Okinawa Churaumi Aquarium & wie das Glück mich verließ…

„Gerade läufts so richtig gut!“, denke ich, während ich morgens vor meinem Zelt auf einer Bank sitze, mein Goya Chanpuru von letzter Nacht in mich hineinschaufele und ein wenig mit meinem schweren Kopf zu kämpfen habe.

Was ich heute wohl erleben werde?

Ich lasse den letzten Abend noch mal Revue passieren:

Was ist da bloß geschehen?

Ich wollte doch nur schnell im Restaurant gegenüber eine Kleinigkeit essen gehen.

Dann plötzlich sassen alle um mich herum, bestellten ganz viel Bier und die typischen Gerichte für Okinawa. Unglaublich viele nette und witzige Menschen habe ich an diesem Abend kennengelernt, mir aber nicht einen einzigen Namen merken können.

(Alles nachzulesen im 12. Teil der Artikelserie)

Da winkt mir eine Frau von der anderen Straßenseite zu und ruft „Daniela-San, Ohayo!“ zu mir herüber.

Ich grüße freundlich zurück – ohne Namen. War die gestern auch dabei??? Muss wohl! Wie hieß die bloß???

Als ich mein Zelt abbaue und in der blauen Ikea-Tasche meines Fahrrads verstaue, kommen noch ein paar „neue Freunde der letzten Nacht“, um sich zu verabschieden, und nach meinen weiteren Plänen zu fragen:

„Motobu. Da will ich ins Aquarium!“ – „Gute Wahl. Solltest du dir nicht entgehen lassen.“

Aber was wird mich da im größten Aquarium Japans erwarten?

Erst mal heißt es jetzt aber: losfahren … einen Platz für die Nacht in der Nähe finden …

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Meine Fahrt nach Motobu

So ein Ziel vor Augen, fällt mir das Radfahren gleich doppelt leicht.

Ich verlasse die Route 58, die direkt neben einer großen Straße entlangführt und begebe mich auf die Küstenstraße Route 449, auf die Halbinsel Motobu.

Heute ist definitiv der Tag, an dem ich die längste Strecke bisher fahre:

40 km müssten es sein (nicht sonderlich viel, ich weiß, aber ich will hier ja auch Urlaub machen und mich entspannen und keine Rekorde brechen).

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Green Flash Beach / Motobu

Ein wunderschöner Strand lacht mich plötzlich an.

Ich entdecke eine Reihe von Zelten, allerdings handelt es sich hier um keinen echten Campingplatz, also keine Gebühr. Zelten darf man trotzdem. Nebenan ein nettes Strandrestaurant, Toiletten, Duschen und das direkt am Strand, mit Blick aufs wunderschöne grün-blau schimmernde Meer.

Lageplan des Green Flash Beach auf Google Maps ansehen.

Was will ich mehr?

Perfekt, um hier mein Zelt für ein paar Tage aufzuschlagen.

Die Stadt Motobu ist rund 4 km entfernt und ich kann von hier aus einige Ausflüge auf der Halbinsel unternehmen, mein Zelt einfach mal stehen lassen, ohne mein schweres Gepäck radeln und mich ein wenig wie zu Hause fühlen.

Und das Zu-Hause-Gefühl stellt sich dann auch ziemlich schnell – sofort – ein.

Beim Zeltaufbau kommt die Familie von nebenan gleich rübergeschlendert, um zu erfahren, ob ich Hilfe brauche.

Ich bekomme ein Onigiri gereicht und … – kein Witz – ein kühles Bier … nein wirklich!!!

Das passiert nun schon zum wievielten Mal?

Seh ich eigentlich so durstig aus?

So versoffen? Muss an meinen ewig griechischen Augenringen liegen. Vielleicht.

Haben die Leute hier auf Okinawa eigentlich alle Extra-Onigiri und Bier dabei, um sie irgendwelchen dahergefahrenen Ausländerinnen anzubieten?

