11 Gründe, Japanisch zu lernen

Warum Japanisch Lernen?

Meine Gründe, mich mit der „schwierigsten Sprache der Welt“ (das glaube ich nicht, aber das behaupten Japaner gerne) auseinanderzusetzen, waren recht banal.

Hatte ich doch beschlossen, zu meinem japanischen Freund nach Japan zu ziehen.

Und früher oder später wollte ich mich gerne mit seiner Familie und seinen Freunden unterhalten können.

Für mich war klar, das mit den verschiedenen Schriften, das tue ich mir nicht an. Ich wollte den Japaner schließlich keine Briefe schreiben, sondern einfach nur mit denen quatschen.

Großer Fehler!

Japanischlernen, sollte immer ein Zusammenspiel von Sprechen, Schreiben, Lesen und Hören sein. Die leidige Grammatik kommt automatisch hinzu.

Das war nicht mein einziger Fehler, den ich beim Lernen gemacht habe. Meine größten Fehler habe ich bereits an anderer Stelle vorgestellt:

Die 7 größten Fehler beim Japanischlernen

11 Gründe, Japanisch zu lernen

Warum willst du dir das eigentlich antun? Eine Sprache mit 3 verschiedenen Schriften, die noch dazu nur in einem einzigen Land der Welt gesprochen wird?

Du musst es ja wissen. Und ganz ehrlich. Japanisch Lernen macht Spaß. Doppelt Spaß, wenn du einen guten Grund hast.

Hier einmal die 11 häufigsten Gründe, Japanisch zu lernen (mit heiteren Beispielen, was dir dann so passieren kann:

1. Du studierst Japanologie

Dann steht das in deinem Lehrplan.

Du hast riesen Glück, dass du Unterrichtsmaterial und eine Struktur zum effizienten Lernen vorgelegt bekommst.

Das Sprechen kommt im Unterricht vielleicht ein wenig zu kurz, aber da gibt es ja, Gott sei Dank, noch das Auslandssemester.

Da kannst du richtig loslegen.

Bis du dann feststellst, dass in deinem Wohnheim kaum Japaner leben, sondern Menschen aus aller Herren Länder, die kaum Japanisch sprechen.

Wäre auch komisch, sich mit einer Schweizerin oder einem Amerikaner auf Japanisch zu unterhalten.

Und die wenigen Japaner wollen lieber Englisch mir dir sprechen oder ihr Deutsch trainieren.

Was tust du?

Du packst deinen Rucksack und reist ganz allein durchs Land. Am besten dorthin, wo es keine Ausländer gibt und wo niemand Englisch spricht.

In einem kleinen Dorf in der Nähe von Wakkanai, auf Hokkaido, hast du dann die beste Zeit deines Lebens und endlich ist die Sprache richtig bei dir angekommen.

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2. Du liebst japanische Filme und Anime

Da du ohnehin ständig japanisch hörst und dir die Untertitel auf Deutsch oder Englisch antust, kommst du irgendwann an den Punkt, wo du denkst:

„So, jetzt kaufe ich mir einen Sprachkurs und fange an, das richtig zu lernen. Dann brauche ich vielleicht irgendwann keine Untertitel mehr und kann die Filme im Original ansehen.“

Wochenlang hörst du dir jetzt die langweiligen CDs des Kurses an und denkst dabei das ein oder andere Mal, wie viele gute Filme du in dieser Zeit hättest sehen können.

Aber du lernst recht schnell und kannst ziemlich viel verstehen. Zumindest kannst du einzelne Worte heraushören.

Vom Sprechen bist du allerdings noch weit entfernt.

Du könntest es schon, aber irgendwie traust du dich.

Es ploppen immer wieder einzelne Phrasen bei dir auf: „Madji de???“ „metcha metcha umai!!!“. Du hast dir damit einen authentischen Japan-Slang angewöhnt, um den dich viele beneiden.

Eine echte Kommunikation ist damit zwar noch nicht möglich, aber das ist schon ok.

Kann ja noch kommen.

