Eine Überdosis Matcha – Die Matchaverkostung

Die Überdosis Macha. Das grüne Pulver Japans: Matcha

Ich kenne einen tollen japanischen Backblog (auf den verlinke ich immer, wenn es hier um Essen geht.) Dabei versuche ich die Seite eigentlich zu meiden, denn die Kuchen sehen alle so unglaublich lecker aus, dass mir das Wasser immer aus den Mundwinkel tropft und ich sofort etwas Süßes essen muss, wenn ich auf der Seite stöbere.

Über eine Einladung von eben dieser Bloggerin zur Matchaverkostung freute ich mich daher riesig. Praktischerweise hatte Mari zwei Wochen vorher bereits eine Veranstaltung organisiert und darüber geschrieben. Ich wusste also genau, was da auf mich zukommen würde. Du kannst selbst HIER nachlesen.

Als ich dann aber am Samstag Nachmittag auf den gedeckten Tisch schaue, bin ich überwältigt. Es sieht toll aus. Keine gewöhnlich gedeckte Kuchentafel – nein:

  • 5 verschiedene Matcha-Kuchen
  • 2 verschiedene Desserts
  • gekauften Matcha -Produkten aus Japan
  • selbstgemachte Knabbersticks
  • verschiedene Energiekugeln, die Lisa von Lisa Cuisine mitgebracht hat, natürlich auch selbstgemacht

Die dritte Backbloggerin Susanna von Mehlstaub & Ofenduft macht unsere kleine Runde komplett: 4 Bloggerinnen und Maris kleiner Sohn.

Klar, was wir alle als erstes machen?! Fotos, Fotos, Fotos. (Bis auf der Kleine, der ein erstes Stück Kuchen naschen darf).

Viele Kuchen und Desserts mit Matcha bei der Matchaverkostung | nipponinsider

Groß aufgetischt bei der Matchaverkostung

Schön ist Maris Einführung in die Matcha-Welt. Da kann ich mir jetzt die Recherche zu dem grünen Pulver Japans sparen.

Ganz fremd ist mir Matcha nicht. In Japan habe ich einige Zeit in einem Café im Service und hinter der Theke gearbeitet. Dort zeigte man mir die Zubereitung von Kaffee, Tee und eben auch 抹茶 (Macha oder Matcha). Es sieht ganz einfach aus, mit dem Besen Schaum in den Tee zu schlagen, aber es ist eine echte Herausforderung für die Handmuskulatur. Die Blasen des Schaumes sollen möglichst klein sein. Mir ist das nur in den seltensten Fällen gelungen.

Was ist Matcha?

Bei Matcha handelt es sich um ganz feinen gemahlenen grünen Tee. Leider hatten Japaner versäumt, sich den Begriff „Matcha“ schützen zu lassen, und so kommt es, dass jede Art von Grünteepulver als Matcha verkauft werden darf.
Ganz einfach kann man den unechten Matcha von hochwertigem Matcha unterscheiden: Der Unterschied liegt im Preis!!!

Echter japanischer Matcha wird aus den hochwertigsten Teeblättern erzeugt. Der Anbau dieses Tees ist sehr aufwendig, alles in Handarbeit und es gibt nur wenige Regionen, deren Klima für den Anbau in Frage kommen. So kommt es, dass japanischer Matcha immer sehr teuer ist.

Wenn ich an meine Zeiten im Café in Japan zurück denke, dann haben wir für 100 Gramm zwischen 30 und 100€ gezahlt.

Das feine grüne Pulver wird direkt mit Wasser aufgegossen. Das Wasser muss einmal gekocht worden sein und wird dann auf eine Temperatur zwischen 80 Grad heruntergekühlt. Japanische Wasserkocher machen das automatisch und halten die Temperatur dann auf 80 Grad. Das können die deutschen Kocher leider nicht.

Das Pulver sollte immer gut verschlossen und vor Licht geschützt im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dazu empfiehlt sich eine Teedose. Bevor man die gekühlte Dose öffnet, etwas warten, sonst staubt es sehr und es zieht dabei die Luftfeuchtigkeit in den Tee.
Deshalb sollte der Tee sich erst der Zimmertemperatur annähern, bevor man die Dose öffnet. Die sollte nie zu lange geöffnet bleiben, damit das feine Teepulver sein Aroma nicht verliert.

Im Kühlschrank aufbewahrt sollte eine geöffnete Packung etwa innerhalb eines Monats aufgebraucht werden. Danach verliert der Tee an Aroma, kann aber bedenkenlos auch noch weiter getrunken werden.

Ich selbst kann geschmacklich kaum Unterschiede feststellen, aber ich erinnere mich wieder an die Zeiten im Café, wo der ältere Tee nicht mehr in den Verkauf ging, sondern nur noch an Stammgäste gratis serviert wurde.

Mittlerweile gibt es auch Matcha-Anbaugebiete in Ländern wie China und Korea. Unser erster Matcha von Susanna soll so ein Koreanischer Matcha sein.

Der ist erstmal – ok. Schon im Vergleich zur nächsten Tasse aber schmecke ich einen deutlichen Unterschied. Wir haben am Ende 7 verschiedene Matcha-Sorten getrunken. Es war erstaunlich, wie unterschiedlich die Sorten doch schmecken.

