Kiku no Sekku – Das japanische Chrysanthemenfest

Wusstest du, dass die Chrysantheme die wichtigste Blume Japans ist?

Sie hat sogar extra einen eigenen Feiertag bekommen: am 9. September wir das Chrysanthemenfest Kiku no Sekku gefeiert.

Naja. Gefeiert ist jetzt etwas übertrieben. Ich kenne zumindest niemanden, der den Tag noch richtig groß ehrt.

Dank meiner Liste hier auf dem Blog habe ich die japanischen Feiertage voll drauf. Das weiß auch meine Schwiegermutter.

Während ich bisher immer gefragt habe, was an dem Feiertag bei ihr so abgeht, hat sie mich beim letzten Mal tatsächlich gefragt, welcher Feiertag als Nächstes ansteht!!! Als hätte sie keinen Kalender.

Kiku no Sekku • 菊の節句 – da war sie erstaunt. „Darüber schreibst du auch? Was schreibst du denn da?“

Gute Frage!

Ist ja nicht mal ein „echter Feiertag“. Da müssen alle ganz normal zur Arbeit. Und weil der Chrysanthementag während meiner Zeit in Japan irgendwie unbemerkt an mir vorbeigezogen ist, wird das hier endlich mal kurz und knackig.

An eine spezielle Sache erinnere ich mich allerdings schon, habe das aber nie mit dem 9.9. in Verbindung gebracht.

Aber meine Schwiegermutter war so nett und wies mich auf das Essen an diesem Tag hin. Natürlich wieder Essen. Immer das Gleiche mit den Japanern!

Dazu später mehr.

Aber erst mal ein bisschen Basiswissen:

Warum ist die Chrysantheme die japanische Nationalblume?

Die Chrysantheme ist eine der ältesten Zierpflanzen der Welt und schon seit über 2000 Jahren bekannt. Da kann man schon fast von Unsterblichkeit reden, oder?

Und wer ist in Japan noch unsterblich?

Klar: der japanische Tenno, der Kaiser!

Der kaiserliche Thron wird daher auch als Chrysanthementhron bezeichnet.

Die Chrysantheme ist bekannt für ihren angenehmen Duft.

Robust ist sie auch noch. Schließlich übersteht sie problemlos die Jahreszeiten und blüht lange in den Herbst hinein.

Dazu sieht sie wunderschön aus (das ist selbstverständlich jetzt Geschmacksache – mich erinnern die Blätter immer ein wenig an Unkraut und Friedhof. Bei uns in Deutschland ist die europäische Variante, die Winteraster, eine beliebte Friedhofsblume zu Allerheiligen im November.)

Natürlich wurde nicht irgendeine dahergelaufene Herbst-Chrysantheme oder Winteraster japanische Nationalblume und kaiserliches Siegel.

Es ist die 16-blättrige Chrysanthemenblüte, die jeden japanischen Reisepass und jede japanische Botschaft über dem Eingang schmückt.

Wenn du es ganz genau wissen willst, dann schau einfach mal bei folgenden Links vorbei. Da ist eigentlich alles so gut beschrieben, dass ich mir das hier sparen kann:

So komme ich also gleich zum wichtigen Teil:

Was gibt es zu Essen?

Erst mal ist die Chrysantheme an sich ja schon essbar.

Das ganze Jahr hindurch sieht man sie oft auf rohem Fisch liegen. Dekoration für die Sashima-Platte dachte ich immer, bis ich einmal zusah, wie jemand die Blüte verspeist hat.

Ein Feiertagsgericht ist es aber nicht. Da gibt es was Herbstliches:

Kurigohan | Reis mit Maronen

Für mich war der mit geschälten Esskastanien gekochte Reis immer etwas ganz Besonderes. Ich liebe Esskastanien. Und die in Japan ganz besonders.

In diesen Tagen gibt es Kurigohan • 栗ご飯 in den japanischen Supermärkten. Oft sogar in einer Special-Season-Bento-Box.

Aber die Zubereitung ist auch Zuhause nicht allzu schwer. Mit meinem Reiskocher ist es ein Kinderspiel. Nur das Schälen der Maronen finde ich immer schrecklich mühseelig.

Kurigohan selbst zubereiten

Kurigohan wird genau wie Sekigohan (Reis mit roten Bohnen) mit zwei verschieden Reissorten zubereitet:

  • 2 Becher vom herkömmlichen japanischen Rundkornreis
  • ¼ Becher japanischem Mochireis • Mochigome • もち米
    Mochireis auf Amazon gefunden*
  • 1 EL Japanischer Reiswein • Sake
  • 1 Prise Salz
  • 20-25 Maronen / Esskastanien
  • gerösteter schwarzer Sesam zum Garnieren

(*Das ist ein Amazon Partner-Link. Solltest es über diesen Link zu einem Kauf kommen, erhalte ich eine kleine Provision. Dir entstehen dadurch natürlich keine weiteren Kosten.)

Im Video von justonecookbook kannst du dir die Zubereitung einmal anschauen:

So habe ich das auch immer gemacht.

Allerdings konnte ich mir die Einweichzeit sparen, da ich mit dem elektronischen Reiskocher gearbeitet habe. Den habe ich dir HIER einmal vorgestellt.

Die 5 Feste zum Jahreszeitenwechsel

Kiku no Sekku gehört zu den Go Sekku • 五節句.

Das sind die fünf Zeremonien im Jahr, die für die Jahreszeitenwechsel stehen.

Sie widmen sich der Gesundheit und dem Abwenden von Unheil. Denn ein Wechsel der Jahreszeiten bedeutet sowohl für den Körper, als auch für die Natur eine Herausforderung.

Genauer beschrieben habe ich das auch schon mal hier im Artikel zum Nanakuza no Sekku, dem Fest der sieben Kräuter, der sieben Frühlingskräuter.

Mein Fazit zum japanischen Chrysanthementag

Ein in Vergessenheit geratener Tag, aber das Essen ist lecker!


Der nächste Feiertag ist am 18. September:
Keiro no Hi – Tag des Respekts vor den Alten

Alle Feiertage im Überblick findest du HIER!


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