch alles sinnlose Zeitverschwendung. Das bringt doch niemandem was. Und was ist, wenn ich total versage?

#9 Unterstützung

Ohne dich hätte ich das alles nicht geschafft. Ich habe dir das alles zu verdanken.

D A N K E S C H Ö N

Du bist der Grund, warum ich mich Woche für Woche darauf freue, mich vor den weißen Bildschirm zu setzen und beschwingt die Tasten drücke. Dich würde ich jetzt am liebsten auch mal drücken.

Deine Kommentare zu meinen Artikeln, deine persönlichen E-Mails an mich und die vielen lieben Worte in den sozialen Medien, auf Facebook, Instagram und Twitter haben mich gerührt, zum Lachen gebracht, zum Nachdenken und zum Weitermachen.

Es ist wirklich nicht selbstverständlich, dass du dir Woche um Woche die Zeit nimmst, um meine Texte zu lesen. Danke dafür. Ich weiß das sehr zu schätzen.

#10 Weiterer Nachwuchs

Den perfekten Zeitpunkt für ein zweites Baby gibt es nicht, oder?

Seit fast zwei Jahren, eigentlich solange ich blogge, träume ich von einem Podcast. Irgendwie hat’s zeitlich aber nie bei mir gepasst.

Ich schiebe das schon lange vor mir her. Dabei wäre es so cool. Ein Brüderchen für Nipponinsider, ein Nipponinsider on Air.

Wenigstens probieren möchte ich es mal. Schließlich hab ich das mit der  Audioproduktion auch mal gelernt.

Also habe ich ein Mikro besorgt und Software installiert. Das Mikrofone steht mittlerweile hier auf meinem Schreibtisch und wartet…

Der Traum muss leider noch ein wenig länger warten.

Es gibt da noch eine viel viel größere Sache, die ich mir immer gewünscht habe. Seit ich denken kann, träume ich davon, ein Buch zu schreiben.

Und jetzt ist es endlich soweit!!! Ich freu mich so wahnsinnig!!!

Gerade arbeite ich an dem Baby.

Dieses Mal hab ich aber Profis an meiner Seite. Die ersten 23.000 Wörter gehen heute zum Verlag. Mal schauen, ob alles soweit in Ordnung ist. Der Rest entsteht dann in den nächsten Monaten. Ist alles sehr spannend, nochmal anders und ich lerne wieder viel dazu.

Den Namen möchte ich jetzt noch nicht verraten. Wird eh noch ’ne Weile dauern, bis es soweit ist!

Was mit Japan! Klar, oder?

Über NIPPONINSIDER – Japanblog

15 Kommentare

  1. Was für ein schöner Beitrag, liebe Daniela. Ich finde es gar nicht so abwegig, den eigenen Blog mit einem Baby zu vergleichen, denn immerhin hegt und pflegt man das gute Stück und beobachtet es stolz beim Erwachsenwerden 🙂
    Ich kann deine Gefühle dahingehend sehr gut verstehen!

    Für Baby Nummer 2 und natürlich dein Buch wünsche ich dir ganz viel Erfolg und hoffentlich genauso viel Freude, wie dein Blog dir (und natürlich uns Lesern 😉 ) beschert.

    Ganz liebe Grüße!

    • Liebe Tara,

      Vielen Dank. Liegt bestimmt daran, dass ich keine Kinder habe. Aber dafür hätte ich gerade auch gar keine Zeit.

      Liebe Grüße Daniela

  2. Als Mutter und Bloggerin (ich werde diesen Monat 7!!) musste ich bei deiner Beschreibung arg schmunzeln – ja, da gibt es schon so einige Parallelen! Immerhin kommst du um das Windelnwechseln und die zahllosen gutgemeinten, ahnungslosen Ratschläge herum 😉

    Du schreibst ein Buch? Ich würde gern gratulieren, aber ich weiß auch nur zu gut, wie das ist (schreibe gerade selbst mein sechstes und fluche täglich vor mich hin). Ich gratuliere dann, wenn du es veröffentlichst, aber umso herzlicher!

    Liebe Grüße und bitte, bitte immer weiter so!
    Jenny

    • Liebe Jenny,

      wow, 7 Jahre ist ne lange Zeit. Und dann auch noch Kinder. Weiß nicht, wie du das schaffst. Großes Kompliment und meine Bewunderung hast du. Ich hoffe deine Kinder auch mal kennenlernen zu können.
      Um das Windelnwechseln beneide ich dich nicht so sehr, aber ich habe mir sagen lassen, dass man sich da auch schnell dran gewöhnt 😉.

      Wünsche dir viel Erfolg bei deinem Buch. Und Danke für die lieben Worte.

