Traumberuf Lehrerin in Japan | Erfahrungsbericht

Der Klassiker unter den Jobs bei Ausländern in Japan: Englisch unterrichten.

Wenn man nichts anderes findet und mit seiner deutschen Qualifikation so gar nichts in Japan anfangen kann!

Ich bin diesen Weg gegangen.

Wie ich zu meinen Jobs als Englisch- und Deutschlehrerin kam, wie viel ich dabei verdient habe (das sind Angaben aus den Jahren 2003-2009 / Fukushima), meine persönlichen Erfahrungen und wie ich meinen Unterricht am Ende gestaltet habe, davon möchte ich dir erzählen.

Im Vordergrund meines Unterrichtes sollte eigentlich immer nur eine Sache stehen:

Englisch lernen sollte Spaß machen.

Selbst fand ich Englisch in der Schule nämlich grauenvoll. Dümpelte all die Jahre irgendwo zwischen 5 und 6 vor mich hin. Aber dazu später mehr.

Traumberuf Lehrerin in Japan

Tatsächlich habe ich als Kind davon geträumt, einmal Mathelehrerin zu werden. Ich mochte die Mathematik, war aber nur besserer Durchschnitt.

Mein Traum wurde dann irgendwann in der 7. oder 8. Klasse von meinem damaligen Mathematiklehrer unwissentlich zunichtegemacht mit den Worten: „Lösung ist zwar richtig. Aber, Daniela, du kannst echt nicht erklären!“

„Mach‘ doch irgendwas mit Kunst! Du bist so kreativ!“, motivierten mich andere Pädagogen später. Und da ich dabei wenig erklären musste und kein Englisch dafür benötigte, hielt ich das für eine ganz gute Idee: Ich wurde Mediengestalterin.

Denn mit Englisch stand ich auf Kriegsfuß.

Oder vielleicht mit meiner Englischlehrerin?

Der prägendste Satz meines Lebens stammte von ihr und stand unter meiner Arbeit: „Das war wirklich die schlechteste Arbeit, die ich je korrigieren musste. Du wirst NIEMALS Englisch lernen. 6 Minus!!!“

Ich glaube nicht, dass meine Lehrerin das damals ernst meinte.

Ich hoffe es nicht.

Sie kannte meinen Ehrgeiz und mein trotziges „Das wollen wir doch mal sehen!“. Das redete ich mir zumindest ein.

Trotzig war ich.

„Wenn ich das eh nicht lernen werde, dann verschwende ich da lieber nicht unnötig meine Zeit!“, dachte ich, mogelte mich durch vier harte Jahre und wählte Englisch bei der ersten Gelegenheit ab (früher war das tatsächlich noch möglich!).

Der Satz meiner Lehrerin hing mir allerdings noch lange nach.

Ich trug ihn in meinem Unterbewusstsein durch die ganze Welt. In Neuseeland, wo ich 3 Monate eine Sprachschule besuchte. In Kapstadt, wo ich weiter Englisch lernte und am Ende die Cambridge Prüfung ablegte.

Selbst auf meiner Weltreise, auf der ich mich mit ganz gut mit Englisch durchschlug, musste ich noch manchmal daran denken, dass ich ja eigentlich NIEMALS Englisch lernen würde.

Und dann kam ich 2003 nach Japan.

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Jobsuche in Japan

Wie sollte ich hier bloß Geld verdienen? Ohne Japanischkenntnisse?

„Na, als Lehrerin. Ist doch klar!“, alle waren sich einige.

Ich erinnerte mich noch ein letztes Mal an die Worte meiner Englischlehrerin.

Und so hängte ich trotzig, aber entschlossen meine kleine Anzeige ans Brett des Worldvillage Centers, dem International Center von Fukushima.

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Meine Tipps zur Jobsuche

➥ Lass dir von niemandem einreden, du kannst das nicht oder du bist nicht der Typ, bevor du es nicht probiert hast. Wenn du es wirklich nicht kannst, dann hast du es zumindest mal versucht.

➥ Suche den Ort in Japan, wo Schulen und Firmen nach Englischlehrern suchen. International Center (das gibt es in fast jeder japanischen Stadt) aufsuchen, dich kurz vorzustellen und denen mitzuteilen, dass du einen Job suchst. So wurde ich als „Die Deutsche, die auch Englisch unterrichten möchte“ recht schnell bekannt.

