Fünf Gründe, Japan zu lieben | Gastartikel von Flora

Fünf Gründe, Japan zu lieben - Flora erzählt. Bild von einem Matchalatte mit einem Herz darauf | Nipponinsider

Über Floras Artikel auf meinem Blog freue ich mich ganz besonders.

Als sie im November nach Berlin kam, trafen wir uns und lernten uns bei japanischem Essen ein wenig näher kennen.

Ihr Verständnis und ihre Begeisterung für Japan hat mich fasziniert und ich habe mich da selbst ein wenig wiedererkannt.

Sie erzählt dir in diesem Artikel gleich von ihren fünf Gründen Japan zu lieben, die ich so alle unterschreiben kann:


Flora erzählt:

Heute darf ich euch auf Nipponinsider erzählen, warum ich mich für Japan begeistere.

Zuvor muss ich jedoch feststellen, dass es gar nicht einfach ist, sich auf wenige Dinge zu beschränken.

Mein Interesse ist sehr vielschichtig. So habe ich versucht, euch zunächst fünf Gründe näher zu bringen, um Japan zu lieben. Diese reichen vom ästhetischen Verständnis Kleinigkeiten perfekt zu arrangieren, über den Ideenreichtum in Werbespots, bis hin zur Kunst des Washoku (japanisches Essen).

1. Grund: Detailverliebtheit

Meine Bewunderung gilt vielen Japanern für ihre Achtsamkeit gegenüber Details.

Damit kann ein Arrangement im Cafe, der Herstellungsprozess eines Produktes oder das liebevolle Einpacken im Laden gemeint sein.

Selbst ein Apfel kann dem Kunden wie ein edles Juwel präsentiert werden. Wobei man sagen muss, dass ein Apfel je nach Sorte sehr teuer in Japan sein kann und sich bereits dadurch eine aufwendige Verpackung erklären lässt.

Auch ein Stück Kuchen kann so liebevoll präsentiert werden, dass man es lieber anschauen und gar nicht essen möchte.

In Japan sind solche kleinen oder manchmal auch großen Besonderheiten allgegenwärtig.

Nicht allen Japanern mag dieses Auge für Ästhetik geben sein, aber die, die es besitzen, gestalten die Welt um sich herum um einiges schöner.

Japanischer Kaffee mit süßer Dekoration und ein Matchakuchen toll verziert. Liebe zum Detail in Japan

2. Grund: das Gesamtkonzept

Nicht nur auf das Arrangement wird sehr viel Wert gelegt, sondern auch auf das Gesamtkonzept aus Herstellungsprozess, Präsentation und Konsumidee.

Am stärksten spüre ich diese Haltung in der japanischen Teekultur.

Vom sorgsamen Anbau der Teebüsche bis hin zur Zubereitung des Tees, welche am hochwertigsten in der traditionellen Teezeremonie zu finden ist, wird insgesamt viel Zeit in die Beschäftigung mit einem einzigen Produkt investiert.

Der letzte Schliff beinhaltet nicht (nur) die Darstellung vor dem Kunden, sondern auch wie der Kunde auf das Produkt reagiert.

Nimmt er sich Zeit und fällt ihm die hochwertige Zubereitung des Tees auf, so ist der Produktkreislauf perfekt. Denn japanischer Tee ist kein Konsumgut, sondern hauptsächlich für den Genuss und zur Freude bestimmt.

3. Grund: japanischer Ideenreichtum

Ein weiterer Grund Japan zu lieben, sind der Ideenreichtum der unzähligen Werbeanzeigen und die fast wahnwitzigen Geschichten mancher Werbeclips.

Während meiner Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln haben die emotionsstarken Gesichtszüge auf den Werbeplakaten schon oft meine Stimmung gehoben.

Schön ist, dass man zum Verstehen der vermittelten Botschaft nicht zwingend die Schriftzeichen lesen muss. Die fantasievolle Bildsprache erklärt sich fast wie von selbst.

Beispiel eines japanische Werbeplakat:

Japanisches Werbeplakat für ein Haarpflegeprodukt

Ein kurzer Werbefilm:

4. Grund: japanische Hilfsbereitschaft

Wovon sich viele Deutsche eine Scheibe abschneiden können, ist die Hilfsbereitschaft in der Öffentlichkeit gegenüber Touristen.

Als ich mich in Osaka verlaufen hatte, dauerte es kaum 2 Minuten, bis mich jemand ansprach, um mir zu helfen. Sogar, um einen Yukata richtig zu binden, bot mir eine Kimono- und Yukata-Trainerin mitten auf dem Bahnhof ihre Hilfe an.

Der Wille zur Hilfsbereitschaft gegenüber Touristen trifft natürlich nicht auf alle Japaner zu, aber es ist etwas, was mir in Japan noch mehr als in anderen von mir bisher bereisten Ländern aufgefallen ist.

5. Grund: das japanische Essen

Zu guter Letzt folgt ein Grund, den viele Japanfreunde als einen der Ersten nachvollziehen können: das Essen.

Traditionell japanisches Essen schmeckt nicht nur gut, sondern sieht auch besonders geschmackvoll aus. Das liegt daran, dass es verschiedene ästhetische Ansätze in der japanischen Esskultur gibt, die sich sowohl auf den Geschmack, als auch die Optik beziehen.

Am bekanntesten ist der Grundsatz Go-Shiki, der Zubereitung nach den fünf Farben Rot, Gelb, Grün, Schwarz und Weiß.

Den besten Beweis, dass japanisches Essen eine Kunst für sich ist, liefert die Tatsache, dass Washoku (so wird das japanische Essen bezeichnet) 2013 von der UNESCO zum Kulturgut erklärt wurde.

Als Beispiel wurde die aufwendige Zubereitung des Essens für das Neujahrsfest genannt.