Oder sehe ich vielleicht so ausgehungert aus?

Abgemagert bin ich mittlerweile sicher ein wenig, was an dem hohen Energieverbrauch beim Fahrradfahren bei 35 Grad liegt.

Will gar nicht wissen, wie viel Gewicht in den letzten zwei Wochen verloren oder wie viel Liter Schweiß ich durch meine Poren gelassen habe.

Da sitze ich also gemütlich im Campingstuhl unterm Schirm meiner Nachbarn und wieder unterhalte ich mich hervorragend. Wieder interessante Menschen, wieder tolle Gastfreundschaft und wieder werde ich satt, ohne dafür bezahlt zu haben.

„Du zeltest ganz alleine?“ hatten viele mich doch vorher noch gefragt „Hast du gar keine Angst?“

Bisher war ich doch immer in guter Gesellschaft und Grund, mich zu fürchten hatte ich nur einmal, als ich nächtlichen Besuch an meinem Zelt hatte.

Und nebenan wird gerade eine Strandparty oder so was aufgebaut.

Der große Stromgenerator direkt neben meinem Zelt macht mir allerdings jetzt doch ein wenig Angst.

Was wollen die denn damit?

Das soll ich später noch herausfinden.

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Begegnungen – mal wieder

Erst einmal geht es zum Strandrestaurant, wo ich mich mit meinem Tagebuch an einen Tisch setze, während ich mein Handy aufladen kann und …

…natürlich, was kommt jetzt? … werde ich gleich von meinem Tisch-Nachbarn zu einem Bier eingeladen.

Ist denn das zu glauben???

Der Japaner hat mich am Morgen auf dem Fahrrad gesehen – ja klar, ich falle hier irgendwie auf – und ist total begeistert, dass ich es hierhergeschafft habe, bei der Hitze!

Und wie begeistert ich erst bin!!!

Irre, die Menschen hier.

Ich frage mich nur langsam, was wäre, wenn ich kein Bier trinken würde. Das scheint hier die Art zu sein, mit Menschen ins Gespräch zu kommen.

Mit so viel Aufmerksamkeit habe ich, ehrlich gesagt, auf dieser Reise nicht gerechnet.

Auch hatte ich gedacht, die Einwohner von Okinawa sind Ausländern kritisch gegenüber eingestellt, weil es hier einfach viele stationierte Amerikaner gibt, die nicht immer gern gesehen werden.

Nicht verwunderlich also, dass die erste Frage an mich immer dieselbe ist: Ob ich Amerikanerin sei? Bei meiner Antwort erhellen sich sofort die Gesichter und noch mehr, wenn meine Gesprächspartner bemerken, dass ich mich auf Japanisch unterhalten kann.
Welche Erfahrungen ich wohl machen würde, wäre ich Amerikanerin?

Dass die Leute hier nur selten Ausländer zu Gesicht bekommen, kann also nicht der Grund für die aufgeschlossene Art sein.

Und ich bin auch nicht die Erste, die hier mit dem Fahrrad rumfährt.

Zwei Zelte weiter treffe ich einen anderen Fahrradreisenden. DerJapaner will in vier Tagen von Norden nach Süden fahren. Hat aber auch ein tolles Rad und eine super Ausstattung.

Auch er ist begeistert von der herzlichen Art auf seiner Reise. Onigiri und Bier hat er allerdings noch nirgendwo bekommen.

Voller Freunde und unendlich glücklich über diese vielen besonderen Momente meiner Reise begebe ich mich zurück zu meinem Zelt.

Und hier nimmt die Geschichte eine plötzliche Wendung.

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Ungewollte Partynacht

Scheiße.

Der Generator ist an, um hier eine riesige Lichtanlage mit Strom zu versorgen.

Das Dingen ist nicht nur unerträglich laut und vibriert vor sich hin, sondern stinkt ganz erbärmlich nach Benzin.

Es ist so hell, dass ich nicht mal mehr die Sterne am Himmel sehen kann.