➥ Internetportale, um Jobs zu finden, gibt es zusätzlich. Gab es damals auch. Damit habe ich allerdings keine so guten Erfahrungen gemacht.

➥ Mache einen kleinen Aushang auf Englisch, und ganz wichtig!!! auch auf Japanisch. Denn viele Japaner springen nur auf japanische Texte an.

➥ Erzähle jedem, den du kennst, dass du einen Job suchst und wie man dich erreichen kann.

➥ Suche dir Leute, die den Job, den du machen möchtest schon machen und schau denen bei der Arbeit zu.

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Meine ersten Jobs

Da es mir anfangs nicht so sehr ums Geld verdienen ging, habe ich einfach Freunde begleitet, die bereits als Lehrer arbeiteten.

Ich wollte wissen, was da überhaupt auf mich zukommen würde und ob das was für mich sein könnte.

So begleitete ich andere Ausländer und Japaner zu ihrer Arbeit in Kindertagesstätten, Kindergärten, Nachhilfeschulen, Grundschulen, Juniorhigh, Highschools und setzte mich sogar in die Deutschklasse der Universität.

Ich wollte alles über das Unterrichten in Japan lernen, eine pädagogische Ausbildung hatte ich ja nicht.

Nach gut einem Monat kamen die ersten Leute auf mich zu und endlich wurde ich für ein paar Stunden bezahlt.

In dieser Zeit begann ich drei Jobs, die ich bis zum Ende einmal in der Woche machte. 6 Jahre lang.

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➥ Englisch Conversation Class

Eine lockere Conversationclass in der Nachhilfeschule eines Freundes.

3 Schülerinnen im Alter von 14, 18 und 36 Jahren.

Wir saßen gemütlich unter dem Kotatsu und jeder erzählte von seinem Highlight der Woche. Wenn sich daraus kein Gespräch entwickelte, dann brachte ich ein Thema ein, über das wir disskutierten.

Ich habe da ganz nebenbei viel über Japan gelernt.

Was ich dafür bekam?

  • 1.500 Yen die Stunde.
  • Viele interessante Geschichten.
  • Einblicke in das Leben einer Highschool Schülerin, einer Studentin und einer Angestellten.

Was mich das kostete?

  • 1.050 Yen Fahrtkosten
  • Einmal in der Woche 1,5 Stunden Fahrtzeit und 1 Stunde Unterricht.

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➥ Englischlehrerin in einer Nachhilfeschule

Mit drei Mädchen arbeitete ich ein- bis zweimal die Woche ein Englischbuch durch und es wurde viel gespielt. Bis zur Einschulung in die Junior High School begleitete ich die drei in einer privaten Nachhilfeschule, auf Japanisch Juku genannt.

Was ich dafür bekam?

  • 1.000 Yen die Stunde
  • Erfahrungen, wie man Kinder motivieren kann
  • Viel Kinderlachen

Was mich das kostete?

  • Kurze sportliche Aktivität auf dem Fahrrad von insgesamt 30 Minuten
  • Unterrichtsmaterial und endlose Stunden der Vorbereitung

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➥ Privater Englischunterricht in lockerer Runde

Jeden Freitag traf ich mich mit drei älteren Damen zum Mittagessen in einem Hotelrestaurant. Sie erzählten mir auf Englisch von ihrem Leben und wir wurden mit den Jahren enge Freunde. Mit ihrer Hilfe kam ich zu vielen weiteren Jobs.

Die drei hielten immer die Augen und Ohren für mich offen.

Was ich dafür bekam?

  • Ein leckeres Mittagessen
  • Viele neue Jobangebote
  • Enge Freundschaften zu drei ungewöhnlichen Frauen
  • Geschichten aus der Nachkriegszeit und aus dem Leben einer japanischen Hausfrau

Was mich das kostete?

  • 2 bis 3 Stunden

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➥ Als ALT an einer staatlichen Schule

Nach 5 Monaten bekam ich das Angebot an einer Junior High School als ALT (Assistant Language Teacher) zu arbeiten.

Eine große Chance, die ich sofort ergriff.

Auch wenn ich nicht immer nur Gutes über den Job als ALT gehört hatte.

Andere ALT bezeichneten sich gerne auch als „lebende Kassettenrecorder“, weil ihre Aufgabe darin bestand, Texte vorzulesen.

