Shichi Go San – 7 5 3 | 七五三

japanischer Feiertag am 15. November: Shichi go san - 753. Nild: Mädchen im Kimono lächelt in ihre Kamera | NipponinsiderShichi Go San

Das bedeutet nichts anderes als 7-5-3 und ist ein Fest für Kinder.

Bald ist es wieder soweit: dann wird in ganz Japan das Kinderfest gefeiert. Da nimmt sich die Familie Zeit für die Kleinen. Offiziell findet das Fest am 15. November statt. Da es sich aber um keinen nationalen Feiertag handelt, wird es gerne auf ein Wochenende gelegt, wo alle Zeit haben.

Gesundheit und eine glückliche Zukunft

Jungen im Alter von 3 und 5 und Mädchen im Alter von 3 und 7 tragen an diesem Tag einen Kimono (Jungs tagen Hakama). Mit 3 Jahren ist es das erste Mal in ihrem Leben, und daher etwas ganz Besonderes. Zusammen mit den Eltern und Großeltern geht es zum Shinto-Schrein. Dort betet man gemeinsam für Gesundheit und eine glückliche und sichere Zukunft.

Das Besondere dieses Tages

Das eigentliche Highlight des Tages ist aber das Fotoshooting. Die Kinder sind schön zurechtgemacht und das nutzt man für die besonderen Kinder- und Familienfotos.

Japanische Frau mit Ihrem 3 jährigen Sohn in Kimono und Hakama zum shichi go san

お母さん & Daiskuke

Als Geschenk erhalten die Kinder Chitose-ame – 千歳飴 – Tausend-Jahr-Bonbons, rot-weiße Zuckerstangen. Wie der Name schon verrät, soll der Verzehr 1000 Jahre Glück bescheren. Zum Abschluss des besonderen Tages gibt es nochmal ein Festmahl, etwas ganz Besonderes, nicht nur für die Kleinen, sondern für die ganze Familie.

In einigen Teilen Japans unterscheidet man heute nicht mehr zwischen Mädchen und Jungen und alle 3-jährigen, 5-jährigen und 7-jährigen Kinder dürfen feiern.

3 Rituale aus früher Zeit

3
Eltern brachten ihre 3-jährigen Kinder dankbar in den Shinto-Schrein. Denn damals war es nicht immer selbstverständlich, dass Babys überlebten. Mit 3 Jahren hatten sie „das Gröbste“ überstanden und waren fortan keine Babys mehr. Um das zu zeigen, wurden den Kindern die Haare rasiert. Erst danach durften Mädchen sich die Haare wachsen lassen.

5
Es gab einen weiteres Ritual, bei dem der 5-jährige Junge eine traditionelle Haori-Jacke und weite Hakama-Hosen trug. Damit wurde er in den „Erwachsenen-Stand“ aufgenommen. Etwas früh, aber damals war der 5 Jährige dann offiziell kein Kind mehr.

7
Früher trugen die Kinder natürlich nichts anderes als ihren „Alltagskimono“. Den Kleinen band man eine Kordel um die Hüfte, so konnten sie nicht weglaufen. Mit 7 Jahren wurde diese Kordel bei Mädchen durch einen breiten Gürtel ,dem Obi, ersetzt.

Aus diesen 3 Ritualen ist wahrscheinlich Shichi-Go-San entstanden und wird immer rund um den 15. November gefeiert. Das ist nach traditionellem japanischen Kalender ein guter Tag für glückliche Feste.

Der nächste japanische Feiertag ist am 23. November: 
勤労感謝の日 – kinro kansha no hi  – Tag des Dankes für die Arbeit


Wer schreibt hier?

Profilbild Rund

Daniela lebt seit 2009 mit ihrem japanischen Mann in Berlin.
Mehr als 6 Jahre lebten sie gemeinsam in der Tohoku-Region in Japan.

Neben ihrem Online-Tagebuch, schrieb sie in dieser Zeit mit an Reise-Prospekten zu der Region, arbeitete als Lehrerin, in der interkulturellen Kommunikation, als investigative Kraft, in der Gastronomie und führte eine japanischen Haushalt.


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15 Kommentare

    • Ja. Ihr habt Recht. In Asien gibt es noch viele solcher Traditionen. Ein ähnliches Fest habe ich in der Mongolei erlebt, wo es um den ersten Haarschnitt des Kindes ging.

  1. Solch Feste in anderen Ländern mit zu erleben finde ich immer besonders spannend. Ein Kinderfest ist da natürlich gleich doppelt interessant für uns.

    • Das wäre definitiv auch was für euch. Die Kinder in ihren kleinen Kimonos und Hakamas sehen aber auch süß aus. Wobei, die meisten besitzen heute keine eigenen mehr, sondern tragen das nur noch für Fotoshooting.

    • Liebe Marina,
      Dank dir. Das Titelbild finde ich auch sehr passend. Ist allerdings nicht von mir. Ich bin leider nicht mit dem Fotografier-Talent-Gen ausgestattet worden 🙁

      Liebe Grüße
      Daniela

  2. Ach wie wundervoll. Ich finde es immer schön, wenn sich Traditionen halten
    So ist für mich der 31.10. Auch kein Halloween, weil es nicht Teil unserer Kultur ist. Vielmehr ist es Reformationstag.

    Schön finde ich, dass sich der Feiertag auf kleinere Kinder konzentriert. Wunderbar. Das lässt mein Herz aufgehen.

    • Den Reformationstag habe ich als Kind nicht mitbekommen. Aufgewachsen in der erzkatholischen Kleinstadt, gab es bei uns die Kinderkommunion. Das ist in etwa vergleichbar, oder?
      In Japan gibt es am 5.5. noch einen weiteren Kindertag. Den finde ich auch sehr schön. Es ist ein nationaler Feiertag, also ein freier Tag für viele.

      Liebe Grüße
      Daniela

  3. Auf deinem Blog lernt man wirklich unglaublich viel über die japanische Kultur. Das meiste habe ich zuvor noch nie gehört. Deshalb ist es immer total interessant deine Artikel zu lesen. Danke dir!

  4. Schöne Tradition und interessante Rituale. Die Idee, dass die Kinder und deren Gesundheit an dem Tag im Mittelpunkt stehen, finde ich sehr schön.
    Außerdem entstehen sicher tolle Fotos, über die man später als Erwachsener gut schmunzeln kann. So wie mich der etwas grimmige Blick vom kleinen Daiskuke hat lächeln lassen.

    Liebe Grüße
    Nicole vom Reiseblog CicoBerlin

  5. Ich mag Japan sehr gerne, wobei man wahrscheinlich ein halbes Leben bräuchte, um sich bei den ganzen Ritualen halbwegs zurecht zu finden. Ich war im Sommer dort und hab 2 Wochen gebraucht, bis ich mich daran gewöhnt habe, immer alles, was mir gereicht wurde, mit 2 Händen anzunehmen…

    • Hallo Anke,
      es braucht eine Zeit, bis man sich an alles gewöhnt hat. Aber diese Zeit ist mitunter die spannendste in Japan, wenn man sich noch über die vielen Dinge wundern kann. Das mag ich sehr.

      Zwei Wochen, damit bist du aber gut. Bei mir hat es wesentlich länger gedauert 😉
      Liebe Grüße
      Daniela

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