Und ich hatte mir das so schön ausgemalt: vor meinem Zelt liegen und in den Sternenhimmel schauen.

Dank der unnatürlichen Kraft des Lichtes tummeln sich hier heute die Mücken der Insel und feiern ihre eigene Party, inklusive Partyzelt – nämlich meinem.

In dieser Nacht ist an Schlaf nicht zu denken.

Nachdem ich die feierwütigen Mücken an meine Zeltwand zu Tode gequetscht habe (Sorry, das musste sein!), wälze ich mich auf meiner Luftmatratze weiter hin und her.

Das monotone Geräusch des Generators geht mir so richtig schön unter die Haut und setzt sich in meinem Gehirn fest.

Langsam macht sich so bei mir die Aggressivität und eine unerträgliche Unausgeglichenheit breit. Ich könnte jetzt locker was kaputtschlagen!!!

So müssen heute Nacht noch ein paar weitere Moskitos ihr Leben lassen – zerdrückt an meiner Zeltinnenwand, das sich Moskitonetz schimpft, hinterlassen sie widerliche kleine rote Flecken mit meinem Blut.

Da ist sie hin, die Gelassenheit und das Gefühl, der zufriedenste Mensch auf der ganzen Welt zu sein, der vom Glück verfolgt wird.

Klar, eine Option hätte ich da noch:

Einfach rübergehen zur Party, mich vorstellen und mitfeiern.

Ich überlege wirklich kurz, aber mit leeren Händen möchte ich da nicht aufkreuzen und der nächste Konbini, wo ich Bier besorgen könnte, ist 4 km entfernt. Außerdem bin ich schrecklich müde und sehr schlecht drauf. Nach feiern ist mir gerade nicht.

Ich versuche es also mit meiner eigenen lauten Musik über Stöpsel im Ohr, aber das monotone Motorengeräusch und die Vibrationen dringen weiter zu mir durch und machen mich wahnsinnig, dazu die vielen Mücken, die wieder ihren Weg zu mir ins „Partyzelt“ gefunden haben, als ich kurz mal auf die Toilette muss.

Am schlimmsten ist aber dieser Gestank.

Schlecht gelaunt und ohne Schlaf gehe ich um 5 Uhr in der Früh zum Strand, döse hier noch ein wenig und genieße die frische Brise vom Meer.

Der Benzingeruch sitzt so fest in meiner Nase, dass mir richtig schlecht ist.

Als ich um 8 Uhr zum Zelt zurückkehre, beobachte ich, wie jemand den Generator endlich ausschaltet.

Na endlich. Aber jetzt ist es in meinem Zelt, das riecht, wie eine Tankstelle, zu heiß zum Schlafen!

Ich strafe den Generator-Mann mit dem bösesten Blick, den ich habe, schwinge mich auf mein Rad und begebe mich auf den Weg zum Ocean Expo Park, dem Gelände, wo sich das Aquarium befindet.

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Meine Pechsträhne hält an

Wenn ich schlecht gelaunt bin, dann ziehe ich das Unglück förmlich an:

Es geht viel bergauf.

Dazu ist der Weg durch ein Industriegebiet alles andere als schön und zu allem Überfluss kämpfe ich mit meiner Pedale, die ständig abfällt.

Eine Autowerkstatt hilft mir am Ende, die Schrauben an meinem Rad nachzuziehen.

So macht das Fahren endlich wieder Spaß und ich komme etwas besser gelaunt am Ocean Expo Park an.

Okinawa Churaumi Aquarium im Ocean Expo Park

Das Okinawa-Churaumi-Aquarium (沖縄美ら海水族館) ist das zweitgrößte Aquarium der Welt, besitzt insgesamt 77 Becken, die mit über 10 Millionen Liter Wasser gefüllt sind.

Eines der Highlights ist hier das Korallenbecken mit über 70 verschiedene Korallenarten. Das interessiert mich ganz besonders.