Als ALT arbeitet man eng mit dem japanischen Englischlehrer zusammen, ist nie allein im Unterricht mit den Schülerinnen und Schülern und hat zusätzlich die Aufgabe, sein eigenes Land ein wenig vorzustellen.

Ich hatte unglaubliches Glück mit meinen Kolleginnen, die hervorragend Englisch sprachen und mir bei der Unterrichtsgestaltung freie Hand liessen.

17 Unterrichtsstunden á 45 Minuten standen anfangs auf dem Plan. Später kamen aber noch die zwei Grundschulen dazu, sodass ich alle im Ort lebenden 6- bis 14-Jährigen unterrichtete.

Insgesamt waren es über 800 Mädchen und Jungen, die ich einmal in der Woche zu Gesicht bekam.

Was ich dafür bekam?

  • 200.000 bis 300.000 Yen bei drei bis vier Tagen Arbeit in der Woche
    (in den Ferien verdiente ich nichts, arbeitete dafür aber auch nicht)
  • Bezahlte Unterrichtsstunden, Vorbereitungs- und Nachbereitungszeit
  • Erfahrungen mit japanischen Kollegen
  • Lehrerausflüge in Onsenhotels
  • Einblicke in das japanische Schulleben
  • Beifallklatschen nach dem Unterricht
  • Eine Liebeserklärung von einem meiner Schüler

Was mich das kostete?

  • Eine Stunde Fahrt mit Bahn und Fahrrad, manchmal auch nur Fahrrad, dann wurden daraus allerdings 2 Stunden.
  • 280 Yen Fahrkosten am Tag
  • Kosten für Unterrichtsmaterial

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Meine Aufgaben als ALT

24 Gesichter starrten mich mit ihren dunklen Augen an.

Meine Schüler.

Und ich.

Ich stand vor einer Schulklasse als Englischlehrerin.

Schweißgebadet.

Ohne Lehramtsstudium, pädagogisches Wissen auf die Schnelle im Selbststudium angeeignet und mit nur einem großen Anspruch:

Hier soll niemand das Klassenzimmer mit dem Gefühl verlassen:

„Englisch werde ich NIEMALS lernen!“

Als ALT assistierte ich lediglich den regulären Englischlehrern.

Schnell war klar: Zum Textevorlesen war ichviel zu teuer.

Meine Kollegen konnten selbst hervorragend sprechen und besaßen einen funktionierenden CD-Player, mit dem sie die Texte des Arbeitsbuches abspielten.

Sie übernahmen den lästigen Teil von 4 Stunden in der Woche, in denen sie englisch Grammatik und Vokabeln vermittelten (auf Japanisch).

Also ums Erklären musste ich mir schon mal wenig Sorgen machen.

Eine Stunde in der Woche war Englisch-Training-Day mit der Deutschen.

Ich sollte die Schüler zum Sprechen motivieren und dabei möglichst die Grammatik der Woche mit einbauen.

Kreativität war gefragt.

Genau mein Ding.

Ein echter Traumjob.

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Unterrichten an einer Junior High School

Inspiriert vom japanischen Fernsehen übernahm ich einfach viele der Quizshows.

Die Schüler kannten die Regeln, da musste ich „Erklärungslegastänikerin“ gar nicht viele Worte zu verlieren (Hätte ohnehin niemand auf Englisch verstanden).

Die Schüler bildeten dabei Teams, in denen folgende Spiele gespielt wurden:

★ Brettspiele mit aktiven Aufgaben und Fragekarten

★ Pantomimespiele, bei denen die anderen Begriffe, Berufe, Gefühle oder Situationen raten mussten.

★ Montagsmaler: Einer malte und die anderen mussten die Begriffe raten und Sätze damit bilden

★ Running-Dictation: Ein Text hing vor der Klasse und die Schüler mussten rauslaufen, sich einen Satz merken und ihn dann aufschreiben. Das Team, dass zuerst fertig war, hatte gewonnen.

★ Jeopardy: An der Tafel gab es unterschiedliche Kategorien und unterschiedlich Punkte (Level der Fragen) aus denen die Teams abwechselnd wählen durften. Ich nannte die Antwort und die Schüler mussten dazu die passende Frage stellen.

★ Tabu: Ein Begriff musste erklärt werden, ohne bestimmte Wörter dabei zu verwenden.

★ Rollenspiele: Z.B. Reise ins Ausland, wo die Schüler einzeln die typischen Fragen beantworten mussten.

