Die Insel Zamami | Zamami-jima 座間味島

Teil 8 der Artikelserie OKINAWA - Begegnungen auf Zamami-jima. Bild von den Korallen vor der Insel | NipponinsiderDie Reise geht weiter.

Ich bleibe auf den Kerama Inseln und fahre von der Insel Aka auf die nahe gelegene Insel Zamami.

Es kommt mir vor, als sei ich schon Monate unterwegs, dabei ist es gerade mal 8 Tage her, dass ich mich auf den Weg gemacht habe, mit Bahn und Schiff nach Naha / Okinawa gekommen bin und hier ein Fahrrad gekauft habe für die einmonatige Reise.

Der Artikel ist lang geworden. Schließlich will ein ganzes Wochenende erzählt werden.

Zur besseren Übersicht habe ich den Artikel in 4 Abschnitte geteilt:

  1. Informationen zur Insel Zamami
  2. Aus meinem Reisetagebuch
  3. Ein Freund erzählt | Perspektiven-Wechsel
  4. Shiro & Marilyn | Eine Liebesgeschichte

Inselbild mit Meer und Strand. Text: Infos zur InselZahlen & Fakten

  • Zamami-jima • 座間味島 gehört zur Kerama Inselgruppe
  • Zamami • 座間味 ist auch der Verwaltungsbezirk aller westlich gelegenen Kerama Inseln (insgesamt 20).
    Tokashiki • 渡嘉敷 ist der östliche Verwaltungsbezirk.
  • Die Insel ist 6,66 qkm groß.
  • Der Umfang der Insel beträgt 24 km.
  • Auf Zamami-jima leben rund 600 Menschen [Stand 2015]
  • Zamami liegt etwa 40 km westlich von Naha.
  • Mit der Fähre beträgt die Überfahrt rund 2 Stunden,
    mit dem Expressboot rund 50 Minuten
  • Die Insel lebt vom Tourismus. Es werden jährlich rund 200.000 Besucher gezählt.

Schlafen auf der Insel

Hotels und Pensionen (Minshuku) gibt es in verschiedenen Preiskategorien.

Der Campingplatz am Ama Beach ist die günstigste Übernachtung auf der Insel.
Zu Fuß braucht man etwa 25 Minuten vom Hafen. Es fährt auch ein kleiner Bus.
Zelt und Camping-Equippment können vor Ort geliehen werden.
Mit eigenem Zelt zahlt man 300 Yen pro Nacht.
Mehr Infos zum Campingplatz gibt es HIER (englische Seite).

Tipps & Hinweise

  • Zamami-jima ist ein Tauch- und Schnochelparadies.
  • Der beliebteste Strand der Insel ist Furuzamami Beach • 古座間味ビーチ
  • Wale beobachten kann man von Dezember bis April. Mehr Infos auf Whale Watching Tour Information (englisch).
  • Ama Beach • 阿真ビーチ ist bekannt für Meeresschildkröten.
  • Diese 5 Aussichtspunkte bieten einen tollen Blick über die Inseln:
    Takatsukiyama Tenboudai / Observatory • 高月山展望台
    Kaminohama Tenboudai / Observatory • 神の浜展望台
    Unajinosachi Tenboudai / Observatory • 女瀬の崎展望台
    Chishi Tenboudai / Observatory • チシ展望台
    Inazaki Tenboudai / Observatory • 稲崎展望台 [seit 2015]
  • Auf den kleinen unbewohnten Inseln rund um Zamami ist man fast alleine. Tagestouren sind von Zamami-jima aus möglich.
  • Im zweiten Weltkrieg hat die US Armee die Kerama Inseln besetzt, um von hier den Angriff auf die Hauptinsel Okinawa am 1. April 1945 vorzubereiten.
  • Die Höhlen auf der Insel erzählen die traurige Geschichte vom 2. Weltkrieg, als sich hier viele Insel-Bewohner aus Angst vor den Amerikanern das Leben nahmen.
  • Das Kerama Maritime Museum ist vor allem bei schlechtem Wetter eine tolle Alternative zum Meer.
  • Unbedingt ausreichend Bargeld mitnehmen, da der einzige Geldautomat auf der Insel nur Wochentags für ein paar Stunden geöffnet hat.
  • Nach Zamami-jima soll es die gefährliche Habu-Schlange nie geschafft haben.