Aber auch das Tiefseebecken finde ich spannend.

Denn hier kann ich die Unterwasserwelt bewundern, die ich so beim Schnorcheln nicht entdecken kann.

Zum Tauchen hat es bei mir leider immer noch nicht gereicht. Ich bekomme hin und wieder schon beim Schnorcheln leichte Panikanfälle, wenn mir ein gefährlich aussehender Fisch begegnet. Denn vor Wasserlebewesen habe ich den größten Respekt.

Das besondere Highlight des Aquariums ist aber ganz klar das Hauptbecken, der Kuroshio Tank, mit Mantarochen, Walhaien und allerlei Fischgedöns, ob nun Futter oder Bewohner.

Das Hauptbecken hat es sogar ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft.

Hier stehen die Besucher vor der größten Glasscheibe der Welt. Die Scheibe aus Acryl ist 60 cm dick, 22 Meter lang und 8,2 Meter hoch. Sie hält nicht nur die 6 Tonnen Wasser pro Quadratmeter aus, sondern ist zudem noch erdbebensicher. Zumindest wird das behauptet.

Der absolute Wahnsinn, vor so einem großen Becken zu stehen. Das finden auch die vielen Menschen, die mit mir hier sind.

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Das Aquarium liegt im Ocean Expo Park (海洋博公園), für das ich noch reichlich Zeit eingeplant habe – ein wichtiger Tipp meiner japanischen Bekanntschaften der letzten Abende.

Im 3-Kilometer langen Park entlang der Küste gibt es neben dem Aquarium auch ein paar interessante Museen, dazu kleine Wege, die durch durch die Parkanlage führen. Mit einem Shuttle (für 100 Yen) kann ich etwas Zeit sparen und von einer Ausstellung zur nächsten fahren.

Sehenswert ist hier das Oceanic Culture Museum mit einer Schiffausstellung und das Native Okinawan Village, eine kleine Open Air Ausstellung mit über 20 Häusern aus verschiedenen Regionen Okinawas aus den unterschiedlichen Perioden.

Verschiedene tropische Pflanzen, vor allem Farne, entdecke ich auf den kleinen angelegten Wegen des Parks.

Der botanische Garten befindet sich im Tropical Dream Center, wo es eine 36-Meter hohe Aussichtsplattform gibt, die mir einen tollen Überblick über das Gelände bietet.

Im Norden des Expo Geländes wartet ein ganz besonderer Sandstrand: der Emerald Beach.

Der Strand ist in drei Bereiche aufgeteilt, die in unterschiedliche Richtungen angeordnet sind: Einer ist zum Schwimmen, der zweite zum Relaxen am Strand und der dritte bietet einen ganz besonderen Ausblick auf den Sonnenuntergang.

Zusammen mit dem Aquarium braucht man hier locker einen ganzen Tag, um alles sehen zu können.

Öffnungszeiten des Parks

  • 8:00 bis 19:30 Uhr (März bis September)
  • 8:00 bis 18:00 Uhr (Oktober bis Februar)
  • Am ersten Mittwoch und Donnerstag im Dezember geschlossen!

Mit dem Bus von Naha

Wer nicht mit Rad oder Auto unterwegs ist kommt hier auch mit dem Bus hin, sollte aber die Nacht in Motobu verbringen, wenn er sich nicht durch den Park hetzen möchte, um am gleichen Tag noch zurück nach Naha fahren zu müssen.

Am einfachsten geht es mit dem Yanbaru Express Bus (der auch den Flughafen mit der Stadt Naha verbindet und dann weiterfährt zum Ocean Expo Park). Der Zwei-Stunden-Trip wird in den Sommermonaten sechs mal am Tag angeboten und kostet etwa 2.000 Yen.