Ich stöberte mich durch das deutsche und japanische Fernsehprogramm und durch mir bekannte Brettspiele, bastelte allerhand Unterrichtsmaterial und schweißte tagelang Karten ein.

Vieles musste nur einmal gefertigt werden und konnte immer wieder eingesetzt werden.

Dass ich diese Art von Unterricht durchsetzten konnte, hatte ich vor allem meinen offenen Teamkolleginnen zu verdanken, die Gefallen am Unterricht gefunden hatten und selbst mit neuen Ideen am Start waren.

Unbekannte Spiele wurden einfach schnell von den Lehrerinnen einmal kurz auf Japanisch erklärt, damit es keine Missverständnisse gab und wir schnell starten konnten.

Wenn ich das Klassenzimmer betrat, dann empfing mich die Klasse mit Beifall.

Ein großartiges Gefühl. Auch wenn ich nach wie vor irre nervös war.

Nach Unterrichtsschluss standen alle Schüler auf, bedankten sich im Chor, wie es in allen Fächern üblich war und klatschen am Ende wieder.

Welcher Lehrer hat das schon? Ich habe bei meinen Lehrern noch nie Beifall geklatscht.

Wenn ich dann raus war, stürmten die Schülerinnen hinter mir her und begleiteten mich zum Lehrerzimmer. Ich war angehalten, kein Japanisch zu sprechen. Während meine Schüler aber auf Japanisch Fragen stellten, blieb ich hartnäckig beim Englisch.

(Als ich später noch die Grundschulen des Ortes hinzubekam, sprach ich mit den kleinen 6-12-jährigen dann aber schon auf Japanisch).

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Deutsche Kultur auf Englisch vermitteln

Als Englischlehrerin in Japan hatte ich unter anderem auch die ehrenvolle Aufgabe, meinen Schülern Deutschland etwas näher zu bringen.

„Hmm? Wie bringe ich 13-jährigen auf unterhaltsame Weise etwas über Deutschland bei?“

Bei meiner Umfrage unter den Schülern fielen immer wieder die drei Worte, die sie bei „Doitsu“ im Kopf hatten:

  • Fußball
  • Bier
  • kakoi (=cool) Deutschland hat ein „cooles“ Image, mit unglaublich gut aussehenden Männern – allen voran Oliver Kahn.

Den fanden die Mädchen und Lehrerinnen toll, wegen seiner roten Haare.

Und die Jungs und Lehrer, wegen seiner sportlichen Leistung.

Eines Tages, ich saß bei MISTER DONUTS und arbeitete an meinem Unterrichtskonzept, spielten sie im japanischen Radio plötzlich DIESEN Song.

Einen deutschen Song!

In Japan!

Im Mister-Donuts-Radio!

Mir kamen ein paar Tränchen, denn ich hatte zu dem Zeitpunkt schon seit Monaten nichts Deutsches mehr gehört, gesehen oder gelesen.

Da saß ich also, tropfte mein Pon de Ring salzig und versuchte mich auf den Text im Lied zu konzentrieren.

Was singen die denn da?

„Ich muss durch den Monsun, hinter die Welt… bis kein Regen mehr fällt…“
Es gibt doch gar keinen Monsun in Deutschland. Klar, es regnet viel, aber Monsun?

Egal.

„Durch den Monsun“. Sagt dir das Lied noch was? Das Musikvideo gibt’s auf YouTube.

Ein bisschen erinnerten mich die an meine Lieblings-Teenieband ECHT.

Im Internet fand ich heraus, dass es sich hier um einen Song einer 2006 total angesagten deutschen Teenieband handelte: Tokio Hotel.

Lustiger Name, wenn man in Japan lebt.

Bis zu dem Mister-Donuts-Heul-Augenblick hatte ich noch nie was von denen gehört!

Ich ließ mir also die CD schicken und gleich auch noch meine Echt-CDs, die mittlerweile in Deutschland verstaubten.

So kam es zu einer weiteren Unterrichtsreihe:

German Music Time

Dazu stellte ich eine Liste mit deutschen Lieder zusammen, deren Refrains oder Hauptaussagen des Liedes ich ins Englische übersetzte (es handelte sich ja schließlich immer noch um Englischunterricht).

Ok.

Das könnte jetzt vielleicht illegal gewesen sein, wegen GEMA und so.