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3. Du bist vernarrt in Mangas

Dein Regal ist mit Mangaheften vollgestopft.

Die sind natürlich alle auf Deutsch.

Du hast schon so viel in den Heften von Japan aufgeschnappt und Blut geleckt.

Hast einen Narren an das Land gefressen, wo die besten Zeichner der Welt leben – selbst wenn das Überleben mit Mangazeichnen auch in Japan nicht ganz einfach ist, aber immerhin ist es dort ein angesehener Beruf!

Also beschließt du, wenigstens die Schrift ein wenig zu lernen, vielleicht kannst du ja irgendwann ein Manga auf Japanisch lesen. Ist ja nicht so viel Text.

Erste Erfolge zeichnen sich schon nach kurzer Zeit ab. Sprechblasen wie „ああああああ“ oder
„ううんんん“ kannst du jetzt fehlerfrei lesen. Die Bedeutung erschließt sich aus den Bildern.

Bei Kanjis musst du allerdings immer noch nachschlagen und so brauchst du für ein gewöhnliches Manga nun statt 40 Minuten 11 Tage.

Immerhin sparst du so eine Menge Geld und kannst dir schneller als gedacht den Flug nach Japan leisten!

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4. Du liebst japanische Musik

Von morgens bis abends hörst du nichts anders.

Du kannst alle Texte auswendig und möchtest jetzt endlich mal wissen, was du da ständig in die Welt hinaussingst.

Nachdem du mühevoll einen ganzen Songtext Wort für Wort übersetzt hast, und endlich eine Ahnung vom Inhalt des Liedes hast, findest du auf YouTube die englischen Untertitel und die Aussage des Liedes erschließt sich dir endlich.

Dass es um Liebe geht, hast du allerdings schon vorher geahnt, schließlich kommt das „I LOVE YOU“ genau 23 Mal im Text vor.

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5. Du bist der japanischen Kampfkunst verfallen

Du trainierst seit Jahren Judo, Karate, Aikido oder Kendo.

Und weil dir viele japanische Wörter, die Zahlen und die Lehren ohnehin ständig an den Kopf gebrüllt werden, beschließt du, Japanisch zu lernen und zurückzubrüllen.

Dein Vokabular wächst täglich um ein paar weitere Vokabeln, du lernst die unterschiedlichen Level hoch und runter zählen.

Auch Schriftzeichen kannst du leicht erkennen, vorausgesetzt, sie haben etwas mit „Siegen“, „Gewinnen“, „niemals aufgeben“ und „Verlieren“ zu tun.

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6. Du hast japanische Freunde

Ein Japaner lebt in deiner WG?

Du hast irgendwo Bekanntschaft geschlossen mit einer Japanerin und festgestellt, dass das eigentlich ein ganz cooles Land ist?

Weil du ohnehin deine grauen Zellen mit einer neuen Sprache ein wenig herausfordern möchtest, beschließt du, es mal mit Japanisch zu probieren.

Und deine Freunde haben sich schon angeboten, dir dabei zu helfen.

Im Tandem mit dem Japaner wechselt ihr immer wieder ins Deutsche oder Englische, einfach, weil es so viel praktischer ist.

Am Ende des Tages geht ihr zusammen ein Bier trinken, um die Stunde zu wiederholen: „Kanpai“.

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7. Du suchst was zum Angeben

„Ich spreche Japanisch!“, hört sich richtig cool an.

Da wirst du viele bewundernde Blicke bekommen.

Jetzt musst du es nur noch schaffen, die Sprache zu lernen, damit du nicht plötzlich dumm da stehst, wenn sich tatsächlich mal jemand mit dir unterhalten möchte.

Endlich hast du das erste Semester an der VHS geschafft, als dir auf dem Flur eine Asiatin begegnet, in die du dich Hals über Kopf verliebst.

Du lädst sie zu einem Kaffee ein und im nächsten Semester meldest du dich für den Koreanisch-Kurs deiner neuen Freundin an.

Ist ja auch ’ne ganz coole Sprache.