Weitere Infos

  • Das Zamami Village Tourist Information Center befindet sich gleich am Hafen. Hier gibt es alle aktuellen Infos und eine Karte zur Insel, auch auf Englisch. Die helfen auch gerne bei der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit auf der Insel.
  • Die offizielle Zamami-Webseite ist leider nur zum Teil auf Englisch übersetzt. Hier findest du Infos zu den Fährzeiten, einen Veranstaltungskalender und weitere News.


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Zamami-jima / Okinawa. Blick vom Aussichtspunkt auf die Insel | Nipponinsider

Aus meinem Reisetagebuch

Gleich bei der Ankunft fällt mir auf: Zamamijima ist wesentlich größer als Akajima.

Hier gibt es tatsächlich ein ausgebautes Straßennetz, an jeder Ecke der Insel einen Aussichtpunkt und zu meiner großen Freunde einen Campingplatz direkt am Meer.

Da fahre ich als erstes hin, suche mir ein schönes schattiges Plätzchen und lade mein Gepäck ab, bevor ich mich auf Erkundungstour über die Insel mache. Endlich kann ich mal richtig radeln.

Erste Entdeckungen

Der Spaß beim Radeln hält sich aber in Grenzen, denn am Nachmittag ist es schrecklich heiß und die Insel ist echt bergig. Die große Tour über die Insel hebe ich mir lieber für die kühlen Morgenstunden auf.

Stattdessen erkunde ich die Gegend um den Hafen, den Stadtkern mit einer Post, einer Polizeistation, einem Supermarkt und ein paar netten Cafés und Restaurants.

Am Hafen von Zamami-jima: Nachbildung eines Wales | Nipponinsider

©2005 by Nipponinsider | Nachbildung eines Wales am Hafen von Zamami-jima

Der große Wal war schon von der Ferne auszumachen. Die Nachbildung schau ich mir mal genauer an. Dabei entdecke ich auch eine kleine Hundestatue. So eine ähnliche hab ich auch auf Akajima gesehen. Ich muss unbedingt herausfinden, was es damit auf sich hat.

Das reicht für heute an Sightseeing. Den Rest des Tages will ich am Strand des Campingplatzes verbringen und mache mich deshalb auf den Rückweg.

Besondere Begegnungen auf der Insel

Eine Kleinigkeit essen und dann früh ins Bett, damit ich bei Sonnenaufgang wieder auf dem Rad sitzen kann – so der Plan.

Dass am Ende mal wieder alles anders kommt, das hast du dir wahrscheinlich schon denken können, oder?

Am Strand spricht mich ein 17-jähriger Japaner auf Englisch an. Aus dem Smalltalk am Anfang wird ein langes intensives Gespräch. Es wird ein echt interessanter und angenehmer Abend, bei dem ich sehr viel lerne – von einem 13 Jahre jüngeren Highschool-Studenten!

Aufgewachsen ist er auf der Hauptinsel – Okinawa Honto – nahe der Hauptstadt Naha. Dieses Wochenende ist Familienurlaub angesagt, den er mit seiner Familie auf dem Campingplatz der Insel verbringt.

Seine offene Art gefällt mir. Das erlebe ich bei japanischen Jugendlichen eher selten. Kazu erzählt mir von seinem Leben auf der Insel und ermöglicht mir gleichzeitig einen Einblick in das Leben eines 17-jährigen. Es wird für mich eine ganz besondere Begegnung, da wir uns auf Anhieb gut verstehen und schnell Freunde werden.

Radtour und weitere Begegnungen

Schon ganz früh am Morgen mache ich mich allein mit dem Rad auf den Weg, die Insel zu umrunden. Ich bin schrecklich müde, aber das vergeht schnell. Die Insel hat es nämlich in sich. Ganz schön bergig hier.

Ziemlich erschöpft vom vielen Auf-und-Ab erreiche ich endlich die erste Aussichtsplattform der Insel.

Hier treffe ich auf Takuya und Rena, ein japanisches Paar, mit denen ich ins Gespräch komme.

Takuya ist hier auf Zamami-jima geboren und erzählt mir von seiner Schulzeit. Mit insgesamt 8 Schülern wurden immer zwei Klasse zusammen unterrichtet.

Passend zu seiner Geschichte ertönt trotz Sommerferien die Melodie zu Schulbeginn über die ganze Insel.

So eine Schulmelodie hört man in Japan oft. Damit wird allen signalisiert: Schulbeginn um 8 Uhr, Mittagspause um 12 Uhr, Pausenende um 13 Uhr und dann um 17 Uhr ist es Zeit, nach Hause zu gehen.

