Japanisches Kinderbuch: Ode an die Freude in Japan

Wenn Japaner hören, dass ich aus Deutschland kommen, dann fällt früher oder später ein Begriff, mit dem ich anfangs nicht viel anzufangen wusste: „Daiku“

第九 bedeutet „die Neunte“.

Damit ist Beethovens 9. Sinfonie gemeint.

Japaner und ihre Liebe zur „Ode an die Freude“ höre ich immer wieder.

Nun bin ich eine kleine Musikbanausin, gerade wenn es um klassische Musik geht.

Bevor ich nach Japan kam, wusste ich nichts damit anzufangen.

Klar kenn ich Beethoven, aber ich konnte den nicht aus dem Stehgreif vorsingen.

Anders die Japaner!

Keine Komposition ist in Japan so bekannt wie Beethovens 9. Sinfonie und dem Text von Schillers Gedicht „Ode an die Freude“.

Aber wie ist das Lied dort überhaupt hingekommen und warum so bekannt geworden, dass wirklich jedes Kind in Japan mir das vorsingen kann?

Wie die Ode an die Freude nach Japan kam

Tatsächlich brachten deutsche Soldaten das Lied nach Japan, wo es am 1. Juni 1918 in einer Mehrzweckbaracke von deutschen Reservisten des Tokushima-Orchesters und dem Chor uraufgeführt wurde.

Dass es ein riesen Erfolg werden würde, damit hatte niemand gerechnet.

Ein Lied, das die „Brüderlichkeit im Kuss der ganzen Welt“ besingt, wie es in einer der Strophen heißt, war in den Kriegswirren des Ersten Weltkrieges schon etwas Besonderes und bewegte damals viele Menschen.

Die ganze Geschichte wurde von Shigenori Kusunoki in einem Kinderbuch festgehalten und von Taku Furuyama passend illustriert:

交響曲「第九」歓びよ未来へ

Das Buch gibt es allerdings nur auf Japanisch.

Noch.

Denn anlässlich des 100. Jahrestages der Uraufführung möchte der kladdebuchverlag in Kooperation mit dem Herder-Verlag dieses Buch auch auf Deutsch herausbringen.

Als besonders Zeichen der deutsch-japanischen Freundschaft und des kulturellen Austausches zwischen den beiden Ländern.

Das Manuskript hat Manuel Herder auf seiner letzten Japanreise in die Hände bekommen und war so begeistert, dass er sofort eine deutsche Übersetzung anfertigen ließ.

Seine Idee: das Kinderbuch zum 100. Jahrestag der Uraufführung zu publizieren mit einer ganz besonderen Crowdpublishing-Kampagne.

Die Idee finde ich genialk.

Aber wie komme ich nun an das Buch?

Was ist Crowdpublishing

Ähnlich wie beim Crowdfunding kann ich das Buch vorbestellen.

So gewährleistet der Verlag, dass es tatsächlich eine Nachfrage dafür gibt.

Ein hochwertiges Kinderbuch im Farbdruck – nicht ganz billig zu produzieren. Und das Nischenthema „Japan und klassische Musik“ hat es sicher nicht leicht auf dem Büchermarkt.

Mit den Einnahmen aus dem Vorabverkauf aus der Crowdpublishing-Kampagne wird also der Druck finanziert.

Gemeinsam kann das Buch verwirklicht werden, ohne dass jemand ein finanzielles Risiko eingeht.

Immer auf der Suche nach interessanten Kinderbüchern mit Japan-Bezug bin ich natürlich dabei. Die ganze Idee finde ich so schön, dass ich gar nicht lange gezögert habe, um das Projekt zu unterstützen.

Und nein, ich bekomme für diesen Artikel kein Geld oder ein kostenloses Rezensionsexemplar. Ich bin einfach nur daran interessiert, die Welt der Literatur ein wenig mitzugestalten, und hätte gerne dieses Buch – vor allem, wenn mein Name darin auftaucht.