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8. Du möchtest deine beruflichen Chancen erhöhen

Dann lerne vielleicht lieber Chinesisch, Spanisch oder Französisch.

Ach so. Kannste schon.

Na dann wird Japanisch für dich als Sprachtalent mit chinesischem Vorwissen ein Klacks sein.

Allzu viele Firmen setzen in Deutschland leider keine Japanisch-Kenntnisse voraus, aber vielleicht bist du ja genau in einer gelandet, in der du mit Japanisch punkten könntest.

Als du endlich den JLTP N3 bestanden hast, stellt sich ein neuer Mitarbeiter vor, der Japanologie studiert und 3 Jahre in Japan gelebt hat. Er bekommt die Stelle, die du dir erträumt hattest.

Aber weil du schon mal so weit gekommen bist, machst du jetzt einfach weiter bis zum N1.

Für irgendwas, irgendwann wird es ja schon gut sein.

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9. Du möchtest nach Japan reisen

Einfach nur die wichtigsten Sätze richtig aussprechen können und die Speisekarte lesen.

Vielleicht noch in der Lage sein, ein Zugticket zu kaufen oder den Weg zur Toilette alleine finden.

Neben Reiseführern hast du vorsichtshalber auch ein „Japanisch für Anfänger“ mit in den Warenkorb gepackt.

Und dann hat dich der Ehrgeiz gepackt und du beginnst, dir Hiragana und Katakana-Karten zu basteln, übst mit deiner App in jeder freien Minute die Zeichen und bist erstaunt über deine Fortschritte.

Dann im Land stellst du fest, Hiragana und Katakana beherrscht du, genau wie die 100 Sätze, die für eine Reise notwendig sind, aber wenn Japaner mit dir sprechen, verstehste nix.

Die Speisekarten kannste auch nicht lesen, aber das ist auch gar nicht notwendig. Da gibt es ohnehin Bilder.

Trotzdem war die Mühe nicht ganz umsonst.

Über jedes Wort, dass du entzifferst, freust du dich wie ein Kind und stolz liest du deiner Familie die Onigiri-Füllungen vor:

チンチキン… Tschi…n..tschi..ki..n… Chinchicken… also irgendwas mit Hähnchen.

Beim Hineinbeißen heißt es dann „learning by doing“, wenn du feststellst, dass es sich hier um Thunfisch handelt!

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10. Du beschließt, nach Japan zu ziehen

Ok. Das ist jetzt etwas aus der Luft gegriffen.

Ein wenig verrückt ist das schon.

Aber nicht ganz abwegig, wie meine eigene Geschichte beweist.

Kann ja vorkommen, dass du einfach mal raus willst aus deinem langweiligen Alltag.

Irgendwo hin, wo es anders ist.

Aufregend. Exotisch. Skurril.

Du schaust, welches Land Working-Holiday anbietet und bei Japan schlägt dein Herz gleich ein kleines bisschen höher.

Und 2 Monate später ist alles arrangiert.

Dein Reisepass und die Flugtickets sind verstaut und vorsichtshalber legst du die 12 Japanisch-für-Anfänger-Bücher auch lieber mal mit in den Koffer. Ganz durch bist du ja noch nicht.

In Japan stellst du fest, dass du mit Englisch auch ganz gut durchkommst und überhaupt hast du gerade irre viel zu tun, lernst viele neue Leute kennen, reist ein bisschen rum und arbeitest als Englischlehrer.

Die wenige freie Zeit, die du hast, verbringst du zuhause am Rechner und schneidest die Filme für deinen neuen YouTube-Kanal „Mein Jahr in TOKIO!“.

Das Jahr geht schneller um, als du „Otsukaresama deshita“ fehlerfrei sagen kannst.

Einfache Gespräche mit Japanern sind möglich, aber du hattest dir das irgendwie anders vorgestellt.

Beim Koffer packen für die Heimreise überlegst du kurz und lässt die 12 Japanischbücher am Ende bei einem Freund, der vor ein paar Wochen in Tokyo angekommen ist.