Eine High-School gibt es auf Zamami nicht. Dazu musste Takuya nach Naha, wo die beiden mittlerweile leben.

Wir haben soviel gequatscht, dass ich am Ende die Aussicht gar nicht richtig wahrgenommen habe. Aber dafür habe ich wieder richtig viel gelernt. Und ein paar Aussichtsplattformen hab ich ja noch auf meiner Route.

Am Ende bin ich fast 7 Stunden unterwegs. Die Straße bietet fast ununterbrochen einen atemberaubenden Blick auf das Meer. Ich entdecke kleine Buchten und Höhlen und schon bereue ich es, dass ich morgen wieder abreisen werden. Allein hier könnte ich eine ganze Woche bleiben.

Abschied von Zamami und neuen Freunden

Eine ausgiebige Schnorcheltour gibt es nochmal am morgen, bevor ich meine Sachen zusammenpacke und zum Hafen fahre, wo mich die Fähre am Nachmittag nach Naha zurückbringt. Auch für Kazu und seine Familie geht es zurück.

In Naha werde ich kurz am Guesthouse vorbei müssen, um die geliehene Schnorchelausrüstung zurückzugeben. Dann will ich gleich weiter. Mein nächstes Ziel für heute soll Nashiro Beach sein, etwa 15 km südlich von Naha entfernt. Dass ich diesen Strand aber nie zu Gesicht bekommen werde, ist wieder eine andere Geschichte. Die erzähle ich dir im nächsten Teil.

Vielleicht treffe ich Kazu und seine Familie noch einmal auf meiner Reise, sollte ich ein drittes Mal nach Naha zurückkehren. Noch habe ich keinerlei Pläne.

Aber jetzt heißt erst mal für uns alle: Abschied nehmen.

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Abschiedsfoto in Naha am Hafen

©2005 by Nipponinsider | Abschiedsfoto

Neben den wundervollen Stränden und der Erkundung der Insel mit dem Rad, wird die Begegnung mit dem Highschool-Studenten Kazu rückblickend mein persönliches Insel-Highlight.

Ein paar Wochen später, als ich schon längst wieder Zuhause in Fukushima bin, erhalte ich von dem 17-jährigen Highschool-Studenten seinen englischen Aufsatz, in dem er von seinem Highlight in den Sommerferien berichtet und bin ganz gerührt.

Frei übersetzt ins Deutsche ging der Aufsatz in etwa so:

Mein Sommerhighlight 2005

Sie fällt mir gleich bei ihrer Ankunft auf, steigt vom Rad und schaut sich mit rotem Kopf etwas verwirrt auf dem Campingplatz um.

Dann kommt sie direkt auf mich zu, stoppt aber wenige Meter vor mir, lehnt das rote Mountainbike an einen Baum, macht sich zunächst an der Tasche auf dem Gepäckträger zu schaffen und verschwindet dann in Richtung der Toiletten.

Die Gelegenheit nutze ich schnell und wage einen näheren Blick auf ihr Rad. Woher sie wohl kommt? Ihr Fahrrad sieht schon merkwürdig aus, als hätte sie es selbst zusammengebaut.

Die blaue Tasche erinnert mich an eine Plane, die ich schon oft bei Obdachlosen gesehen habe. I-K-E-A lese ich in gelben Buchstaben auf dem Griff der Tasche. Die Marke sagte mir leider gar nichts. Weitere Hinweise auf ihr Heimatland finde ich auf die Schnelle nicht. Ich gehe lieber wieder zurück, bevor die Frau mit den braunen Locken zurückkommt.

Versteckt hinter meiner Sonnenbrille kann ich sie ganz gut beobachten und sehe, wie sie ein kleines gelbes Zelt auspackt.

Ich könnte ihr jetzt meine Hilfe beim Aufbauen anbieten. Während ich mir die passenden Worte überlege, steht das Zelt allerdings schon.

Plötzlich höre ich meinen Vater nach mir rufen, ich solle ihm das Grillfleisch reichen. Viel zu laut fängt er an, über unsere neue Nachbarin zu sprechen: „Hast du die gesehen? Geh doch mal rüber und frag, woher sie ist. Da kannst du dein Englisch mal ein bisschen ausprobieren!“

„Pssst, Papa. Nicht so laut. Die kann dich doch hören! Vielleicht spricht sie ja Japanisch,“ flüstere ich verlegen und sehe in dem Moment, wie sich die Frau auf ihr Fahrrad setzt und davon fährt.