Der reguläre Bus mit der Nummer 111 fährt regelmäßig über den Highway von Naha (auch ab Flughafen) bis zum Nago Bus Terminal (die 90-minütige Fahrt kostet 2.100 Yen). In Nago steigst du noch einmal um in den Bus Nummer 70, 65 oder 66 (bitte noch mal nachfragen, kann sich jederzeit ändern) nach Kinen Koen Mae (記念公園前) und landest direkt vor dem Expo Park (etwa eine Stunde Fahrtzeit für rund 900 Yen).

Die genauen Abfahrtszeiten der Busse findest du auch auf der offiziellen Webseite.

Von Naha werden auch komplette Tagestouren angeboten, die aber einen recht sportlichen Zeitplan haben – typisch japanisch halt.

Eintrittspreise

Der Park ist kostenlos.

Eintritt zahlst du für die Ausstellungen und Museen direkt:

  • Tagesticket für das Aquarium / Erwachsene: 1850 Yen
  • Tropical Dream Center: 690 Yen (mit dem Aquarium-Ticket zum reduzierten Preis von 340 Yen)
  • Ocean Culture Museum: 170 Yen

INFOS zum Okinawa Churaumi Aquarium

Lageplan vom Okinawa Churaumi Aquarium auf Google Maps ansehen.

Öffnungszeiten

  • 8:30 bis 20 Uhr (März bis September)
  • 8:30 bis 18:30 Uhr (Oktober bis Februar)
  • Am ersten Mittwoch und Donnerstag im Dezember geschlossen!

Eintrittspreise

  • Tagesticket Erwachsene: 1850 Yen
  • Tagesticket High School Schüler: 1230 Yen
  • Tagesticket Grundschüler: 610 Yen
  • Kinder unter 6 Jahren: freier Eintritt
  • Ticket ab 16:00 Uhr: 1290 Yen für Erwachsene

Weitere Infos auf der offiziellen Webseite vom Churaumi (auf Englisch).


Das Aquarium ist wirklich klasse. Wenn nicht die vielen Menschen wären, würde es mir noch besser gefallen.

Gerade sind Sommerferien und dazu noch Sonntag. Es ist einfach wahnsinnig voll.

Menschen quetschen und drängeln sich vor die große Scheibe des Hauptbeckens.

Das sieht immer noch gigantisch aus, aber ohne die vielen Menschen wäre es sicher noch eine Spur eindrucksvoller.

Trotzdem möchte ich von dem Eindruck und den süßen Pinguinen, Rochen, Haie, Seelöwen, Schildkröten und Delfinen gerne Fotos machen.

Nur Pech, dass ich vergessen habe, eine neue Filmrolle einzupacken.

Ja richtig gelesen – ich bin mit einer analogen Spiegelreflex-Kamera unterwegs. Die hat mir mein Mann aufs Auge gedrückt.

Jetzt wird vielleicht auch klar, warum ich keine Fotos von meiner Reise habe. Nichts in digitaler Form zumindest.

Also mal wieder keine Fotos.

Einfach nur gucken, ohne die Eindrücke für die Ewigkeit festzuhalten. Damit bin ich hier unter den fotowütigen Japanern eine echte Rarität!

Das Beste heute ist aber der Rückweg.

Schließlich ging es auf dem Hinweg bergauf, was bedeutet, dass ich zurück nicht mehr allzu viel tun muss.

Ich lasse mich zu meinem Zelt zurückrollen, wo ich trotzdem total fertig und hundemüde auf meine Matratze falle.

Der Generator ist abgebaut, der Himmel ist mit Sternen übersät und mit dem leisen Rauschen des Meeres gleite ich in den Schlaf und wache erst am nächsten Morgen wieder auf.

Nach so einer guten Nacht bleibe ich gerne noch länger an diesem wundervollen Ort, wo das Campen nichts kostet.

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Japanisches Pflichtprogramm auf Reisen

Es steht noch etwas durch und durch Japanisches auf meiner To-do-Liste, dass ich heute in Motobu erledigen möchte: Omiyage kaufen.