Natürlich hab ich nicht die CDs abgespielt, sondern die Lieder alles selbst vorgesungen 😉

Am Ende hatte Tokio Hotel ein paar weibliche Fans mehr, die nun fleißig „Biru“ und „Tomu“ (Bill und Tom) in ihre Schulhefte kritzelten, natürlich auf Japanisch:

ビル ♥ トム

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Das Ende meiner Karriere als Lehrerin

Spaß hat es gemacht und ich selbst habe unheimlich viel in meiner Zeit als ALT lernen können.

Trotzdem stellte ich irgendwann fest, dass vor einer Klasse zu stehen und den großen Entertainer zu geben mich jeden Tag an meine Grenzen brachte.

Es war irre anstrengend und ich war vor jeder einzelnen Stunde schrecklich aufgeregt, sodass ich nur noch T-Shirts trug, auf denen mein Schweiß unter den Achseln nicht sichtbar war.

Schweren Herzens kündigte ich meinen ALT Job und ging erst mal für ein paar Monate nach Deutschland.

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Wieder auf Jobsuche

Danach fing ich wieder ganz von vorne an.

Dieses mal ohne Aushang am Brett.

Ich fand viele kleine Jobs unterschiedlichster Art. Unterrichtete nur noch wenig:

  • Englisch Privatstunden (für 8.000 Yen / Stunde)
  • Interkulturelle Kommunikation in Unternehmen (5.000 Yen / Stunde)

Irgendwann später fand ich meinen Traumberuf in Japan in einem ganz besonderen Café, direkt vor meiner Haustür. Fußweg 1 Minute 20 Sekunden (wenn die Straße frei war). Stundenlohn: 720 Yen (Geld ist halt nicht alles)

Was mir geblieben ist?

Die besten Erfahrungen, die man in einem fremden Land machen kann.

Und Lehrerin bin ich im Herzen auch heute noch.

Ein letzter Schüler ist mir auch nach über 15 Jahren noch geblieben. Mein Mann 😉

Also habe ich mich mal hingesetzt und einen ganz besonderen Deutschkurs erstellt.

Wie damals…

…German Music Time

20 Songs – 20 Deutschlektionen der besonderen Art, mit denen ich Japanern Deutschland erkläre und sie ein wenig mit der deutschen Sprache vertraut machen möchte.

Deutsch lernen mit Musik

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Hast du deinen Traumjob schon gefunden? Kannst du dir vorstellen, auch mal in Japan zu unterrichten?

21 Kommentare

  1. Liebe Daniela

    Das ist bisher einer meiner Lieblingsartikel. Er ist nicht nur enorm unterhaltsam geschrieben, sondern zeigt auch auf, dass Geld nicht alles ist und man nebst der Entlöhnung auch noch viel anderes aus einer Tätigkeit mitnehmen kann!

    Ich selbst arbeite in einem Reisebüro, das sich auf Japan spezialisiert hat. Wir organisieren vor allem Individualreisen ganz nach Kundenwunsch à la carte, haben aber auch einige vorgefertigte Reisen im Angebot. Das ist sehr abwechslungsreich und ganz nebenbei kann ich meine Leidenschaft der Kundschaft weitergeben =)

    • Liebe Sarah, vielen Dank. Sehr motivierend, weil das wohl mein spontansten Artikel war.

      Hört sich super an dein Job, sehr dankbare Kunden, die deine Leidenschaft teilen. So sollte es sein!

      Liebe Grüße
      Daniela

  2. Danke, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst.
    Ist immer interessant zu lesen, wie es anderen Lehrern so in Japan erging.

    Ich denke, du hättest dich sicher in einer Eikaiwa wohler gefühlt, aber du hattest ja wirklich einen sehr guten ALT-Job, so wie sich das anhört.

    Ich werde ganz nostalgisch. Ich war 7 Jahre lang Lehrerin in Japan und ich wäre es immer noch gerne.
    Ich habe erst Ende letztes Jahr meiner alten Schule einen Besuch abgestattet und ihnen gesagt, dass sie SEHR GERNE auf mich zukommen dürfen, wenn sie wieder neue (alte) Lehrer suchen. ;P

    • Da drücke ich dir die Daumen? Eikaiwa hab ich auch gemacht. Ich fand es schrecklich. Wenn unterrichten, dann an einer Schule und den Schweiß in Kauf nehmen 😉

  3. Tut mir leid, dass dir die Eikaiwa nicht gefallen hat.
    Ich hab nur bei Eikaiwas gearbeitet. Beide ganz klein und quasi ein Familienbetrieb mitten in der Pampa. Ich denke, dass kann man nicht mit den großen Eikaiwas vergleichen, denen die Schüler egal sind und es nur um reine Geldmacherei geht.