Wie soll ich sie ansprechen???

Sie kommt erst zurück, als es schon zu dämmern begonnen hat und während ich mit dem Spülen beschäftigt bin, beobachte ich, dass sie runter zum Strand geht.

Soll ich auch zum Strand gehen? Sie einfach ansprechen? Ich bin schrecklich neugierig. Aber wie soll ich sie ansprechen? Auf Englisch?

Mein Vater bemerkt meine Unruhe. Er drückt mir zwei Flaschen Tee in die Hand und fordert mich auf, ihr eine Flasche von dem Tee an den Strand zu bringen.

Also fasse ich meinen ganzen Mut zusammen und finde sie am Strand, auf einem Stein hockend. Sie beobachtet ein Familie, die gerade ein kleines Feuerwerk veranstaltet.

„Hi, my name is Kazu.“

„I’m from Naha. Do you like Japanese Tea?“

Sie scheint sich über den Tee und meine Anwesenheit zu freuen und stellt sich ebenfalls kurz auf Englisch vor.

Ihr Name ist Daniera und sie kommt aus Deutschland.

Ich habe mich noch nie auf Englisch mit jemandem unterhalten. Obwohl der amerikanische Stützpunkt keine 5 km von unserem Haus entfernt liegt, hatte ich bisher noch keine Gelegenheit mit einem der dort stationierten Soldaten zu sprechen. Die machen mir etwas Angst. Den Kontakt mit der US Armee habe ich in all den Jahren immer gemieden.

English Talk

Ich erfahre von Daniera, dass sie als Englischlehrerin an einer Junior-Highschool arbeitet. Sie lebt im 2000 km entfernten Fukushima. Dahin würde ich auch gerne mal reisen. Im Winter liegt dort viel Schnee, das muss toll sein. Schnee gibt es bei uns auf Okinawa nicht.

Daniera ist erstaunt, dass ich erst 17 Jahre alt bin und schon so gut Englisch spreche. Ihre Schüler seien zwar etwas jünger als ich, könnten aber nicht annähernd so flüssig sprechen. Solch ein Kompliment habe ich noch nie bekommen. Tut gut, das mal zu hören und ein wenig von der anfänglichen Anspannung fällt von mir ab. […]

Daniera ist gerade erst von der Insel Akajima gekommen und will mit dem Fahrrad die Hauptinsel umrunden und zwischendurch ein paar Abstecher auf die Inseln machen. Wäre mir viel zu warm, bei den heißen Sommertemperaturen Fahrrad zu fahren, denke ich, aber das sage ich ihr nicht.

Sie denkt darüber nach, mit dem Schiff nach Fukuoka und von dort mit dem Zug zurück in den Norden zu fahren.

Ich erzähle ihr von meiner High School in Fukuoka und dem Wohnheim, in dem ich die meiste Zeit des Jahres lebe. Sie stellt so viele Fragen, so dass die Zeit wie im Flug vergeht und ich nicht bemerke, dass mein Vater plötzlich hinter mir steht.

Japanese ok!

Auf Japanisch spricht er Daniera an und quetscht sie aus.

Ich falle aus allen Wolken, als ich feststelle, dass sie auch Japanisch sprechen kann. Da habe ich mich stundenlang mit Englisch abgemüht und jetzt das. Wie peinlich. Mir ist es plötzlich sehr peinlich, weiter mit ihr auf Englisch zu sprechen. Vor allem, wenn mein Vater mir dabei zuhört. 

Wir setzen unser Gespräch auf Englisch erst fort, als mein Vater wieder zurück zum Zeltplatz gegangen ist. Das ist zwar anstrengend und manchmal sehr schwierig für mich, aber es macht auch sehr viel Spaß. Englisch gehört zu meinen Lieblingsfächern, deshalb will ich die Gelegenheit nutzen, möglichst viel Englisch zu sprechen.

Daniera erwähnt, dass sie hier auf der Insel eine Hundestatue gesehen hat und auf Akajima ebenfalls.

Die Geschichte von den beiden Hunden Shiro und Marylin kenne ich natürlich. Auf Okinawa kennt die jeder und die Liebesgeschichte wurde verfilmt.

So unvorbereitet bekomme ich das auf Englisch nicht hin. Ich könnte ihr das auch auf Japanisch erzählen, aber dann entscheide ich mich doch, es auf Englisch zu versuchen und verspreche Daniera, ihr die Geschichte am nächsten Abend zu erzählen. Bis dahin kann ich ein paar Vokabeln nachgeschlagen und so ganz nebenbei habe ich einen guten Anlass, unser Gespräch fortzusetzen.