Dabei spielen verschiedene Voraussetzungen, wie das Wissen über frische Zutaten, der Symbolcharakter von einzelnen Zutaten und die Achtsamkeit bei der Zubereitung eine Rolle.

Ebenfalls ein wichtiges Kriterium ist, dass Washoku immer in der Gemeischaft zu sich genommen wird.

Washoku beinhaltet die allumfassende Weitergabe von Kochkunst, Nahrungsmittelbewusstsein und Genusskultur.

Bild von einer Japanischen Mahlzeit - Washoku

Es hat mich sehr gefreut, euch auf dem Blog Danielas Nipponinsider über meine Liebe zu Japan zu erzählen. Auch wenn sich manche Punkte überspitzt auch in typischen Japan-Klischees wiederfinden, entspräche es nicht meinen realen Beobachtungen, sie deswegen zu leugnen.

Ich könnte wohl noch viele weitere Punkte oder auch Einzelheiten benennen, die ich in der japanischen Kultur und in dem Land zu lieben gelernt habe.

Doch das bleibt weiteren Diskussionen und Blogbeiträgen vorbehalten, zumal es sich hier um einen Gastbeitrag handelt, für dessen Einladung ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken möchte.

Eure floratcha


Bei unserem ersten Treffen in Berlin ist dieses Bild von uns entstanden.

Wenn du jetzt auf den Geschmack gekommen und mehr dazu erfahren möchtest und mehr über japanische Ästhetik und Matcha erfahren möchtest, dann schau auch mal auf Floras wunderschönen Blog vorbei :

Floratcha – Flora loves Matcha.


Kategorie #Japanliebe auf Nipponinsider (Gastartikel)Hier findest die alle bereits gesammelten Geschichten zu dem Thema
WARUM ICH JAPAN LIEBE


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9 Kommentare

  1. Da kann ich Flora nur beipflichten. Alle ihre genannten Punkte begeistern mich auch immer wieder, wenn ich in Japan bin.

    Gerade bei dem Essen lassen sich die Japaner so viele verrückte Sachen einfallen. Dabei denke ich gerade an einen Burger zu Halloween, der gestaltet war wie ein kleines Monster. Der Schinken auf dem Burger war die heraushängende Zunge 🙂

    • Lieber Ronny,

      oh so einen Burger hab ich bisher noch nicht zu Gesicht bekommen. Hört sich irre an.
      LG Daniela

  2. Bei Ästhetik und Essen fallen mir noch die Weihnachtskuchen ein. Die Japanerin Makiko Itoh verlinkt im Dezember welche auf ihrer Facebook-Seite, da sind dann die Kuchen von teuren Bäckereien und Kaufhäusern dabei, die sind viiieeel zu schade zum essen.

    LG, naomi

  3. Ein schöner Gastbeitrag, und den Gründen kann ich nur zustimmen…! Ich habe damals bei meinem ersten längeren Aufenthalt in Japan begonnen, mein Essen zu fotografieren, noch lange bevor daraus ein Instagram-Trend wurde, – einfach, weil das Essensarrangement und Dekorationen so toll aussahen 😉

    • Liebe Hanna,

      Mut dem Essen fotografieren bist du ja wirklich nicht allein. Ich habe schon damals, auch lange vor Instagram in einem Café gearbeitet und Japanerinnen bei ihrem Fooddiary beobachtet. Die haben immer ihr Essen fotografiert und sich Notizen gemacht. Als Erinnerung.
      Liebe Grüße
      Daniela

  4. Wie so oft bin ich fasziniert hier im Blog „hängen geblieben“, heute besonders bei Floras Gastartikel. Da ich ja nun im letzten Jahr auch endlich in Japan war, kann ich trotz der kurzen Zeit vieles nachvollziehen, was Flora berichtet. Diese Liebe zum Detail, besonders beim Essen hat mich total mitgerissen (wirklich). Ich habe ständig meins und auch fremdes Essen fotografiert. Zuhause koche ich gerne japanisch und habe neulich eine Art „Menü“ zusammengestellt, das eigentlich in eine Bentobox gehört hätte. Hab ich aber nicht für mehrere Gäste, also mußte es so gehen. Das macht schon ungeheuer viel Arbeit, aber war total spannend.
    Nun aber zu meinem Lieblingsthema „Ikebana“, denn das passt natürlich auch besonders zur „Liebe zum Detail“. Wobei ich es sehr traurig finde, dass selbst in Japan das Interesse an Ikebana so sehr nachläßt. Als „Ausländer“ sehe ich Ikebana als ein sehr wichtiges japanisches Kulturgut, es zeigt soviel, was Japan und die Japaner darstellt. Aber alles hat seine Zeit……
    Jetzt geh ich mal zu Floras Blog und grüße alle herzlich Renate

    • Liebe Renate,

      das Interesse an Ikebana hat in Japan wirklich nachgelassen. Das ist mir nur bei den ganz alten Frauen noch begegnet oder bei Ausländern. Denn ich gebe dir Recht: Durch Ikebana zeigen sich die Wesenszüge der japanischen Kultur, die Liebe zum Detail, die Hingabe für eine Sache, Prüfungen, die Freude am Schönen, Naturverbundenheit…

      Viel Spaß mit dem wunderschönen Blog von Flora.

      Deine Daniela

  5. Liebe Daniela,
    schön, dass ich auf diese Weise schon ein bisschen was über Flora erfahren konnte. 🙂
    Ich freue mich schon sehr auf euch!
    Liebe Grüße,
    Mari

    • Liebe Mari,

      die Matchaverkostung wird bestimmt wieder super bei dir. Du gibst dir da immer so viel Mühe!!!

      Liebe Grüße und bis bald
      Daniela

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