Matchaverkostung-Reihenfolge der Tees | nipponinsider

Unsere Matcha-Auswahl: in dieser Reihenfolge haben wir getrunken.

Die Zubereitung erfolgte immer unter gleichen Bedingungen:

  1. Matcha aus Korea ♥
  2. Aoarashi von Marukyu-Koyamaen ♥♥♥♥
  3. Bio Matcha Izumi Premium von Aiya ♥♥♥
  4. Bio Matcha Silk Premium von Teelirium ♥♥♥♥♥
  5. Shohaku von Marukyu-Koyamaen (von Teeschulen für die japanische Teezeremonie verwendet) ♥♥♥♥♥
  6. Bio Shingetsu von Sunday Natural ♥♥♥♥
  7. Matcha Chiyo Mukashi ♥♥♥

Jetzt willst du sicher wissen, welcher mir am Besten geschmeckt hat? Meine persönliche Bewertung habe ich hier einmal mit Herzen♥ wiedergegeben. Dabei war interessant, das jeder von uns einen anderen Favoriten hatte.

Ganz genau kannst du die Ergebnisse unserer Matchaverkostung auch bei Mari auf der Seite nachlesen.

Hier findest du auch die Anleitungen zu ihren köstlichen Kuchen und Desserts.

Matcha-Partisserie mit Desserts und Kuchen Auswahl | nipponinsider

links: Matcha-Erdbeer-Mousse, im Hintergrund: Matcha-Biskuit-Rolle | oben: Matchakuchen-Rezept mit unterschiedlichen Matcha-Sorten | unten Rechts: Matcha Chiffon Cake nach 2 Rezepten mit dem gleichen Matcha

Zum Backen empfiehlt sich nicht der teuere Matcha, sondern ein spezieller Backmatcha. Das habe ich nicht gewusst.

Als die beiden Backmatchas vorgestellt wurden, war ich so vertieft in mein Dessert, dem locker-leichten Matcha-Erdbeermousse, einer perfekten Mischung aus Süße und dem leicht säuerlichen Erdbeergeschmack, dass ich nicht richtig zuhören konnte. Essen und Genieße gehen immer vor!!!
Aber alles halb so schlimm, denn Mari ist der Profi und bei ihr kannst du alles ganz genau nachlesen, nachbacken und anschließend selbst genießen: z.B. die Matcha-Chiffon-Cake oder die Matcha-Biskuit-Rolle.

Aber unterschätzen solltest du auf keinen Fall den hohen Koffeingehalt, den Matcha hat. Auch Kinder sollten nicht zuviel davon zu sich nehmen, auch nicht vom Kuchen, wenn man sie nicht bis Mitternacht wie kleine Flummis durch die Wohnung hüpfen sehen will.

So ähnlich habe ich mich auf dem Weg nach Hause gefühlt. Total überdreht, hellwach und superfit.

Das muss an der Überdosis Matcha gelegen haben, da bin ich mir sicher.

Danke, Mari, für den tollen Nachmittag, deine Mühe und die wunderbaren Einblicke in die Welt des Matchas. 

Kennst du Matcha? Wie schmeckt dir der grüne Pulvertee?

6 Kommentare

  1. Ich habe erst vor kurzem mal Brownies mit Matcha gebacken, nur das sie eben nicht braun, sondern grün waren. Ich finde, daß Matcha sehr neutral schmeckt, jedenfalls finde ich den Eigengeschmack von Matcha als sehr schwach und seine Wirkung finde ich sehr angenehm. Ich trinke eher selten Matcha, vielleicht alle zwei, drei Tage mal eine Schale.

    • Brownies, oder soll ich besser Greenies sagen, stell ich mir auch sehr lecker vor und in der Backware ist der Eigengeschmack wirklich angenehm mild, da hast du recht. Aber der Matcha soll trotzdem seine wachhaltende Wirkung nicht verlieren.
      Also nichts für’s abendliche Naschen.

      Liebe Grüße, Daniela

  2. Oh, ich liebe Matcha Latte! 🙂 Allerdings nur selbstgemacht, weil bisher waren mir die gekauften/fertigen immer zu süß. Sehr empfehlen kann ich den Matcha vom dm. Dazu aufgeschäumte Milch und ein bisschen Agavendicksaft und oben drauf eine Prise Zimt! Göttlich 🙂
    Danke übrigens für das Vorbeischauen und Kommentieren auf meinem Blog, bin gleich neugierig geworden – in Japan war ich bisher noch nicht. Aber wenn man deinen Berichten glaubt, muss es wirklich interessant sein. Auf jeden Fall werde ich mir früher oder später ein eigenes Bild von dem Land machen 🙂
    Sonnige Grüße und frohes Reisen,
    Mara (lichtbildreisen.de)

    • Liebe Mara,

      Danke dir für den Tipp mit dem Matcha Latte. Muss es mal selbst probieren, denn den süßen aus den Cafés finde ich auch grauenvoll.

      Liebe Grüße Daniela

  3. Schade, das Matcha so schnell sein Aroma verliert. Ich nehme diesen dann zum Backen, aber nach zu langer Zeit (ich meine hiermit mehrere Jahre) schmeckt er leider nur noch muffig und ist selbst dafür nicht mehr geeignet.

    • Das stimmt.Aber wenn der Matcha richtig lecker ist, dann trink ihn täglich. Schnell aufgebraucht und gesund.

      Liebe Grüße
      Daniela

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