Wir verabschieden uns für heute und gehen zurück zu unseren Zelten.

Am nächsten Morgen

Das Fahrrad vor dem gelben Zelt meiner Nachbarin ist nicht zu sehen, als ich morgens aus meinem Zelt krieche.

Daniera erzählte mir gestern Abend noch von ihren Plänen, mit dem Fahrrad die Insel zu erkunden. Wie lange wird sie wohl unterwegs sein? 

An der Übersetzung der Geschichte von Shiro und Marilyn sitze ich den ganzen Vormittag und wir haben gerade wieder den Grill für’s Mittagessen angefeuert, als Daniera mit dem Fahrrad auf den Campingplatz fährt. 

Mein Vater ist begeistert und winkt sie gleich zu uns heran, stellt ihr einen Stuhl an unseren wackeligen Campingtisch, füllt ihren Teller mit Fleisch, Fisch und Gemüse und reicht ihr gleich noch eine kühle Flasche Tee. 

Mir ist es wieder schrecklich peinlich, vor meinen Eltern Englisch zu sprechen, aber viel muss ich nicht sagen, denn mein Vater redet ununterbrochen und will alles zu ihrer Reise auf Okinawa und ihrem Leben im kalten Norden wissen.

Wiedersehen am Abend 

Eigentlich wollte ich heute zum Schwimmen runter an den Stand, aber in der Mittagshitze ist es hier unter den Bäumen sehr viel angenehmer. Unbeeindruckt von der Hitze steigt Daniera wieder auf ihr Rad und fährt los, um sich das Zentrum der Stadt anzusehen. Am Morgen hatte sie sich bereits auf den Weg zu den hoch gelegenen Aussichtsplattformen der Insel gemacht.

[…] Der Strand hier am Campingplatz grenzt an den Ama Beach.

Hier sitze ich, als sich gegen Abend Daniera wieder zu mir gesellt. Den ganzen Tag habe ich die Geschichte vorbereitet, aber jetzt bin ich doch ein bisschen nervös. Aber ich hatte es ihr ja versprochen. Also hier ist die Geschichte:


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Marilyn Statue auf Zamami-Jima. Mein Rad im Hintergrund | Nipponinsider

©2005 by Nipponinsider | Marilyn Statue auf Zamami-Jima.

Shiro und Marilyn – Eine ganz besondere Liebesgeschichte

Der weiße Mischling Shiro lebt mit seinem Herrchen Daisuke auf Aka-jima. Der wundert sich, dass sein Hund jeden Morgen verschwindet und erst am Abend mit nassem Fell wieder auftaucht.

Deshalb geht er dem Hund morgens hinterher und staunt nicht schlecht: Shiro läuft zum Strand, stürzt sich dann in die Wellen und schwimmt – 3 km zur Nachbarinsel Zamami.

Hier wird der Rüde schon sehnsüchtig erwartet: Die Sheltie-Hündin Marilyn steht am Strand und kann die Ankunft ihres Freundes und Spielkameraden kaum erwarten.

Nach einem gemeinsamen Tag auf der Insel schwimmt Shiro die ganze Strecke am Abend wieder zurück.

Um zusammen sein zu können schwimmt Shiro die Strecke über das blaue Meer täglich. Für dieses unglaubliche Durchhaltevermögen und seine bedingungslose Liebe zu Marilyn wird Shiro von den Bewohnern beider Inseln geliebt und bewundert. Selbst als Marilyn 1987 stirbt, sieht man Shiro weiterhin im blauen Ozean nach Zamami schwimmen, wo er stundenlang am Grab seiner geliebten Marilyn steht.

Die rührende Geschichte wird 1988 sogar verfilmt  und wird damit in ganz Japan bekannt. Shiro spielt sich im Film selbst und stirbt 2000 im stolzen Hundealter von 17 Jahren!

Zur Erinnerung gibt es am Hafen von Aka-jima die Statue von Shiro und am Hafen von Zamami steht die Statue der wartenden Marilyn.

In Deutschland ist der Film leider nicht erhältlich.

Ein paar Bilder aus dem Film マリリンに逢いたい • „Marilyn ni aitai“  und ein paar Eindrücke von der Insel gibt es hier zu sehen:
[Länge insgesamt: 9:46 Minuten]

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