Omiyage sind die Mitbringsel von der Reise für die daheimgebliebenen Freunde, Kollegen und Verwandten.

Okinawa Süßigkeiten, alles schön einzeln verpackt, landen in meinem Einkaufswagen. Es kostet mich ein kleines Vermögen, verglichen mit meinen täglichen Ausgaben hier.

In diesem Supermarkt gibt es leider keinen Versandservice, wie ich es aus Fukushima kenne.

Also muss ich mit meinen Einkäufen noch zur Post, alles ordentlich verpacken und verschicken.

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The Beach / Sesoko-jima

Nach der harten Arbeit bei der Hitze hab ich mir ein paar Stunden Strand verdient.

Ich bin bei Ständen ja nicht sonderlich anspruchsvoll: ein schattiges Plätzchen – mehr brauche ich eigentlich nicht.

Ein Schild „Za biichi“ (The Beach) lacht mich plötzlich an. Dazu muss ich nur über eine Brücke auf die Insel Sesoko • 瀬底島.

Lageplan Sesoko-jima auf Google Maps ansehen.

Am Ende geht es mal wieder bergauf.

Natürlich.

Aber das bedeutet, dass es später auch wieder bergab gehen wird. So viel habe ich auf meiner Reise mittlerweile gelernt.

Aber was mich am Ende des Weges erwartet, ist der Wahnsinn: Grün-blau-türkises Wasser, weisser Sand, schattenspendende Felsen, Duschen und Toiletten. Natürlich alles wieder umsonst.

Den Rest des Nachmittags schlummere ich hier im Schatten und springe immer mal wieder ins pipiwarme Blau des Meeres.

So ein Strandtag ist schon sehr erholsam.

Gelassenheit macht sich wieder breit und das Glücksgefühl auf dieser Reise ist wieder zurück. Schon ist die schreckliche Generatoren-Nacht vergessen.

Ist doch ganz schön hier.

Und es kommt noch besser.

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Die Fleischtüte

Im Strandrestaurant an meinem Zelt, wo ich mir ein Abendessen und ein Bier gönnen möchte, warten sie schon auf mich. Es wurde gegrillt und man hat mir extra etwas zurückgelegt.

Ist das nicht lieb? Der Grill ist zwar schon lange aus, aber mir wird eine große Plastiktüte mit Grillfleisch in die Hand gedrückt. Irre. So viel.

Mann, Mann, Mann. Ich bin echt überwältigt. Warum sind die hier bloß alle so nett???

Alle kümmern sich so lieb um mich.

Oder mache ich vielleicht irgendwie einen verarmten Eindruck?

Hat sich vielleicht rumgesprochen, dass ich nur 100.000 Yen Bargeld für die einmonatige Reise dabei habe, weil ich Trottel meine Bank- und Kreditkarten zu Hause vergessen habe?

Aber ich kann schon für mein Essen bezahlen. So arm bin ich nun wirklich nicht. Nur weil ich mit dem Fahrrad fahre und im Zelt schlafe, heißt das doch nicht, dass ich kein Geld habe.

Um das zu beweisen, trinke ich einfach noch ein paar Bier, die ich selbst bezahle und lade heute zur Abwechslung mal die anderen ein.

Wie mein Frühstück am nächsten Morgen aussieht, kannst du dir sicher schon denken … Kaltes Fleisch aus meiner Tüte.

Schmeckt aber super. Und die Energie kann ich wirklich gebrauchen, denn heute muss ich wieder mit Gepäck aufs Rad.

Zelt abgebaut und los …

©2005 by Nipponinsider | Mein Fahrrad mit Gepäck

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Neues Ziel, neues Glück?

Auch heute liegen wieder rund 40 km vor mir. Hentona steht als nächstes Ziel auf meinem Plan.

Ich habe einen Flyer zu einer Guesthouse-Empfehlung in der Tasche, wo ich die nächste Nacht verbringen möchte.