      Liebe Grüße Daniela

  3. Liebe Daniela,

    herzlichen Glückwunsch zum zweiten Geburtstag und zur erneuten „Schwangerschaft“! Bin gespannt auf das Buch 🙂
    Ja, so ein Kind macht schon so seine Arbeit, aber es schreit wenigstens nicht aus unbekannten Gründen (okay, die technischen Probleme beim Hosting könnte man grob damit vergleichen…) und die (nicht) zu wechselnden Windeln duften besser 😉
    Mach weiter so und laß Dich nicht beirren! 頑張ってください、ね
    😉
    Beste Grüße aus Moabit nach Friedrichshain!
    Rainer

    • Lieber Rainer,

      ja, um den Windelgeruch muss ich mir keine Sorgen machen. Glück gehabt 😉
      Vielen Dank für die aufmunternden Worte und die Glückwünsche. Ich bin schon ein wenig stolz, dass ich 2 Jahre durchgehalten habe. Dass ist auch so eine Sache, die auf Kinder ja nicht unbedingt zutrifft, mal ausprobieren, wenn es keinen Spaß macht, einfach aufhören.

      Liebe Grüße
      Daniela

  4. Liebe Daniela,

    herzlichen Glückwunsch (nachträglich) zu deinem 2. Geburtstag! Das mit dem Buch ist ja wirklich ein spannendes Projekt und ich bin mir sicher, dass es genauso toll wird wie deine Website. Du bist offensichtlich zum Schreiben geboren und es ist toll, dass du dieses Talent so gut mit deiner Japanliebe verbinden und verwirklichen kannst 🙂 Wobei ein Podcast deinerseits sicherlich ebenfalls super interessant werden würde!

    Liebe Grüße,
    Andrea

  5. Liebe Daniela,

    happy birthday!!! Ich kann das so gut nachemfinden. Mir ging es ähnlich. Ich habe einige Jahre auf fremden Seiten geschrieben, bis ich dann einen Blog eröffnete.

    Mir bleibt nur das Wochenende, um zu Schreiben. In der Woche schaffe ich bei meiner Arbeitszeit kaum. Und dann will ich ja auch mal was erleben und mit dem Partner Freizeit verbringen.

    Die Liste der zu schreibenden Artikel wird immer länger. 😉 Viel mehr Ideen als Zeit.

    Liebe Grüße
    Renate

    • Liebe Renate. Viel mehr Ideen als Zeit trifft es bei mir auf den Punkt. Besser als anders herum.

      Liebe Grüße Daniela

  6. Hallo Daniela, ein Nipponinsider-Podcast ist eine schöne und gute Idee! Auch wenn dieses Projekt erstmal warten muss (wegen einem Buch!!!), wünsche ich dir Glück für den Aufbau. Und nur so nebenbei…Du hast eine angenehme Stimme. ;D

    • Liebe Flora,

      das mit dem Podcast wird auch sehr spannend für mich. War mit bei meiner Stimme lange seht unsicher, daher freu ich mich über deine Kompliment. Immerhin ist sie recht einzigartig, dank eines nicht vorhandenen Muskels.

      Es bleibt auf jeden Fall auch in Zukunft spannend!

      Liebe Grüße aus Berlin
      Daniela

  7. Liebe Daniela, erst einmal Glückwunsch zum „Zweijährigen“ – Wahnsinn wie die Zeit vergeht. Finde deinen Artikel sehr treffend und denke die gezogenen Parallelen sind durchaus berechtigt …
    Den Podcast fände ich ja super – ich höre gerne Podcast, wenn Sie gut gemacht sind.
    Für dein Buchprojekt aber auch viel Glück.

    • Lieber David. Vielen Dank für dein Feedback. Ich selbst bin ein riesen Podcastfan. Gut gemachte Podcasts. Das hört sich nach viel Arbeit an. Ich versuche es erstmal ganz east, denke ich. Mal sehen wie das ankommt. Aber soweit bin ich leider noch nicht. Zum dritten Geburtstag sollte es aber umgesetzt sein!

      Liebe Grüße Daniela

  8. Liebste Daniela!

    Ich habe so viel gelacht, während ich deine wundervollen Zeilen las! Ich freue mich schon wie verrückt auf das Buch. Du bist so phantastisch und ich freue mich, dass dein Baby schon so groß ist. Jede Mama wird ja ihr eigenes Baby am schönsten finden- bei einigen entspricht diese Wahrnehmung tatsächlich der Realität. Und du kannst zurecht stolz auf dein wunderschönes Baby sein. Es ist nicht nur ein Vorzeigewonneproppen, sondern glänzt auch mit innerer Schönheit. Herzlichen Glückwunsch Nipponinsider <3

  9. Herzlichen Glückwunsch zum 2-jährigen! 😉
    Man kann es sich echt gar nicht vorstellen, wieviel Arbeit so ein Blog macht, wenn man nicht selbst Blogger ist. Es ist ja nicht nur das Artikel-Schreiben (immerhin das Spaßigste an dem Ganzen, finde ich), Fotos möchten ausgesucht und bearbeitet werden, dann kommen noch die ganzen technischen Aspekte hinzu… Ich überlege auch schon sehr lange, auf eine eigene Plattform mit eigener Domain umzuziehen, aber was mir dazu im Moment fehlt, ist Zeit (und Geduld ;))…
    Dir auf jeden Fall weiterhin alls Gute mit dem Blog; selbst on Japan aus bin ich immer gerne als (stille) Leserin dabei 🙂

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