    • In der Pampa hört sich gut an. Ich habe auch in einem kleine Unternehmen gearbeitet, aber die Eltern der Kids waren einfach zu anstrengend und haben keinen Spaß oder Spiele geduldet. Dann gab es gleich Beschwerden.
      Mein Tipp ist daher, einfach ausprobieren. Wenn es nicht passt, weitersuchen 😉. Wenn es Spaß macht, das weitergeben an die Kids!

  4. Kann ich so nur voll und ganz unterschreiben. 🙂
    Bei uns waren Spiele Programm. Spielend Englisch lernen. Das macht dann auch dem Lehrer Spaß und damit den Kindern auch. 😉

    Und wenn man selber von etwas begeistert ist, springt das auch oft auf die Schüler über. ^__^

  5. Schöner und vor allem interessanter Beitrag. Ich glaube, ich schaue jetzt öfter mal vorbei… (*¯︶¯*)

    Du unterrichtest nicht zufällig auf diese, deine Art japanisch? Oder kannst du hier, in Berlin was empfehlen? (⌒_⌒;)

    • Vielen Dank für’s Feedback. Frei mich.

      Japanisch Unterricht auf Japanisch… Hmmm Sa muss ich mich mal umhören.

      Ich selbst trau mir das nicht zu. Dazu ist mein Japanisch nicht gut genug.

  6. Was für ein toller Artikel. Danke, dass du uns an deiner Reise hast teilnehmen lassen – ich habe alles verschlungen und wünschte sogar, du hättest noch zwei, drei Absätze mehr geschrieben ♥
    Liebst, Liv

    • Liebe Liv

      Vielen Dank für dein liebes Feedback.
      Dazu kommt sicher noch mal ein Artikel. Z.b. Wie der Schulalltag für die Kids aussieht.

  7. Thomas Voigt

    Dani ….. einfach nur geil was du schreibst, nicht nur dieser „Traumjob “ Bericht sondern auch in den Foren hat Hand und Fuß. Danke.💋

  8. Ein sehr interessanter Artikel mal wieder, toll geschrieben. Ich kann quasi mitfiebern, wie du vor der Klasse stehst, das würde mir sicher genau so ergehen. Ich finde du warst eine echte Bereicherung für deine ALT Schule und ich denke das haben deine Schüler und Kollegen sehr geschätzt. Die Spiele hören sich total klasse an als Unterrichtsmethoden. Würde ich direkt mitmachen 😀 ich bin derzeit noch auf アルバイト Suche in Tokyo aber bin leider in einem Motivationstief. Ganz schrecklich. Dein Artikel macht aber Lust auf eine Herausforderung. Liebe Grüße

    • Liebe Joanna.

      Da drück ich dir ganz doll die Daumen, dass du was passendes findest. Leicht ist es tatsächlich nicht immer. Solche Motivationstiefs kenn ich auch nur zu gut. Je tiefer man reinkommt, desto schwieriger wird es.

      Ich habe meiner Schule unglaublich viel zu verdanken, so viele tolle Erfahrungen hätte ich sonst nicht machen können. Die würde ich jedem Ausländer in Japan wünsche. Vielleicht kann ich dem ein oder anderen ja mit dem Artikel etwas Mut machen, denn es ist so viel möglich, von dem wir nicht einmal etwas ahnen.

      Ganbatte ne.
      Daniela

  9. Ein sehr schöner und amüsant geschriebener Artikel 🙂 Ein Leben als ALT könnte ich mir auch nicht auf die Dauer vorstellen. Allein die viele Energie, die man jeden Tag vor den Klassen aufwenden muss, um die Schüler mit seinem Enthusiasmus anzustecken…In meinem alten Job habe ich auch manchmal Schulen und Kindergärten im japanischen inaka besucht, um dort (auf Japanisch) etwas über Deutschland zu erzählen, – so viel Spaß es auch gemacht hat, am Ende war ich immer fix und fertig^^;

    • Ja, genau deshalb musste irgendwann etwas neues her.
      Aber die Erfahrung will ich echt nicht missen.

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