Ein kleines Minshuku, eine Pension, wo ich mal wieder auf dem Futon schlafen möchte, denn so richtig bequem ist meine dünne Isomatte auf Dauer nicht.

Dazu muss ich aber zunächst wieder zurück auf die Route 58.

Links von mir erstreckt sich das weite ostchinesische Meer und rechts von mir die Hauptstraße, das bin ich hier jetzt mittlerweile schon gewohnt, an der Westküste der Hauptinsel Okinawas.

Die Gegend hier im nördlichen Teil der Insel ist wirklich schön. Ich komme gut voran und bin schneller als erwartet in Hentona.

Nur von meinem auserwählten Guesthouse leider keine Spur. Wie finde ich das jetzt bloß?

Generell ist hier nicht viel los. Kaum jemand auf der Straße.

Ich steuere also die Polizeistation an, zeige denen meinen Flyer und erfahre dann zu meinem Entsetzen:

Ich bin hier total falsch. Ich habe das japanische Schriftzeichen einfach mal falsch gelesen.

Was tun, wenn man sich im Ort vertan hat und nicht weiß, wo man die Nacht verbringen soll???

Davon erzähle ich dann im nächsten Teil der Okinawa-Artikelserie.

WEITERLESEN

Okinawa Reisebericht | Hentona: Bauchgefühl & Schicksalsentscheidungen

Geschichten einer ganz besonderen Japanreise | Okinawa mit dem Fahrrad

2005 bin ich mit dem Fahrrad für einen Monat in Okinawa gereist. Damals arbeitete ich als Englischlehrerin an einer japanischen Junior-Highschool in Fukushima und hatte den Sommer frei. Meine Anreise mit Regionalzügen und Containerschiff, die Suche nach einem geeigneten Fahrrad und was ich noch auf dieser unglaublichen Reise erlebt habe, kannst du hier nachlesen:

Der Okinawa Reisebericht im Überblick

Magst du eigentlich Aquarien oder findest du, dass man die Tiere lieber im Meer lassen sollte?

4 Kommentare

  1. Sarah Steffen

    Liebe Daniela

    Wie immer ein sehr spannender Artikel. Ich freue mich auf jeden deiner Okinawa-Beiträge. Okinawa ist doch nochmal etwas Spezielles. Die Kombination aus tropischer Feriendestination, atemberaubender Natur und japanischer Tradition finde ich enorm faszinierend 🙂

    LG Sarah

    • Liebe Sarah, vielen Dank für dein liebes Feedback. Ja da stimme ich dir zu. Okinawa habe ich als ein großartiges Fleckchen kennengelernt. Tropisch und nochmal ein ganz anderes Japan, als man es auf der Hauptinsel erlebt. Aber die Menschen dort machen die Inseln zu etwas ganz Besonderem.

      Liebe Grüße Daniela
      Es geht bald weiter, dem Höhepunkt der Reise entgegen. Passt gerade im Sommer so schön.

  2. Hallo Daniela,

    ich lese die Artikel deinem Reisebericht meist in einem Rutsch weg… oder auch mal mehrere nacheinander 😉
    Es fühlt sich fast so an als würde man dir beim Reisen über die Schulter schauen. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Artikel!
    Zur japanischen Gastfreundschaft: ich mag schon alleine das Wort Omotesando, es klingt schon total freundlich. Und es ist wirklich toll wenn man solche Momente erleben kann 🙂

    Liebe Grüße
    Jana

    • Liebe Jana,

      vielen Dank für dein liebes Feedback. Die japanische Gastfreundschaft Omotenashi ist wirklich etwas ganz Besonderes, dass jeder Japanreisende erleben sollte. Aber das ist nicht schwer. Ich habe manchmal das Gefühl, meine Reiseberichte wiederholen sich: Nette Menschen treffen, Fahrrad fahren, Bier trinken, lecker essen und mir ein wenig die Gegend ansehen… mehr ist es fast nicht, und trotdem war die Reise großartig.

      Liebe Grüße
      Daniela

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