Stattdessen füllst du den Koffer lieber mit KitKat Tüten in den abgefahrensten Sorten. So kannst du immerhin noch etwa 10 neue Videos für deinem Kanal produzieren, wenn du wieder zuhause bist.

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11. Weil es einfach passt

Da gibt es die, die ein japanisches Hobby haben, wie Ikebana oder japanische Kalligrafie.

Oder die Gourmets, die der japanischen Küche verfallen sind.

Oder der normal Interessierte, der die Sprache spannend findet.

Mancher hat auch einfach nur ins Programmheft der VHS geschaut und landet im Japanischkurs, weil es vom Wochentag und der Uhrzeit passte, und die Schule ganz in seiner Nähe ist.

Aber zu denen fällt mir leider keine lustige Geschichte ein.

Die lernen jede Woche ein kleines Bisschen und können nach ein paar Jahren hervorragend Japanisch sprechen, lesen und sogar schreiben.

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Wenn du es wirklich ernst meinst und nach ein paar Webseiten, Apps, Tools oder Onlinekursen suchst, dann schau auch mal hier vorbei:

Online Japanisch Lernen | Japanisch-Apps und Webseiten 2018

Und jetzt erzähl du mal: Warum möchtest du Japanisch lernen?

8 Kommentare

  1. Da treffen einige auf mich zu. Hat mit Interesse für Anime und Manga angefangen, ist dann zu Musik gewechselt und später hatte ich japanische Freunde und wollte nach Japan ziehen.

    • Liebe Eli,

      oh, da hast du dich ja tatsächlich von einem Grund zum nächsten „geschwungen“.
      Aber egal, welche Gründe man auch hat, die Hauptsache ist, man lernt mit Spaß und nicht weil man es muss!

      LG Daniela

  2. Super Gründe 🙂

    die Gründe weswegen ich Japanisch können möchte hast du genannt:
    – Mangas
    – Animes/Filme endlich ohne Untertitel sehen
    – nach Japan reisen und sich verständigen können xD

    Leider mache ich bisher, wie du oben angeschnitten hast, den Fehler das ich mich bisher nur auf eines konzentriert habe.
    Ich versuche nämlich Japanisch mit der App „Anki“ zu lernen, was aber leider durch Zeitmangel auch leider mehr untergeht als mir lieb ist

    Aber ich dachte mir „erstmal hören und verstehen, vielleicht noch ohne Hiragana, Katakana und Kanjis lesen können, das ist bestimmt erstmal die halbe Miete“ 😀

    • Liebe Mandy,

      alles zusammen lernen ist zwar viel, aber wenn du dir kleine Schritte vornimmst jeden Tag, nicht zu lange (das demotiviert), dann wirst du erstaunt sein, wie viel am Ende hängenbleibt.

      Viel Spaß beim Lernen 😉
      Daniela

  3. Hallo Daniela,
    bei mir hats mit der besten Freundin angefangen, die mich mit dem Interesse an Japan angesteckt hat. Und es ist im Grunde noch eine Mischung aus 11. (Der Kurs findet tatsächlich ganz in der Nähe zu einer fast perfekten Zeit statt), aus sehr weit voraus liegenden Reiseplänen und schließlich Spaß an der Sprache, die ich gern auch in Filmen, Serien und Musik höre. Der Vorteil ist, ich kann was lernen- muss aber keine Höchstleistungen bringen 🙂

    • Liebe Sarah,

      aus Interesse und nicht unter Druck lernen zu müssen ist doch am Ende der beste Weg. Hätte mir jemand mal damals einleuchtend erklärt, warum Physik mein Leben bereichern und vereinfachen würde, hätte ich bestimmt besser aufgepasst 😉

      Liebe Grüße und viel Spaß beim Lernen
      Daniela

  4. Xiaoming

    Haha, die Gründe 2 und 4 treffen 100% ins Ziel, und 11 ist auch nicht abwegig. Du hast japanische Gärten und Architektur vergessen, die motivieren auch ganz schön.

    • Ja stimmt, die Gärten, Architektur und auch die japanische Mode… Aber auch da wäre mir keine lustige Geschichte eingefallen.

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