Denn als Dankeschön für die Bestellung erhalte ich neben dem Buch, ein persönliches Dankesschreiben vom Verlag (das ist mir nicht ganz so wichtig) und werde außerdem noch namentlich im Buch erwähnt bzw. Nipponinsider.

Ich mache meinem Blog auf diesem Weg also ein kleines Geschenk und erweise Nipponinsider die Ehre, Teil eines ganz besonderen Kinderbuches zu werden 😉

Ein schöner Gedanke, oder?

Finden sich aber nicht genügend Leserinnen und Leser, um die benötigte Summe für die Produktionskosten zusammen zu bekommen, so erhalte ich meine €15 selbstverständlich zurück.

Dann gibt es leider kein Buch, was ich sehr schade fände.

Im Moment (Stand 9.4.2018) sind erst 26% der Crowdfunding-Summe verwirklicht. Es wird also richtig spannend.

Wenn du auch Teil des Projektes sein möchtest, die Idee genauso spannend findest wie ich oder ein schönes Geschenk mit pädagogischem Wert im Sinne der japanisch-deutschen Völkerverständigung suchst, dann schau einfach mal bei der Herder Community vorbei.

Einen Blick ins japanische Buch kannst du hier ebenfalls werfen.

In der Community kannst du deine Vorbestellung tätigen.

Du hast hier 3 Möglichkeiten, das Buchprojekt zu unterstützen. Mit dem Gang zur Kasse kannst du auch eintragen, mit welchem Namen du im Buch als Unterstützer / Unterstützerin auftauchen möchtest.

>>> Zum Crowdpublishing

Es kann ja eigentlich nicht sein, dass Kinder in Japan die Beethoven Sinfonie kennen und singen können, während Kinder in Deutschland noch nie davon gehört haben, oder?

Vielleicht fehlt einfach das passende Kinderbuch dazu?

Kennst du vielleicht noch andere Kinderbücher mit Japan-Bezug?

Ich bin da immer auf der Suche nach passenden Geschenken für die Kinder in meinem Bekanntenkreis!


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4 Kommentare

  1. Sarah Steffen

    Die Idee finde ich sehr schön, wie du sagst, es kann nicht sein, dass japanische Kinder die Ode an die Freude kennen und deutsche (in meinem Fall schweizer) Kinder nicht.

    Ich selbst mag das Lied sehr gerne, obwohl ich sonst auch kaum Klassik höre. Kennengelernt habe ich es im Flötenunterricht als Kind und seither hat es mich nicht mehr losgelassen. Eine schöne Melodie mit einem noch viel schöneren und die weltverbindenden Text, was will man mehr?

    • Liebe Sarah,
      In der Schweiz also auch noch nicht so bekannt bei Kindern?
      Klassische Musikerziehung im Kindesalter gibt es leider viel zu selten. Ich erinnere mich an meine Grundschulzeit, wo wir Tschaikovsky kennengelernt haben. Ist bis heute der mir bekannteste Komponist geblieben. Da ist viel hängengeblieben.

      Ich drück dem Buch Projekt jedenfalls die Daumen.

      Liebe Grüße Daniela

  2. Als ich gestern spät Abends ein Exemplar „angefragt“ habe, waren es schon 29%. Ich hoffe, es wird realisiert. Ich war damals in der dazugehörigen Ausstellung (im „Deutschen Haus“ in Naruto glaube ich) und es wird mit dem Buch eine schöne Erinnerung an den Besuch.
    Die haben das Orchester in der Ausstellung mit lebensgroßen Puppen nachgestellt, inklusive Musik und Bewegung. Leicht schrullig, aber auch ziemlich spaßig anzusehen. Ich erinnere mich gerne daran zurück 🙂

    • Liebe Jessica,

      Das hört sich interessant an. Schrullig aber spassig 😉. Das Thema ist sicher nicht leicht umzusetzen. Vielleicht sollte ich die Ausstellung noch mit in den Artikel aufnehmen…

      Danke für den Hinweis.

      Liebe Grüße Daniela

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